Für eine Reise nach Porto Novo geben zwei kulturelle Themen eine klare Orientierung: die heutigen Auftritte der Zangbéto bei Zeremonien und die Grande Mosquée de Porto-Novo. Die Zangbéto tanzen und führen Zauberkunststücke vor. Die Moschee lässt sich aus ihrem Umfeld bewundern und mit Führung besichtigen; dabei sind religiöse Praktiken zu beachten. So stehen zeremonielle Tradition und Architektur als unterschiedliche Facetten der Stadt nebeneinander.
Zeremonielle Tradition und Grande Mosquée
Die Zangbéto treten heute bei Zeremonien auf. Tanz und Zauberkunststücke gehören zu den beschriebenen Darbietungen. Das gibt der Tradition eine gegenwärtige zeremonielle Rolle in Porto Novo. Die Grande Mosquée de Porto-Novo eröffnet einen anderen Blick auf das kulturelle Erbe der Stadt: Ihre Architektur ist afrobrasilianisch inspiriert. Bei einer geführten Besichtigung werden Architektur, Geschichte und die Bedeutung der Moschee für Porto-Novos Kulturerbe vorgestellt. Der Besuch ist unter Beachtung religiöser Praktiken möglich.
Wer diese beiden Themen einordnet, kann zwischen einem zeremoniellen Brauch und einem konkreten Bauwerk unterscheiden, statt sie als dieselbe Art von Kulturerlebnis zu betrachten. Die Zangbéto sind mit Zeremonien und Darbietungen verbunden; bei der Moschee stehen Baukunst, Geschichte und ihr Stellenwert für das Kulturerbe im Mittelpunkt.
Porto Novo und das Ouémé Department
Das Département de l’Ouémé liegt im Südosten Benins und umfasst 1.281 km². Porto-Novo ist sein Verwaltungssitz. Der Blick auf die Stadt gehört damit zugleich zum größeren Reiseziel Ouémé Department. Porto-Novo ist außerdem durch brasilianisch geprägte Architektur und gewundene, befestigte Straßen charakterisiert. In der Stadt befinden sich das Ethnografische Museum Alexandre Sènou Adandé, das Honmè-Museum und das da Silva Museum für afrobrasilianische Kunst und Kultur. Diese Orte und Bauwerke ergänzen die Grande Mosquée als weitere kulturelle Bezugspunkte in Porto-Novo.
Geschichte und Kultur an anderen Orten des Ouémé Department
Auch Adjohoun trägt zur kulturellen und historischen Vielfalt des Ouémé Department bei. Am Lac Godro hatte Joseph Biléou OSHOFFA im Mai 1947 seine ersten Offenbarungen, die zur Gründung der Kirche des Himmlischen Christentums führten. In Adjohoun wird zudem ein „Baum der Rückkehrlosigkeit“ mit versklavten Menschen in Verbindung gebracht, die im Königreich Fanvi und seiner Umgebung gekauft wurden. Das Wémèxhoué ist das Identitätsfest der Wémè; Adjohoun empfängt die offiziellen Veranstaltungen einmal alle vier Jahre. Diese historischen und kulturellen Zusammenhänge geben der Region eine andere Perspektive als die architektonischen Themen Porto-Novos.
In Adjarra erzählt der Zoungodo-Komplex von Palästen, Vegetation, Relikten, heiligen Bäumen, Wohnruinen und Lehmhäusern, in denen Sklavenketten gefunden wurden. Auch der Platz Ahouanmatin im Zentrum von Adjarra gehört zu dieser Geschichte: Er diente als Sammel- und Durchgangsort für versklavte Menschen. Beide Orte verweisen auf unterschiedliche Aspekte des historischen Erbes, ohne dass sie mit den Sehenswürdigkeiten Porto-Novos verwechselt werden sollten.
Landschaften und regionale Speisen
Die Landschaften im Ouémé Department reichen von den Ebenen von Azowlissè in Adjohoun bis zu den Merkmalen der Gemeinde Bonou. Zu Adjohoun gehören die heiligen Wälder und Galeriewälder Togbozoun, Lodouko, Kpinkonzoun und Vazoun. Sie beherbergen vor allem Tiere, darunter rotbäuchige Affen. In Bonou zählen die Überschwemmungsebene von Houêdagbo, die Thermalquelle von Atchabita und der klassifizierte Wald zu den landschaftlichen beziehungsweise touristisch interessanten Merkmalen der Gemeinde. Im Département befinden sich außerdem die Thermalquellen von Hêtin-Sota und Bonou.
Auch die Küche bietet einen eigenen regionalen Anhaltspunkt: Zu den Speisen in Adjohoun gehören Sauce graine mit Sesamkäse (Goussi), Maispaste und Abla, eine Paste aus Bohnen und rotem Öl. So unterscheidet sich der regionale Rahmen des Ouémé Department deutlich von den auf Porto-Novo konzentrierten Themen Architektur, Museen und zeremonielle Kultur.
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