Für einen Aufenthalt in Mellier prägen zwei unterschiedliche Reisethemen das Bild: das industrielle Erbe der Forges de Mellier und Wege durch Wald und Fagne-Landschaften. Die Wanderungen unterscheiden sich in Länge und Verlauf; historische Bauwerke und die Geschichte der Brasserie Pierrard führen zugleich durch verschiedene Zeitabschnitte. Bei der Planung können Sie danach entscheiden, ob für Sie vor allem Industriekultur, eine bestimmte Wanderstrecke oder beides im Mittelpunkt stehen soll.
Die Forges de Mellier und ihre Geschichte
Die Forges de Mellier stehen seit 1980 auf der Liste des außergewöhnlichen Kulturerbes der Wallonie. Zum Ensemble gehören eine Wehrbrücke aus dem Jahr 1622, ein Teich und das 1845 errichtete Haus des Schmiedemeisters. Hinzu kommen eine Kohlenhalle, eine Erzhalle, eine Affinerie, Kalköfen und einige Ruinen. Die benannten Bestandteile geben der Industriegeschichte konkrete Anhaltspunkte: Neben den Hallen und Öfen stehen auch Brücke, Teich und das Haus des Schmiedemeisters für unterschiedliche Teile des Ensembles.
Die Geschichte Melliers reicht über diese Bauwerke hinaus. Pippin der Jüngere hielt sich im Jahr 763 im Palast von Mellier auf, der auch als Maslario palatio bezeichnet wird. Die Burg von Mellier wurde 1474 zerstört. Diese Daten stehen für verschiedene historische Bezüge: den Aufenthalt eines Herrschers, das Ende der Burg und später datierte Bestandteile der Forges. Zur zeitlichen Einordnung des Industrieensembles gehören die Wehrbrücke von 1622, das Haus von 1845 und die Aufnahme der Forges in die wallonische Kulturerbeliste im Jahr 1980.
Eine andere Zeitfolge erzählt die Brasserie Pierrard. Der letzte Bierbrauvorgang fand dort 1969 statt; die Limonaden- und Wasserproduktion wurde bis 1995 fortgeführt. Die beiden Jahreszahlen markieren also nicht denselben Produktionszweig: Das Bierbrauen endete früher, während Limonaden und Wasser noch mehrere Jahrzehnte weiter produziert wurden.
Wanderungen und Geocaching
Für die Wahl einer Strecke lassen sich zwei Angebote anhand ihrer Länge vergleichen. Die Balade de la Croix Jeanty ist 8,6 km lang und führt durch den Staatswald von Mellier. Der Geocaching-Rundweg Le trésor des Forges de Mellier umfasst 4 km und zehn Verstecke, darunter ein Bonusversteck. Damit ist diese Runde kürzer als die Balade de la Croix Jeanty und setzt zugleich einen anderen Schwerpunkt: die Suche nach den Verstecken.
Die Balade de la Fagne Chamison verbindet einen weiteren Verlauf mit Wald- und Industriegeschichte. Sie beginnt am ehemaligen Bahnhof von Mellier und führt über Waldwege zu den Überresten der Forges de Mellier. Der Weg verläuft durch tiefen Wald mit Fichtenbeständen, Fagne-Landschaften und einen Buchenwald, bevor er über den Chemin des Princes hinabführt. Wer diese Wanderung in die Planung einbezieht, findet in ihrem Verlauf sowohl verschiedene Waldformen als auch die genannten Überreste der Forges als Ziel.
Landschaft und weitere historische Orte
Das Naturschutzgebiet Ruisseau du Mellier umfasst die südliche Hälfte des Waldes von Rulles sowie die Täler der Mellier und der Mandebras. Eine eigene historische Wasserbeziehung betrifft die Forge Haute de Mellier: Ein Rückhaltebecken lieferte früher die Antriebskraft für den industriellen Prozess. Das zeigt eine konkrete Funktion des Wassers in der früheren Industriegeschichte, neben den Bauwerken und Produktionsbereichen der Forges.
Auch der Verger des Âmes gehört zu den historischen Orten Melliers. Er ist ein ehemaliger Friedhof, der im Rahmen eines europäischen Projekts aufgewertet und 2007 eingeweiht wurde. Die Saints-Pierre-et-Paul-Kirche, der Friedhof und die Stätte Haut de la Cour in Mellier sind in einer Liste klassifizierter Kirchen der Provinz Luxembourg aufgeführt. Zusammen mit den Forges, der Brasserie Pierrard und den Wanderwegen bietet Mellier damit mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte für die Reiseplanung: industrielle Geschichte, historische Orte und Strecken durch Wald- und Fagne-Landschaften.
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