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Wanderwege und Moorlandschaft

Der Circuit du Sacrawé ist ein 6 km langer Lehr-Rundweg in der Réserve Naturelle de la grande Fange de Bihain. Er ist mit einem blauen Kreuz markiert und führt abschnittsweise über Holzstege durch die Fagne. Lehrcharakter, Markierung und Wegführung geben der Runde ein klares Profil; die Holzstege gehören zu einzelnen Abschnitten.

Die Fagne du Plateau des Tailles ist ein Naturschutzgebiet mit besonderer Vegetation. Ihre Torfmoore regulieren den Wasserabfluss zu den Flüssen. So kommt neben der Pflanzenwelt auch die Funktion der Moore in den Blick: Sie beeinflussen, wie Wasser aus der Landschaft zu den Flüssen gelangt. Für Naturinteressierte bietet das einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Landschaft und Wasserhaushalt.

Der markierte Wanderweg Nr. 10 ist 12 km lang, beginnt am Parkplatz der Auberge du Carrefour und verläuft entlang der Fagne du Plateau des Tailles. Mit zwölf Kilometern ist er doppelt so lang wie der Circuit du Sacrawé. Die Weglängen ermöglichen einen direkten Vergleich des ausgewiesenen Umfangs; zugleich unterscheiden sich die Routen in ihrer Beschreibung: Der Circuit ist ein Lehr-Rundweg, während für Nr. 10 Startpunkt und Verlauf entlang der Fagne benannt sind.

Kultur, Erinnerung und Ortsgeschichte

Das 83rd Infantry Division Museum konzentriert sich ausschließlich auf die amerikanische 83rd Infantry Division. Die Division nahm an der Ardennenschlacht teil und befreite Bihain im Zweiten Weltkrieg. Damit richtet sich der historische Schwerpunkt des Museums auf die Geschichte dieser Division und ihren Bezug zu Bihain.

Zum Museum gehört ein Eisenbahnwagen, der im Zweiten Weltkrieg für die Deportation jüdischer Gefangener in Konzentrationslager verwendet wurde. Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein Gedenkgarten und ein Fortin, das zu einem außergewöhnlichen Erinnerungsdenkmal zu Ehren von 4.430 amerikanischen Soldaten wurde, die im Zweiten Weltkrieg getötet wurden. Zusammen treten hier militärische Geschichte, Deportation und Gedenken als unterschiedliche Aspekte der Erinnerung an den Krieg hervor.

Bihains Ortsgeschichte reicht über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Im späten 19. Jahrhundert war das Dorf für seine Bergwerke bekannt, in denen Eisenerz und Mangan abgebaut wurden. Die Saint-Remi-Kirche steht seit acht Jahrhunderten im Dorf Bihain. Bergbau, Kirche und die Erinnerung an den Krieg setzen unterschiedliche zeitliche Akzente: vom Erzabbau im 19. Jahrhundert über die lange Präsenz der Kirche bis zu den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs.

Das Dorffest von Bihain findet jedes Jahr Ende Juli statt und bringt einen wiederkehrenden Termin in die Reiseplanung. Wer sich bei der Wahl des Besuchszeitraums für die Geschichte des Ortes interessiert, findet damit neben den historischen Themen auch einen jährlich wiederkehrenden Anlass.

Für die Auswahl des Schwerpunkts ist der Unterschied greifbar: Die Wege setzen Natur und Moorlandschaft in den Mittelpunkt, während Museum, Gedenkgarten und Fortin an die Geschichte des Zweiten Weltkriegs erinnern. Bergbau und Saint-Remi-Kirche erweitern den Blick auf weitere Epochen der Ortsgeschichte.

Weitere Reiseziele entdecken: Petit-Thier, Fraiture, Grand-Halleux, Baraque De Fraiture.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vielsalm.

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