Der Tafeltraubenanbau unter Glas prägt Hoeilaarts Ortsgeschichte; in Groenendaal treten Kloster- und Forstgeschichte hinzu. Dazu kommen ausgewiesene Wege, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Jan van Ruusbroec, Laufrunden im Zoniënwoud oder das Arboretum Groenendaal. So lässt sich der Ort über konkrete Kultur- und Naturthemen kennenlernen, statt ihn auf eine einzelne Sehenswürdigkeit zu verkürzen.
Traubenkultur mit langer Geschichte
Der Anbau von Tafeltrauben unter Glas begann 1865, als Felix Sohie das erste Traubengewächshaus der Stadt errichtete. Die Vlaams-Brabant-Tafeltraube darf das europäische Gütesiegel der geschützten Ursprungsbezeichnung tragen. Die Tradition hat auch bauliche Spuren hinterlassen: Zu den Druivenserres Kelleveld gehören neun historische Traubengewächshäuser, die von Zielgruppenmitarbeitenden der vzw 3Wplus instand gehalten werden.
Auch die Straßenbahnlinie Groenendaal–Overijse gehört zur Geschichte der Druivenstreek. Sie symbolisierte deren Blüte und beförderte Tausende Reisende sowie Millionen Kilogramm Trauben und Rohstoffe. Bei Druiven Mia Michiels ist für Gruppenbesuche eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Klostererbe und Baugeschichte in Groenendaal
Die Priorijhoeve mit Backhaus der Priorij van Groenendaal zeigt eine andere Seite der Ortsgeschichte: Die ursprünglich halbgeschlossene Vierkanthofanlage aus Back- und Naturstein wurde um 1778 nach einem Entwurf von Guillaume De Brucq anstelle älterer Wirtschaftsgebäude errichtet. Zu den unterirdischen Relikten der Priorij zählen die überdeckte IJse und angrenzende Keller; sie sind die einzigen erhaltenen Überreste der eigentlichen Klostergebäude. Die erhaltene Klosterkirche ist ein bedeutendes Relikt eines von drei Windesheimer Klöstern im Zoniënwoud.
Weitere Bauwerke setzen jeweils eigene historische Akzente. Die Kapel Onze-Lieve-Vrouw Willerieken wurde 1864 nach einem Entwurf von Bastin als Ersatz für eine jahrhundertealte Kapelle errichtet; deren Ursprung könnte bis ins Mittelalter zurückreichen. Im Ortszentrum von Hoeilaart steht ein Schloss aus dem 15. Jahrhundert, das heute das Rathaus beherbergt. Von der ehemaligen Hippodroom van Groenendaal sind die Koninklijke Loge und Reste des Bookmakerslokaals erhalten. Der frühere Rennplatz erscheint bis heute als offene Fläche am Rand des Zoniënwouds.
Das Bosmuseum Jan van Ruusbroec ist in einem historischen Pachthof der ehemaligen Priorij van Groenendaal untergebracht. Zu den Themen, die es vermittelt, gehören Fauna, Flora und Forstmanagement; Maquetten, Karten, maßstabsgetreue Modelle und naturkundliche Sammlungen dienen der Vermittlung. Im Spanischen Saal geht es außerdem um die reiche Geschichte des Waldes und seiner Abteien. Gruppenbesuche sind täglich nach Vereinbarung möglich.
Waldwege und unterschiedliche Strecken
Hoeilaart ist Teil des Nationaal Park Brabantse Wouden, der Hallerbos, Zoniënwoud und Meerdaalwoud zusammenführt. Das Zoniënwoud umfasst 4.421 Hektar und ist der größte Buchenwald des Landes. In diesem Landschaftsraum stehen mehrere unterschiedlich ausgerichtete Wegangebote zur Wahl.
Der Jan van Ruusbroecpad beginnt am Bosmuseum Jan van Ruusbroec in Groenendaal, ist 2,3 Kilometer lang und führt mit elf Tafeln in vier Sprachen zu Schlüsselorten im Leben von Jan van Ruusbroec. Der Natuurloop Zoniënwoud besteht aus zwei dauerhaft ausgeschilderten Laufrunden, die am Bosmuseum Jan van Ruusbroec in Hoeilaart starten und enden: Die grüne Runde ist 6 Kilometer, die blaue 11,7 Kilometer lang. Routendetails können sich im Lauf der Zeit ändern; prüfen Sie vor dem Start die aktuellen Angaben.
Die markierte Groenendaalwandeling ist 6,6 Kilometer lang und startet ebenfalls am Bosmuseum. Sie führt durch das Arboretum Groenendaal mit rund 400 einheimischen und ausländischen Baumarten. Einen anderen thematischen Schwerpunkt hat Nero's Natuurleerpad: Tafeln entlang des Weges erläutern Flora und Fauna, die Geschichte sowie das ökologische Management des Jan-van-Ruusbroec-Parks. Im Zoniënwoud gibt es außerdem drei Parcours, die anhand einer Karte verfolgt werden können.
Die Wegangaben machen die Unterschiede greifbar: Der Jan van Ruusbroecpad verbindet eine überschaubare Streckenlänge mit biografischen Stationen, der Natuurloop bietet zwei Laufrunden, und die Groenendaalwandeling führt durch das Arboretum. Welche dieser Perspektiven am besten passt, hängt davon ab, ob Kulturgeschichte, eine Laufrunde oder die Baumarten im Arboretum im Vordergrund stehen.
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