Hour verbindet einen ungewöhnlich langen Durchgang durchs Gestein mit einer vielschichtigen Ortsgeschichte. Auf der RAVeL-Route der Linie 150 (B) von Houyet nach Jemelle (Rochefort) führt die Strecke durch den mehr als 400 Meter langen Tunnel von Hour. Daneben erzählen eine Kapelle am Standort des Chors einer früheren Kirche, ein überlieferter Ortsname und mehrere historische Stationen von unterschiedlichen Seiten des Ortes.
RAVeL-Tunnel und Ausblicke über die Famenne
Auf der RAVeL-Route ist der Tunnel ein prägnantes Streckenmerkmal: Die Route führt durch das Gestein, und der Tunnel von Hour ist mehr als 400 Meter lang. Am Ende des Hour-Rundwegs liegt ein anderer Landschaftsbezug: Der Aussichtspunkt „Panorama über die Famenne“ bietet einen Blick über die Famenne-Landschaft; am südwestlichen Horizont ist Beauraing zu sehen. Die beiden Angaben setzen unterschiedliche Akzente – hier der Weg durch den Fels, dort der weite Blick vom Ende des Rundwegs.
In der Nähe von Hour liegt außerdem eine Wiese, die als domaniales Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und auf der Tausende von Harlekin-Orchideen (Orchis morio) wachsen. Damit stehen neben dem Panorama auch eine konkrete Pflanzenart und der Schutzstatus dieser Wiese im Zusammenhang mit dem Hour-Rundweg. Aussichtspunkt und Wiese beschreiben unterschiedliche Naturmotive: den Blick über die Landschaft und einen ausgewiesenen Lebensraum für die Orchideen.
Kapelle, Kirche und Keramik
Die Chapelle Notre Dame de Grâce ist das erhaltene Relikt der ursprünglichen dreischiffigen Kirche von Hour. Die heutige Kapelle steht an der Stelle des Chors dieser Kirche. Die Begriffe beschreiben dabei zwei verschiedene Aspekte: „dreischiffig“ kennzeichnet den früheren Kirchenbau, während der Standort am Chor erklärt, welchen Teil der ursprünglichen Kirche die heutige Kapelle markiert.
Ein weiteres bauliches Detail findet sich in der Eglise Saint-Martin de Hour: Ihre Taufbecken bestehen aus dunkelblauem bis schwarzem Tournai-Kalkstein. Wer sich für handwerkliche Arbeit interessiert, findet in Petite Hour das Atelier du Petit Tour, eine Töpfer- und Keramikwerkstatt unter der Adresse Petite Hour 6, 5563 Hour. Da sich die Werkstattarrangements ändern können, empfiehlt es sich, vor einem geplanten Besuch nach den aktuellen Möglichkeiten zu fragen.
Ortsnamen und historische Spuren
Petite Hour wurde früher Hour le Château genannt, weil dort eine Burg aus dem 11. Jahrhundert stand. Diese Burg wurde im 15. Jahrhundert geplündert und zerstört. Eine weitere Geschichte ist mit dem Leopoldtoren verbunden: Er ist ein Überrest des Château d’Ardenne, das im Auftrag Leopolds II. errichtet wurde und 1968 vollständig niederbrannte. Der frühere Name von Petite Hour und der Turm des Château d’Ardenne verweisen so auf unterschiedliche historische Zusammenhänge.
Auch ein Weg und ein Kreuz tragen Namen aus der Ortsgeschichte. Der Voie Boufflers genannte Gemeindeweg verbindet Houyet durch den Bois de Hour mit Neuville. Das Kreuz Croix Saint-Remy steht an dem Ort La Justice, an dem um 1794–1795 ein Landstreicher gehängt wurde. Die Namen Voie Boufflers und Croix Saint-Remy führen damit zu konkreten Orten und ihren jeweils eigenen historischen Bezügen.
Ein historisches Ereignis bei Hour-Havenne
Das Ereignis mit dem Stratosphärenballon von Professor Piccard aus Hour fand am 18. August 1934 neben dem alten Bahnhof von Hour-Havenne statt. Die Fahrt des Ballons reichte bis nach Ljubljana im damaligen Jugoslawien.
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