Sarajevo verbindet unterschiedliche Zugänge zu Stadtgeschichte und Kultur: historische Orte, Museen, Ausstellungen und die Erinnerung an die Olympischen Winterspiele. Für die Planung hilft es, die Themen zu unterscheiden. Manche Einrichtungen widmen sich langen historischen Zeiträumen, andere einem konkreten Abschnitt der Stadtgeschichte oder einer einzelnen kulturellen Tradition. Auch Pflanzenkunde und Film gehören zu den möglichen Schwerpunkten Ihres Aufenthalts.
Stadtgeschichte an historischen Orten
Die Vijećnica wurde am 20. April 1896 feierlich eröffnet. Nach einer Rekonstruktion anhand der ursprünglichen Dokumentation wurde sie am 9. Mai 2014 wiedereröffnet. Heute dient sie festlichen Anlässen auf staatlicher und städtischer Ebene sowie Veranstaltungen aus Kultur, Kunst und Wirtschaft. Außerdem beherbergt sie ständige und gelegentliche Museumseinrichtungen. Da das aktuelle Programm vor der Reise geprüft werden sollte, lässt sich ein Besuch am besten danach ausrichten, was zu diesem Zeitpunkt angeboten wird.
Das Sarajevo Museum besteht aus einem Hauptgebäude und fünf Dependancen: Svrzo’s House, Despić House, Jewish Museum, Brusa Bezistan und Museum of Sarajevo 1878–1914. Die archäologischen Sammlungen des Museums decken einen weiten Zeitraum ab: von den prähistorischen Siedlungen in Butmir über illyrische und römische Siedlungen sowie das mittelalterliche Bosnien bis zur osmanischen und austro-ungarischen Zeit und der Gegenwart. Brusa Bezistan wurde 1551 von Rustem Pascha, dem Großwesir Suleimans des Prächtigen, erbaut.
Auch Baščaršija bietet einen historischen Bezugspunkt: Der alte Marktplatz gilt als historisches und kulturelles Zentrum Sarajevos. Seine Entstehung wird mit der Gründung der Stadt durch Isa-bey Ishaković im 15. Jahrhundert verbunden. Für das Jahr 1462 ist überliefert, dass Isa-bey Ishaković dort eine Herberge und eine Reihe von Geschäften errichtete. Diese Angaben geben dem alten Markt eine konkrete historische Einordnung, während die Museen unterschiedliche Epochen und Sammlungen erschließen.
Ausstellungen zur Belagerung und zum Alltag
Der Gedenkstättenkomplex Tunel D-B, öffentlich als Tunel spasa („Tunnel der Hoffnung“) bekannt, verbindet ein historisches Erlebnis am authentischen Ort der Entstehung und Nutzung mit einer Ausstellung zur Belagerung Sarajevos. Die Butmir-Seite ist für Besucher geöffnet; der offizielle Besucherzugang sollte vor der Reise erneut geprüft werden. Zum Komplex gehören ein authentischer Tunnelabschnitt von 25 Metern und ein revitalisierter Abschnitt von 100 Metern. Eine Karte der Belagerung erläutert die Stadtgeschichte in der Ausstellung.
Die Ausstellung „Besieged Sarajevo“ im History Museum of Bosnia and Herzegovina schildert den Alltag der Stadtbevölkerung während der Belagerung von 1992 bis 1995. Fotografien, Dokumente und von Bürgern Sarajevos hergestellte Gegenstände vermitteln diese Geschichte; dazu zählen improvisierte Haushaltsgegenstände aus der Kriegszeit. Der Schwerpunkt liegt damit auf Erfahrungen im Alltag und den Dingen, die Menschen selbst anfertigten, während die Karte im Tunel-D-B-Komplex die Belagerung anhand einer Darstellung der Stadt behandelt.
Pflanzenkunde, Tradition und olympische Erinnerung
Der Botanische Garten des National Museum of Bosnia and Herzegovina erstreckt sich über 14.270 Quadratmeter und umfasst 12 wissenschaftliche und Ausstellungssammlungen. Dort wachsen etwa 1.000 Pflanzenarten. Der Garten vermittelt Wissen über die einheimische Flora und die Bedeutung des Schutzes der biologischen Vielfalt. Im selben Museum befassen sich die archäologischen Sammlungen mit menschlichem Leben in Bosnien und Herzegowina von der frühen Steinzeit bis zum späten Mittelalter. Garten und Archäologie setzen somit unterschiedliche Akzente: die eine Sammlung auf Pflanzen und Vielfalt, die andere auf lange Zeiträume menschlicher Geschichte.
Das Museum der Gazi Husrev-beg Library bietet in seiner Dauerausstellung eine Begegnung mit der islamischen Tradition der Bosniaken in diesem Gebiet. Im Foyer befindet sich ein Lapidarium mit steinernen Werken. Die Sammlung der Bibliothek umfasst mehr als 1.200 Objekte. Diese Angaben betreffen die Bibliothekssammlung; die beschriebene Dauerausstellung und das Lapidarium geben zugleich einen eigenen Einblick in das Museum.
Das Olympic Museum in Sarajevo bewahrt die Erinnerung an Organisation und Durchführung der XIV. Olympischen Winterspiele. Sein Sportbereich behandelt Vorbereitung, Organisation und Durchführung. Für Gruppen und Besucher zeigt das Museum Filme von der Eröffnung, dem Verlauf und dem Abschluss der Spiele. So stehen neben den historischen und kulturellen Sammlungen auch sportliche Planung und filmische Rückblicke als eigene Themen im Raum.
Verkehr und kulturelle Schwerpunkte planen
Das National Museum of Bosnia and Herzegovina ist mit jeder Straßenbahnlinie erreichbar; je nach Richtung können Sie an der Haltestelle „Technical School“ aussteigen. Außerdem verkehrt eine Stadtbuslinie auf der Strecke Baščaršija–Dobrinja. Prüfen Sie die öffentlichen Verkehrsbedingungen vor der Fahrt. Für die Auswahl Ihrer Besuche können Sie die unterschiedlichen Themen als Orientierung nehmen: Stadtgeschichte, die Belagerung, Archäologie, Pflanzenkunde, islamische Tradition oder olympische Erinnerung. Das Sarajevo Film Festival ergänzt diese kulturellen Schwerpunkte mit einem Fokus auf das Kino Südosteuropas und des Südkaukasus. CineLink richtet sich auf die Filmbranche, Talents Sarajevo auf die Ausbildung junger Filmschaffender; zum Programm gehören Wettbewerbe für Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme.
Wenn Sie Hotels in Sarajevo suchen, kann der thematische Schwerpunkt Ihrer Reise ein sinnvoller Ausgangspunkt sein: Überlegen Sie, welche der unterschiedlichen Seiten der Stadt Sie besonders interessiert. Für einen Besuch bei der Vijećnica ist das aktuelle Programm relevant; beim Tunel D-B sollten Sie den Besucherzugang vorab erneut prüfen.
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