Wanderwege mit klar benannten Längen, Radoptionen von Rundschleifen bis zur 35-Kilometer-Route und eine vielschichtige Ortsgeschichte geben Avelgem unterschiedliche Seiten. Für die Planung bieten die Streckenangaben konkrete Anhaltspunkte; im Ortsbild reichen die historischen Spuren von einem Straßenmuster des 18. Jahrhunderts bis zu Zeugnissen der Industrie.
Zu Fuß: Strecken und Startpunkte
Die Mira-Wanderroute ist 12,2 km lang und beginnt an der Kerk Avelgem. Das 6 km lange Droge voetenpad beginnt und endet bei Coupure Deweer, Meersstraat 45 in Avelgem. Damit lassen sich zwei unterschiedliche Streckenlängen und Startpunkte gegenüberstellen. Im Scheldemeersen beginnt am Informationsbord von Natuurpunt Avelgem außerdem der vollständig ausgeschilderte Natuurleerpad.
Das Naturschutzgebiet Avelgemse meersen liegt südlich und südöstlich des Ortskerns. Die verschiedenen Wegangaben haben jeweils ihren eigenen Ausgangspunkt: Für die Mira-Wanderroute ist es die Kerk Avelgem, für das Droge voetenpad Coupure Deweer. So lässt sich die Streckenwahl mit konkreten Startorten verbinden, statt allein auf den Namen eines Weges zu achten.
Mit dem Rad: mehrere Distanzen
Die Leie-Schelderoute ist 35 km lang und beginnt am Pompgebouw van Bossuit. Am selben Startpunkt setzt die Boerenhoven-Mountainbikeroute an; sie umfasst drei Schleifen von jeweils etwa 38 km. Die Radkarte „Hoeves met verhalen“ bietet drei Rundschleifen von jeweils etwa 20 km. Sie enthält außerdem Informationen zu möglichen Rastplätzen, Fahrradreparaturstellen, Gastronomiebetrieben, dem Verkauf regionaler Produkte und Picknickmöglichkeiten.
Die ungefähren 20 km pro Schleife auf der Radkarte lassen sich den etwa 38 km pro Schleife der Mountainbikeroute gegenüberstellen. Daneben steht die 35 km lange Leie-Schelderoute als eigene Streckenangabe. Auch das Fietsnetwerk Leiestreek führt durch Avelgem; Karten dafür sind in Spikkerelle erhältlich. Wenn Sie ein E-Bike einplanen möchten, führt die Gemeinde lokale Verleiher auf. Die Anbieter können sich ändern.
Ortsbild und Industriegeschichte
Der historische Ortskern bewahrt ein Straßenmuster mit der gepflasterten Kerkstraat sowie der Doorniksesteenweg, Oudenaardsesteenweg, Leopoldstraat, Kasteelstraat und dem D. Vermandereplein. Dieses Muster ist bereits auf der Ferraris-Karte von 1770 bis 1778 dargestellt. Die Scheldeburcht in der heutigen Kasteelstraat wurde erstmals 1202 erwähnt und ist seit dem 20. Februar 1939 als Denkmal geschützt.
Auch die Industriegeschichte lässt sich an konkreten Bauwerken und Namen festmachen. Das Oude Pompgebouw van Bossuit stammt aus dem Jahr 1860. Ursprünglich beherbergte es schwere Dampfmaschinen, die Wasser aus der Schelde in den Bossuit-Kortrijk-Kanal pumpten. Die ehemalige industrielle Spinnereianlage Spinnerij Leurent, auch De Groote Fabrieke genannt, wurde 1907 nach Entwürfen von Liétard und Forest aus Tourcoing für den französischen Industriellen Henri Leurent errichtet. Sie ist seit dem 8. Dezember 2000 als Denkmal geschützt.
Kunst und Archäologie
Die Künstlerin Ellen Harvey verwandelte 2013 die ehemalige Sint Amelbergakerk in ein Kunstwerk. KARKAS ist ein lebensgroßes Metallskelett, etwa 27 Meter lang und zwischen einem U-Boot und einem Wal angesiedelt. Das Regionaal Archeologisch Museum aan de Schelde konzentriert sich auf Objekte aus der Steinzeit, der römischen Zeit und der Merowingerzeit. Damit stehen Kunst, archäologische Epochen und historische Bauwerke als unterschiedliche Themen nebeneinander.
Mahlbetrieb und lokale Produkte
Die Tombeelmolen dreht und mahlt an jedem ersten und letzten Sonntagnachmittag des Monats von April bis Oktober. Wenn Sie den Mahlbetrieb in Ihre Planung aufnehmen möchten, prüfen Sie vorab den Termin. Im Erdgeschoss befindet sich ein gemütliches, altmodisches Café, in dem Getränke und Pfannkuchen aus Tombeelmehl angeboten werden. Auf der Bouvriehoeve werden ebenfalls Hofprodukte angeboten.
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