Unterhalb von Ljubovčići entsteht die Ljubovača – auch Ljubovački potok genannt – aus dem Zusammenfluss zweier kleinerer Bäche. Dazu kommen die historischen Spuren des Orts und Wanderungen in Richtung Hranisava sowie zu Berghütten. Für Ihre Planung lassen sich Ortsgeschichte und Bergtour als unterschiedliche Schwerpunkte betrachten. Bei den Wanderungen geben Gehzeiten, Strecken und Höhenmeter jeweils eigene Anhaltspunkte.
Ortsgeschichte zwischen Moschee und Marktplatz
Ljubovčići wurde 1468 erstmals als Dorf in der Nahije Gradčac erwähnt, damals unter den Namen Lepugčić und Lubogovčić. Eine Moschee, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts während der osmanischen Herrschaft in Bosnien und Herzegowina errichtet wurde, spielte eine besondere Rolle für die Entwicklung des Orts. Eine Eintragung von 1565 beschreibt Ljubovčići als Kasaba und nennt den Spahi Mehmed als Erbauer der Moschee.
Die Volkszählung von 1604 verzeichnete in Ljubovčići eine Moschee-Mahala mit 15 Haushalten. Das Gebiet um die Moschee entwickelte sich zu einem bedeutenden Marktplatz, der den Namen Pazarić erhielt. Auch als Fährstelle hatte Pazarić eine lange Bedeutung: Über sie führte ein Handelsweg. Historisch verlief zudem ein Weg von Ljubovčići über die Bjelašnica in das Neretva-Tal. Diese Route gehört zur Ortsgeschichte; die heutigen Wanderungen sind davon getrennt zu betrachten.
Ein weiteres historisches Detail führt an das Ufer des kleinen Ljubovčića-Bachs bei Pazarić: Dort wurde im September 1892, nahe einer Moschee, ein antiker Inschriftenstein gefunden. Heute befindet er sich in der Nähe des Nationalmuseums in Sarajevo. Zusammen mit den älteren Namensformen und der Geschichte des Marktplatzes eröffnet dieser Fund verschiedene zeitliche Perspektiven auf den Ort.
Wanderungen ab Ljubovčići
Von Ljubovčići führt die Wanderroute über Bor zur Hütte Podgradina; die Gehzeit beträgt etwa eineinhalb Stunden. Die Hütte liegt auf 1.350 Metern unterhalb der Gradinska stijena und ist von dichtem Wald umgeben. Sie verfügt über 20 Schlafplätze, einen großen Aufenthaltsraum, eine Küche und eine Innentoilette. Da sich Angaben zur Ausstattung ändern können, bestätigen Sie diese vor einer geplanten Übernachtung. Der Zugang zur Hütte ist wetterabhängig.
Für die Stanari-Hütte führt der als kürzester und einfachster beschriebene Weg ebenfalls über Bor. Die Strecke beträgt etwa 10 Kilometer und umfasst rund 800 Höhenmeter. Der Weg verläuft vollständig durch den Wald; bis auf den ersten Abschnitt ist er gut markiert, und an jeder Kreuzung steht ein Wegweiser. Wegzustand und Markierungen können sich ändern, prüfen Sie daher Route und Zugang vor dem Aufbruch.
Ljubovčići ist auch ein Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Hranisava. Der Weg führt an bewaldeten Hängen bergauf und ist als gut markiert beschrieben; der Aufstieg erreicht eine Gipfelhöhe von 1.964 Metern. Für den Zugang zur Route führt die Straße Sarajevo–Mostar bis Pazarić und von dort in Richtung Ljubovčići. Die Straßen- und Zugangsbedingungen können sich ändern.
Die Hütte Šavnici als eigener Ausgangspunkt
Für die Hütte Šavnici fahren Sie mit dem Auto bis Ljubovčići; den anschließenden Fußweg gehen Sie in etwa 20 Minuten. Von Šavnici aus führen Wanderungen zur Hütte Podgradina in ungefähr eineinhalb Stunden, nach Stanari in etwa zweieinhalb Stunden und nach Sitnik in rund drei Stunden. Zur Hranisava sind es von dort etwa dreieinhalb Stunden, zum Observatorium ungefähr sechs Stunden und nach Mehina Luka etwa zwei bis drei Stunden. Diese Zeitangaben beziehen sich auf Wanderungen ab Šavnici, nicht auf die Wege ab Ljubovčići. Gehzeiten und Besucherarrangements können sich ändern; prüfen Sie sie vor Ihrer Tour.
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