Die Alte Brücke wurde 2004 wiederaufgebaut; die historische Altstadt erstreckt sich über das tief eingeschnittene Tal der Neretva. Zusammen bieten beide einen konkreten Ausgangspunkt, um Mostars Kulturgeschichte zu erkunden: vom Brückenbau über archäologische Funde bis zu Sammlungen über das städtische und ländliche Leben.
Alte Brücke und Altstadt
Das Gebiet der Alten Brücke in der Altstadt gilt als herausragendes Beispiel einer multikulturellen städtischen Siedlung. Die wiederaufgebaute Brücke und die Altstadt stehen zugleich für Versöhnung, internationale Zusammenarbeit und das Zusammenleben verschiedener kultureller, ethnischer und religiöser Gemeinschaften. Damit verbindet sich die bauliche Geschichte des Ortes mit einer sozialen und kulturellen Bedeutung.
Das Old Bridge Museum stellt das Rekonstruktionsprojekt für die Brücke aus dem 16. Jahrhundert vor, das von 1999 bis 2004 dauerte. Auch die Türme Tara und Halebija gehören zu den Themen des Museums. So lassen sich die historische Brücke und ihre spätere Rekonstruktion als unterschiedliche Kapitel betrachten. Zum Museum gehört außerdem eine Aussichtsplattform im Tara-Turm-Komplex am linken Ufer der Neretva.
Unterhalb des Zugangs zum Turm befindet sich eine authentische archäologische Fundstelle. Weitere Ausstellungen zeigen bewegliches archäologisches Material sowie archivische und architektonische Dokumente. Neben der Geschichte eines bekannten Bauwerks stehen damit auch Funde und Unterlagen im Mittelpunkt, die andere Aspekte seiner Vergangenheit vermitteln.
Sammlungen zu Leben und Kultur
Die Dauerausstellung „Leben und Kultur der städtischen und ländlichen Bevölkerung von Mostar und Umgebung“ widmet sich dem Leben und der Kultur dieser Bevölkerung. Zu ihren Themen zählen auch die Esskultur der Herzegowina, die Tradition des Kaffeetrinkens und der Tabakanbau. So erweitert die Ausstellung den Blick auf die Baugeschichte um alltägliche und regionale Kulturthemen.
Im MUM-Interpretationszentrum umfasst eine ethnologische Sammlung 70 Exponate. Das Old Bridge Museum und das MUM-Interpretationszentrum setzen so unterschiedliche Schwerpunkte: Das eine präsentiert unter anderem die Rekonstruktion der Brücke und archäologische Materialien, das andere eine Sammlung mit ethnologischem Fokus. Wer sich für Mostar interessiert, findet damit mehrere kulturhistorische Blickwinkel statt nur einer Bauwerkserzählung.
Bauwerke und unterschiedliche Epochen
Die Karađozbeg-Moschee wurde 1557 nach einem Entwurf des türkischen Architekten Kodža Mimar Sinan erbaut. Mitropolija Vladičin Dvor entstand 1908 während der österreichisch-ungarischen Periode. Die beiden Daten verweisen auf unterschiedliche historische Zusammenhänge und geben Orientierung, wenn Sie Mostars Baugeschichte zeitlich einordnen möchten.
Ein wesentlich früherer Zeitraum wird durch die spätantike Basilika in Cim vertreten: Sie stammt vom Ende des 5. oder vom Beginn des 6. Jahrhunderts. Das archäologische Gebiet der Basilika wurde am 20. Januar 2004 zum nationalen Denkmal von Bosnien und Herzegowina erklärt. Im Gebäude des Franziskanerklosters befindet sich außerdem eine bedeutende Sammlung von Gemälden italienischer Meister aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Archäologische Stätte und Gemäldesammlung stehen für weitere Facetten der Kulturgeschichte, neben den mittelalterlichen und neuzeitlichen Bauwerken.
Ein Ereignis mit eigener Streckenperspektive
Das Mostar Run Weekend findet jedes Jahr statt. Seine Strecke führt über sechs Stadtbrücken und an natürlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten vorbei. Wenn Sie das Ereignis bei Ihrer Reiseplanung berücksichtigen möchten, prüfen Sie die konkreten Veranstaltungstermine. Die Strecke verbindet mehrere Brücken und Sehenswürdigkeiten in einem eigenen Veranstaltungsrahmen; sie ergänzt damit die historischen Themen um eine weitere Perspektive auf die Stadt.
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