Die 46 Kilometer lange Eddy-Merckx-Fahrradroute beginnt am Ruienplein in Ruien. Neben diesem klaren Radbezug stehen Wanderwege, Waldlandschaft, Flussgeschichte und Kulturerbe. Wer eine Reise plant, kann zuerst überlegen, ob eine längere Fahrradroute, eine Wanderung oder historische Spuren den eigenen Schwerpunkt bilden soll.
Wald und Wanderwege
Der bewaldete Kluisberg ist mit 142,5 Metern einer der hohen Gipfel der Vlaamse Ardennen. Er liegt größtenteils auf dem Gebiet von Ruien: 203 von rund 287 Hektar gehören dazu. Kiefern, Ulmen und Eichen prägen den Bewuchs; dazwischen finden sich Niederholz und Buschwerk.
Mehr als zwei Drittel des 300 Hektar großen Kluisbos sind als frei zugänglicher Wanderwald ausgewiesen. Ein Teil des Waldes ist zudem als Waldreservat bestimmt, in dem keine menschlichen Eingriffe erfolgen. Im Kluisbos gibt es zahlreiche Quellen und Tümpel, die bei dem seltenen Feuersalamander beliebt sind. Diese Waldmerkmale geben dem Naturthema eine konkrete Gestalt, ohne eine Sichtung des Tieres vorauszusetzen.
Die Kluisbos-Wanderroute führt auf zahlreichen Wegen durch den Kluisbos und unter anderem an der ehemaligen „Rechtbank“ De Vierschaar vorbei. Damit stehen sowohl der Wald als auch ein benannter historischer Ort entlang des Routenverlaufs im Blick. Die Eddy-Merckx-Fahrradroute ist 46 Kilometer lang und beginnt am Ruienplein; die Kluisbos-Wanderroute führt durch den Wald und an De Vierschaar vorbei.
Schelde und Flusslandschaft
Das Landschaftsgebiet Scheldemeanders nabij Avelgem bewahrt ehemalige Scheldeschlingen, die Schelde-coupures genannt werden. Sie bezeugen den Flusslauf des 17. und 18. Jahrhunderts. Auch die spätere Veränderung der Schelde ist Teil der Landschaftsgeschichte: Durch die Begradigung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und nachfolgende Kanalisierungsarbeiten entstanden mehrere abgetrennte Flussschlingen, die heute als Angelteiche genutzt werden.
Die beiden Zeitschichten machen die Flusslandschaft auf unterschiedliche Weise lesbar: Die ehemaligen Scheldeschlingen verweisen auf ältere Flussläufe, während die Angelteiche aus späteren Eingriffen hervorgingen. Für kultur- und landschaftsinteressierte Reisende steht damit nicht nur die heutige Form im Vordergrund, sondern auch der Wandel des Flusses über die Jahrhunderte.
Radwege und Eisenbahnerbe
Die Eddy-Merckx-Fahrradroute ist 46 Kilometer lang und beginnt am Ruienplein. Daneben ist die Trasse der ehemaligen Eisenbahnlinie 85 zwischen Leupegem und Spiere größtenteils als Radweg ausgebaut. Diese Linie verbindet Radweg-Themen mit einer früheren Verkehrsinfrastruktur; zwischen Berchem und Ruien sind vom ehemaligen Gleis der Schotterunterbau einschließlich Schienen und Schwellen erhalten.
Die erhaltenen Bahnelemente zeigen eine andere Seite der Linie 85 als der überwiegend zum Radweg ausgebaute Abschnitt. So lässt sich das Thema sowohl über die heutige Nutzung der Trasse als auch über ihre sichtbaren historischen Bestandteile erschließen.
Kulturerbe in Ruien
Die ErfgoedApp bietet den Kulturerbe-Rundgang „Op tijdreis in Ruien“. SOLVA entwickelte ihn 2023 im Rahmen des Projekts „Vierkante meter: Iedereen archeoloog“. Im Kluisbos stehen außerdem Peetje en Meetje: zwei große Felsblöcke, die als Sockel eines alten Opfertisches gelten. Beide Themen setzen unterschiedliche Akzente – der Rundgang auf Kulturerbe, die Felsblöcke auf eine überlieferte Deutung.
Die eiserne Bogenbrücke Brug van de Waterhoek stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und ist aus Stijn Streuvels’ Roman „De teleurgang van den Waterhoek“ bekannt. Sie verbindet Ruien in Kluisbergen mit Avelgem. Ein weiteres geschütztes Kulturgut ist die Orgel der Pfarrkirche Sint-Cornelius; ihr Denkmalschutz gilt seit dem 7. Februar 1980.
Wenn Sie eine Ferienwohnung in Ruien suchen, können Sie Ihren Reiseschwerpunkt danach wählen: Die Eddy-Merckx-Fahrradroute beginnt am Ruienplein, die Kluisbos-Wanderroute führt durch den Wald und an De Vierschaar vorbei. Flussgeschichte und Eisenbahnerbe ergänzen die Auswahl um weitere Kultur- und Landschaftsthemen.
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