Zum Inhalt

Merkem erschließt sich über markante Gegensätze: einen mittelalterlichen Mottehügel im historischen Dorf, Spuren vergangener Befestigungen und eine Landschaft, in der Wasser und Feuchtgebiete den Charakter prägen. Auch die möglichen Erkundungen setzen unterschiedliche Akzente – von Mühlengeschichte bis zu einer Tour, die Solarbootfahrt und Fußweg verbindet.

Motte, Mühle und Kriegslandschaft

Die Hoge Mote ist eine mittelalterliche Motte im historischen Dorf Merkem. Der erhaltene Hügel ist rund, etwa 3 Meter hoch und rund 35 Meter breit. Ein 18 Meter breiter Graben umgibt ihn. Die Maße geben dem Erdwerk eine klare, greifbare Form und machen es zu einem besonderen Anknüpfungspunkt für die ältere Geschichte des Dorfes.

Auch an der Zusammenflussstelle von IJzer und Ieperlee prägt Geschichte die Landschaft: Dort sind Spuren des ehemaligen Fort de Cnocke aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Sie liegen auf dem Gebiet der Gemeinden Lo-Reninge und Merkem (Houthulst). Bei Drie Grachten mündet die Ieperlee in den Kanal Ieper-IJzer. Drie Grachten war im Ersten Weltkrieg ein wichtiger militärischer Vorposten; die Drie Grachtenwandelroute zeigt die historische Kriegslandschaft bei Merkem.

Eine andere historische Spur führt zur Beukelaremolen im Weiler Luigem. Sie wurde 1923 als Standardmühle wiedererrichtet; dafür verwendete man die aus Poperinge erworbene Steentjesmolen. Im Jahr 2011 war die Beukelaremolen die einzige verbliebene und noch arbeitende Mühle in Merkem.

Feuchtgebiete und Ausblicke

Die Eendenkooi van Merkem zeigt, wie eng Landschaftsform und Lebensraum zusammenhängen. Zu ihr gehört ein ungefähr rechteckiger Teich, der von Gräben umgeben ist und vier Fangröhren umfasst. Ringsum liegt ein Gehölz mit verschiedenen hochstämmigen Bäumen und einer Strauchschicht. Die Anlage hat ihre ursprüngliche Jagdfunktion verloren und ist heute Lebensraum für brütende und rastende Wasservögel. Im Auwald befindet sich eine Brutkolonie von Graureihern und Kormoranen.

Die Broeken von Merkem sind sumpfiges Gelände. In niederschlagsreichen Zeiten nehmen sie überschüssiges Wasser aus dem IJzertal auf; in trockenen Zeiten können sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Damit unterscheiden sich die Bedingungen je nach Witterungsphase. Der Aussichtsturm Knokkebrug bietet Ausblicke auf die Überreste des sternförmigen Forts De Knocke, den Verlauf der IJzer und die überschwemmbaren Broeken – drei konkrete Blickpunkte auf Bauwerk, Fluss und Landschaft.

Erkundungen am Wasser

Bei der Driegrachtenbrug in Merkem können Besucher die Umgebung mit einem Brompton-Faltrad, Kajak oder Solarboot, zu Fuß oder mit einem Packraft erkunden. Die Boote von De Boot liegen dort am Ieper-IJzerkanaal vor Anker.

Das Angebot „Op zoek naar Merkem-Brousse“ verbindet eine Fahrt mit Solarbooten mit einem 2,5 Kilometer langen Fußweg. Die Reihenfolge lässt sich umkehren. Unterwegs hören Teilnehmer Geschichten über die französischen Zuaven; mit etwas Glück können sie Eisvögel, Waldohreulen oder Wespenbussarde beobachten. Die Sichtungen bleiben Möglichkeiten, kein festes Versprechen.

Für die Planung hilft der Unterschied zwischen den Erkundungsformen: Bei „Op zoek naar Merkem-Brousse“ sind eine bestimmte Kombination und die Länge des Fußwegs genannt. An der Driegrachtenbrug steht dagegen die Auswahl der Fortbewegungsmittel im Vordergrund. Wer eher an Kulturerbe interessiert ist, findet mit Motte, Mühle und Kriegslandschaft andere Themen als bei Feuchtgebieten, Wasservögeln und Ausblicken.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Houthulst.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.