Gotische Baukunst, Erinnerungsorte und Wege an der Maas geben Huy unterschiedliche Besuchsthemen. Wer sich für Architektur interessiert, findet hier sowohl prägende Großbauten als auch einzelne Häuser, Brunnen und Kunstschätze.
Gotik, Schatzkammer und Stadtgeschichte
Die Collégiale Notre-Dame et Saint-Domitien entstand in mehreren Bauphasen von 1311 bis 1536. Ihre Architektur verbindet Rayonnant-Gotik des 14. Jahrhunderts mit Flamboyant-Gotik des 15. Jahrhunderts. Auch Li Rondia steht für gotische Baukunst: Die Rosette stammt aus dem Jahr 1508 und gilt als größte erhaltene gotische Rosette Belgiens. Sie misst innen sechs und außen neun Meter.
In der romanischen Krypta der Stiftskirche ist die Schatzkammer ausgestellt. Zu ihren bedeutendsten Stücken gehören vier Reliquienschreine der mosanischen Goldschmiedekunst aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Ein anderes historisches Zeugnis ist Li Bassinia: Der 1406 errichtete Brunnen zählt zum außergewöhnlichen Kulturerbe Walloniens.
Das Fort de Huy setzt einen anderen geschichtlichen Akzent. Die Niederländer errichteten es zwischen 1818 und 1823 auf dem Gelände der ehemaligen Burg. Heute ist es eine Gedenkstätte des Zweiten Weltkriegs; erhalten sind unter anderem Zellen, ein Verhörraum, Hafträume und einfache Waschräume.
Museum und Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten
Das Musée communal befindet sich im ehemaligen Kloster der Franziskaner. Es behandelt die Aktivitäten der Einwohner von Huy von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Besonders gewidmet ist es der bildenden Kunst und dem Kunsthandwerk; außerdem gehören archäologische, ethnografische und industriearchäologische Objekte zu seinen Beständen.
Auch kleinere Bauwerke zeigen verschiedene Epochen: Die Maison Nokin stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und verbindet Gotik und Renaissance. Sie beherbergt die Fondation culturelle Bolly-Charlier, die regelmäßig Ausstellungen veranstaltet. Die Maison près la Tour gilt als ältestes Haus von Huy und ist ein Beispiel für zivile gotische Architektur des späten 13. und des 14. Jahrhunderts. Die Maison Batta ist ein Gebäudekomplex aus dem 16. und 17. Jahrhundert und war früher ein Zufluchtsort der Abtei Val Saint-Lambert. Das Hôtel de la Cloche wiederum ist ein Beispiel mosanischer Architektur vom Beginn des 17. Jahrhunderts.
Die Eglise Saint-Pierre ist ein gotisches Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert und wurde 1912 restauriert. In ihr befinden sich romanische Taufbecken aus Meuse-Kalkstein, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Sie stammen aus der Kapelle von Reppe in Andenne. Espace Saint Mengold ist eine ehemalige entweihte Kirche, deren Ursprünge bis zum Ende des 12. Jahrhunderts reichen; heute dient sie als Ort für kulturelle Veranstaltungen und wird vom Kulturzentrum verwaltet.
Zu Fuß, mit Bahn und Seilbahn unterwegs
Der Rundgang zur Entdeckung des Vieux Huy beginnt an der Place Verte. Von der Grand-Place aus erreichen Sie den Startpunkt über zwei malerische Gassen entlang des Rathauses. So lässt sich ein konkreter Rundgang in die Orientierung vor Ort einbeziehen, ohne dass dafür eine bestimmte Besuchsdauer vorausgesetzt werden muss.
Mit der Bahn sind Namur und Lüttich jeweils in etwa 20 Minuten erreichbar. Prüfen Sie die Verbindungen für Ihren Reisetag. Die Seilbahn von Huy verfügt über zwei Kabinen mit jeweils 14 Plätzen, darunter jeweils drei Sitzplätze. Sie ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie für nicht-elektrische Fahrräder zugänglich. Klären Sie vor der Planung die Betriebsbedingungen.
Für Radfahrende gibt es eine vollständig flache Rundstrecke Huy–Andenne–Wanze–Huy. Sie ist ungefähr 25 Kilometer lang und beginnt am Fremdenverkehrsamt in Huy. Der Maas-RAVeL erreicht Huy am rechten Ufer und ist für Fußgänger, Radfahrende, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Reiter vorgesehen. Prüfen Sie vor Ihrer Tour die Streckenbedingungen sowie Oberfläche und Zugang.
Eine weitere Perspektive auf die Maas bietet das Schiff Val Mosan: Die Kreuzfahrt dauert eine Stunde und zeigt Huy sowie Besonderheiten beider Flussufer. Der Anleger liegt am Quai de Namur 1, gegenüber der Collégiale und dem Fremdenverkehrsamt. Prüfen Sie vor Ihrer Anreise die Fahrtage und den Fahrplan.
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