Sint-Martens-Latem lässt sich über markante Bauwerke, Kunst und eine abwechslungsreiche Flusslandschaft kennenlernen. Die Koutermolen, die Leiemeersen und die Westerplas stehen für unterschiedliche Facetten des Ortes. Dazu kommen Museen mit Bezügen zur Kunstgeschichte der Gemeinde. Welche dieser Themen Ihren Aufenthalt prägt, können Sie bei der Planung selbst gewichten.
Mühle, Kirche und historische Spuren
Die Koutermolen ist eine hölzerne Getreidewindmühle aus dem frühen 17. Jahrhundert. Sie gehört zum Typ der Bock- oder Ständermühle mit geschlossenem Fuß und ist die einzige erhaltene Mühle dieser Art in der Oost-Vlaamse Leiestreek. Ihr Standort ist der Mühlenkouter östlich der Kirche. Die Bauform und die regionale Einordnung geben der Mühle einen besonderen Platz unter den historischen Sehenswürdigkeiten von Sint-Martens-Latem.
Auch die Sint-Martinuskerk hat einen frühen schriftlichen Bezug: Sie wurde 1121 erstmals als Besitz der Gentse Sint-Baafsabdij erwähnt. Eine andere Art historischer Spur ist die Rode Beukendreef. Die 1.000 Meter lange Allee führte zu einem Schlossgut. Als dieses 1954 einer Parzellierung wich, blieb eine doppelte Baumreihe als Relikt erhalten. Mühle, Kirche und Allee erzählen damit von unterschiedlichen Zeitschichten, ohne dass sie auf dieselbe Weise erhalten sind.
Flussauen und Wasserlandschaft
Die Leiemeersen bewahren charakteristische Elemente einer Flussaue: den Uferwall, Beckenflächen, eine pleistozäne Sandinsel sowie den Dünenfuß und die Düne als Begrenzung. Die Landschaft ist hier durch mehrere benannte Geländeformen geprägt. Wer sich für Natur- und Landschaftsthemen interessiert, findet damit einen anderen Zugang zu Sint-Martens-Latem als über seine Mühlen und Kunst.
Die Westerplas ist ein 6,5 Hektar großes Naturgebiet mit dauerhaftem Wasser, feuchten Wiesen und Schlickflächen. Bei Hochwasser werden die Schlickflächen überflutet; bei Niedrigwasser fallen sie trocken. Seit der Entstehung des Gebiets wurden dort etwa 214 verschiedene Vogelarten beobachtet. Die Zahl ist eine ungefähre Gesamtangabe über diesen Zeitraum. Wasser, Wiesen und Schlick sind dabei keine austauschbaren Landschaftselemente: Gerade der Wasserstand bestimmt, ob die Schlickflächen überflutet sind oder trockenliegen.
Kunst und Künstlerhäuser
Das Gemeentelijk Museum Gust De Smet ist das letzte Wohnhaus und Atelier des flämischen Expressionisten Gust De Smet (1877–1943). Das Gemeentelijk Museum Gevaert-Minne zeigt Kunstwerke aus der großen klassischen Periode des Leiedorfs Sint-Martens-Latem. Es befindet sich im ehemaligen Wohnhaus von Edgar Gevaert (1891–1965); an den großen Fenstern ist sein Malatelier noch erkennbar. Die beiden Häuser verbinden so Künstlernamen mit konkreten Wohn- und Arbeitsorten.
Auch die Sammlung des Museums Dhondt-Dhaenens lässt sich zeitlich einordnen: Ihre Werke stammen aus dem Zeitraum von 1880 bis 1950. Zusammen mit der Sammlung des Gemeentelijk Museum Gevaert-Minne ergibt sich ein Blick auf unterschiedliche Abschnitte der Kunstgeschichte. Wenn Sie Ihren Aufenthalt nach Kulturthemen ausrichten möchten, bieten die genannten Sammlungen und Künstlerhäuser verschiedene Anknüpfungspunkte, statt nur einen einzigen Kunstbezug in den Mittelpunkt zu stellen.
Aktivitäten für unterschiedliche Interessen
Für eine Tour auf der Leie können am Tempelhof neben dem Rathaus, auf Höhe von Dorp 5 in Sint-Martens-Latem, SUP-Boards gemietet werden. Prüfen Sie die Verfügbarkeit vor Ihrer Reise. Die Möglichkeit auf dem Wasser ergänzt die Landschafts- und Kunstthemen um eine Aktivität mit eigenem Schwerpunkt, ohne dass dafür ein fester Ablauf vorausgesetzt ist.
Für die BLOB-Familien-Schnitzeljagd ist eine Wanderkarte am Schalter des Rathauses und im Museum Gevaert-Minne erhältlich. Sie können diese Aktivität bei Ihrer Planung berücksichtigen, wenn Sie sich für das Familienangebot interessieren. So stehen für einen Aufenthalt in Sint-Martens-Latem sowohl Kultur- und Landschaftsbezüge als auch eine benannte Schnitzeljagd und eine SUP-Tour zur Wahl.
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