Wer Gierle erkundet, kann zwischen Dorfgeschichte, einer historischen Windmühle und mehreren benannten Wanderungen wählen. Das Dorf besitzt eines der am besten erhaltenen Zentren der Kempen. Für die Planung bieten auch die Startpunkte und Besonderheiten der Wege konkrete Anhaltspunkte.
Ein geschützter Dorfkern
Der Dorfkern von Gierle wurde 1979 geschützt. Zu den geschützten Bestandteilen zählen der Singel, die Kirche und der ummauerte Friedhof, die Lateinschule, die Geneverbrennerei, das alte Gemeindehaus mit Büsten und Dorfpumpe, das Café Den Eik sowie mehrere Dorfhäuser. Auch die Pfarrkirche Onze-Lieve-Vrouw Geboorte und die historische Friedhofsanlage sind geschützt.
Die heutige Pfarrkirche wurde von 1861 bis 1865 nach Plänen des Architekten Edmond de Perre-Montigny vollständig neu errichtet, und zwar am Standort einer älteren Kirche. Die älteste Kirche ist bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. An diesem Bau lässt sich so eine lange Ortsgeschichte ablesen, ohne dass die verschiedenen Kirchenbauten zeitlich gleichgesetzt werden müssen.
Südwestlich des Zentrums befindet sich die monumentale Kapelle des ehemaligen „Pensionaat der Religieuze Ursulinen“. Sie ist ein Zeugnis für den damaligen weltweiten Ruf des Instituts. Ein weiteres Stück Ortsgeschichte ist das 2007 an der Schuur aufgestellte Gedenkbildnis für Louis Neefs. Neefs lebte von 1937 bis 1980.
Mühle und Landschaft
In Stormen Sterk ist eine steinerne Getreidewindmühle des Typs Oberkruier (Boden-Seiler), die 1837 errichtet wurde. Zu ihrer Ausstattung gehören zwei Steinmahlgänge, ein Haferbrecher und ein Kuchenbrecher der Firma Vandevelde & Arras aus Lier. Die freiwilligen Müller öffnen die Mühle für Besucher und erzählen über das Mahlen von Getreide. Das geschieht an jedem letzten Sonntag des Monats, außer im Dezember. Wenn Sie diesen Besuch einplanen möchten, prüfen Sie den Termin vorab.
Auch die Landschaft gibt dem Ort einen eigenen Rahmen: Der Siedlungskern ist bis heute nahezu vollständig von einem grünen Gürtel umgeben. Das Gierlebos ist der heute noch verbliebene Teil des ehemaligen Grotenhoutbos, der zu den ältesten Laubwäldern Belgiens zählt. Damit stehen die geschützten Bauten im Dorfkern einer Landschaft mit einer ebenfalls historischen Dimension gegenüber.
Wanderungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die Wanderung „Langs de Gielse molens en Aa-beemden“ beginnt am Singel; Parkplätze gibt es hinter der Kirche. Ein weiterer Weg mit einem klar benannten Ausgangspunkt ist die „Louis Neefs wandeling“: Sie startet am Louis-Neefs-Borstbildnis am Singel. Unterwegs können Sie über QR-Codes Geschichten und Anekdoten anhören. So unterscheiden sich die beiden Wege durch ihre jeweiligen Ausgangspunkte und die überlieferten Themen der Routen.
Die Wanderung „Van Krawaten & heksen“ beginnt am Knotenpunkt 93 nahe dem Eingang des Erholungsgebiets De Lilse Bergen. De Lilse Bergen ist ein Erholungsgebiet mit großem Badesee. Die Wanderung führt durch Wald, Heide und Wiesen und vorbei an der Warandeplas sowie am besonderen Achtzalighedenboom. An der Warandeplas dürfen Hunde in einer ausgewiesenen Freilaufzone schwimmen.
Auch auf dem Gelände von Het GielsBos in Gierle gibt es Möglichkeiten, die Umgebung zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden: Die Wander- und Radwege dort sind für alle frei zugänglich. Ein interaktives Spiel führt auf dem Gelände zu versteckten Geocaches. Die beschriebenen Wege haben damit jeweils eigene Anhaltspunkte für die Reiseplanung – von einem Start am Singel bis zu einer Route durch Wald, Heide und Wiesen.
Wenn Sie ein Hotel in Gierle suchen, können Sie die Wahl des Reiseziels an Ihren Interessen ausrichten: Im Dorfkern stehen geschützte Bauwerke und Ortsgeschichte im Mittelpunkt, während die Wanderungen unterschiedliche Startpunkte und Landschaften bieten.
Weitere Reiseziele entdecken: Wechelderzande.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lille.