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Nadrin erschließt sich über zwei konkrete Themen: römische und kirchliche Baugeschichte sowie die Ourthe-Landschaft. Für die Wahl des Reiseziels bietet diese Mischung verschiedene Schwerpunkte: archäologische Zeugnisse, historische Bauformen und Wege durch eine von Flussschleifen geprägte Landschaft.

Römische Spuren in Nadrin

Die Villa Romaine in Nadrin stammt aus dem 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. Bei ihren Ausgrabungen blieben das Hypokaustum, die damalige Zentralheizung, und das Praefurnium, die Feuerstelle, erhalten. Restauriert wurden außerdem der Keller und die Überreste des für den Hausherrn bestimmten Gebäudes. Damit stehen technische Bestandteile und unterschiedliche Gebäudereste nebeneinander – ein konkreter Einblick in die Anlage, ohne dass dafür eine allgemeine Vorstellung von einer römischen Villa genügen muss. Im Norden von Nadrin sind zudem die Substruktionen einer römischen Villa sichtbar.

Kirchen und Baugeschichte

Die Kirche Sainte-Marguerite d’Antioche in Nadrin wurde 1908 aus Materialien des Kirchenschiffs der Kirche von Ollomont errichtet. Sie beherbergt eine Statue der heiligen Margareta von Antiochien aus dem frühen 17. Jahrhundert; auch interessante Buntglasfenster gehören zu ihren Merkmalen. Baujahr, wiederverwendetes Material und Ausstattung setzen unterschiedliche historische Akzente.

In Ollomont ist die Sainte-Marguerite-Kapelle der erhaltene Rest einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Die Commission des Monuments et des Sites stellte sie am 11. November 1948 unter Denkmalschutz. Auf dem Friedhof neben der Kapelle befindet sich ein Kalksteinkreuz aus dem 17. Jahrhundert. Ebenfalls in Ollomont liegt das Maison Wilkin, das in den Felsen eingebaut und vom öffentlichen Raum aus sichtbar ist. Die Kapelle Notre-Dame de Hal in Nadrin wiederum wurde im 19. Jahrhundert an der Einmündung des Weges nach Ollomont errichtet. Zusammen zeigen diese Bauzeugnisse verschiedene Formen und Epochen, von romanischen Ursprüngen bis zu späteren Kirchenbauten.

Ourthe-Mäander und geschützte Landschaft

Der Ourthe-Mäander Le Hérou steht seit dem 15. Oktober 1937 unter Schutz. Seine Umgebung in Nadrin und Nisramont ist ebenfalls geschützt. Das geschützte Gebiet Le Hérou umfasst eindrucksvolle, steil aufragende Felsen über der Ourthe. An der Aussichtsstelle von Nadrin ist der Fluss fünfmal zu sehen. So ergänzen markante Felsformationen und der wiederholt sichtbare Flusslauf die historischen Themen um eine eigene Landschaftsperspektive.

Das Gebiet „Vallée de l’Ourthe entre Nisramont et La Roche“ mit dem Code BE34023 wurde der Europäischen Kommission als besonderes Schutzgebiet und als Projekt von gemeinschaftlicher Bedeutung vorgeschlagen. Es umfasst insbesondere den größten Teil der bewaldeten Hänge zwischen Nadrin und La Roche. Der Vorschlagsstatus gehört zu dieser Einordnung; er sollte nicht mit einer bereits abgeschlossenen Ausweisung gleichgesetzt werden.

Wanderungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Totemus-Schatzsuche „Nadrin – Paysages et patrimoine au cœur de l’Ardenne“ beginnt am Büro des Syndicat d’Initiative de l’Ourthe Supérieure und führt durch Landschaften, die von den Mäandern der Ourthe geformt wurden. Prüfen Sie vor dem Start die aktuellen Routendetails, da diese sich ändern können.

Der Rundweg „Nadrin – Barrage (Ourthe Supérieure)“ startet am Place du Centre 4 in 6660 Nadrin und führt zur Talsperre von Nisramont. Für diesen Rundweg empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Bedingungen vor dem Aufbruch. Die Wanderung „Sentiers sauvages de l’Ardenne“ startet am Syndicat d’Initiative de Nadrin; prüfen Sie vorab die aktuellen Wegbedingungen. Bei der Auswahl geben die beschriebenen Schwerpunkte Orientierung: Die Totemus-Schatzsuche führt durch die von Ourthe-Mäandern geformte Landschaft, während die Talsperre das konkret benannte Ziel des Rundwegs ist.

Weitere Reiseziele entdecken: Tailles, Mabompré, Tavigny, Cèturu, Buret, Achouffe, Mont, Wibrin.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Houffalize.

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