Oosterzele liegt im flachen Zwischenstromland zwischen Schelde und Dender, weist zugleich aber ein ausgeprägt welliges Relief auf. Die Höhen reichen von 19 bis 63 Metern. Diese Verbindung aus großräumiger Flusslandschaft und wechselndem Gelände prägt den Blick auf den Ort. Für einen Aufenthalt lassen sich unterschiedliche Interessen nebeneinander planen: Ausblicke über Felder und Weiler, Mühlengeschichte und die Bunker des Brückenkopfs Gent.
Landschaft und Kapelweg
Der Kapelweg führt vom Weiler Berg zur Liebfrauenkapelle mit Kapellenlinde. Kapelle und Linde markieren einen Kreuzungspunkt in Issegem. Am höchsten Punkt bietet der Weg weite Ausblicke über die umliegenden Felder, Weiler und die Guillotinemolen. Wer eine Landschaftserfahrung mit konkreten Orientierungspunkten verbinden möchte, findet hier beides: einen benannten Wegpunkt und einen Aussichtspunkt, an dem die Windmühle Teil des Blicks wird.
Mühlen zwischen Wind und Wasser
Die steinerne Klepmolen ist eine denkmalgeschützte Getreidewindmühle des Typs Bovenkruier. Bei dieser Bauform wird die Kappe mit den Flügeln in den Wind gedreht. Die 1889 errichtete Mühle ersetzte eine hölzerne Bockwindmühle aus dem Jahr 1792, die durch einen Brand zerstört worden war. So lassen sich an einem Bauwerk sowohl eine konkrete Bauform als auch der Wechsel zwischen zwei Mühlentypen und ihre Vorgeschichte betrachten.
Auch die steinerne Guillotinemolen ist als Denkmal geschützt. Zum geschützten Denkmal der Wassermühle Hof ter Loo gehören das Wasserrad, das Schleusenwerk und die Mühlenausstattung. Bei der Windekemolen steht ein anderer Vergleich im Mittelpunkt: Gemessen an der horizontalen Querschnittsfläche ist sie die größte noch bestehende Ständerwindmühle in Ostflandern.
Die Molenroute führt an einer Wassermühle und drei Windmühlen vorbei. Zwei der Windmühlen auf der Route, die Klepmolen und die Windekemolen, drehen sich noch regelmäßig. Da sich ihre Betriebsweise ändern kann, prüfen Sie vor dem Besuch, ob die beiden Mühlen gerade in Betrieb sind. Die Route verbindet damit verschiedene Mühlentypen; die regelmäßige Bewegung ist für Klepmolen und Windekemolen beschrieben.
Bunker als Wanderschwerpunkt
Auf dem Betsberg sind noch etwa zehn Bunker zu finden, die in den 1930er-Jahren errichtet wurden. Sie gehörten zu einem Widerstandsnest aus 22 Bunkern: Die ungefähre Zahl der noch auffindbaren Anlagen und die Gesamtzahl des Widerstandsnests beschreiben unterschiedliche Bestände. Eine weitere Möglichkeit, das Bunkerthema mit einer Wanderung zu verbinden, ist der 13 Kilometer lange Bunkerwanderweg. Er führt über offizielle Fußwege an den Bunkern des Brückenkopfs Gent in Oosterzele vorbei. Seine Streckenlänge gibt Ihnen einen konkreten Anhaltspunkt für die Tagesplanung.
Kirche, Museum und Naturstein
Die Sint-Martinus-Kirche in Balegem ist dreischiffig und neoklassizistisch. Ihr Turm steht an der Westseite statt an der sonst üblichen Ostseite. So bietet die Kirche neben ihrer Stilbeschreibung auch einen konkreten architektonischen Vergleichspunkt. Das Museum von Gijzenzele befindet sich in einem Klassenraum der alten „mannekesschool“.
Der Balegemse Naturstein wird seit der Römerzeit abgebaut und seit dem Mittelalter in der Architektur verwendet. Bei einem Besuch des Sandsteinbruchs kann man den Abbauprozess kennenlernen. Damit stehen neben den Bauformen der Kirchen und Mühlen auch die Geschichte eines regionalen Materials und seine Gewinnung als eigene Themen zur Verfügung.
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