Zum Inhalt

Staro Rudo lässt sich über zwei unterschiedliche Zeitebenen erschließen: die Geschichte der alten Kasaba am Lim und das jährlich wiederkehrende Gedenken. Für Ihre Reiseentscheidung ist der Unterschied hilfreich. Gründung, Basar und Brücke führen in die Ortsgeschichte; der Gedenktag hat den festen Termin 24. August.

Gründung, Basar und die Flut von 1896

Staro Rudo wurde 1555 als Stiftung von Mustafa-paša Sokolović gegründet. Zur historischen Siedlung gehörte ein Basar mit Handwerkswerkstätten und Geschäften. Für die Querung des Lim ließ Mustafa-paša Sokolović eine prächtige Brücke mit fünf Bögen bauen. Gründung, Marktleben und Flussübergang bilden eine konkrete historische Perspektive: Die Geschichte erschließt sich über die Entstehung der Siedlung, ihre Werkstätten und Geschäfte sowie die Brücke, die den Lim überspannte.

Der Fluss markiert auch einen Bruch: Bei der großen Überschwemmung vom 9. auf den 10. November 1896 wurde die alte Kasaba Rudo von ihrem linken Ufer fortgerissen. Das Datum setzt einen klaren Einschnitt in die Geschichte der Siedlung. Neben der Gründung und dem früheren Basar gehören damit auch die Folgen des Hochwassers zu den prägenden Kapiteln der Ortsgeschichte.

Ein Mausoleum aus dem 16. Jahrhundert

Ein weiteres Beispiel aus dieser älteren Zeitschicht ist das Mausoleum eines unbekannten Derwischs. Es war ein geschlossenes, gewölbtes Mausoleum aus dem 16. Jahrhundert und ging bei der großen Überschwemmung in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1896 unter. Bauform und Datierung führen zurück in die Zeit der frühen Siedlungsgeschichte; sein Untergang zeigt zugleich, wie einschneidend die Flut für einzelne Bauwerke war.

Das jährliche Gedenken am 24. August

Eine andere Zeitebene setzt das Memorial Center Staro Rudo. Es wurde zum Gedenken an 101 Opfer des vergangenen Krieges errichtet. Der Gedenktag findet jedes Jahr am 24. August statt und umfasst eine Blumenzeremonie im Memorial Center. Blumen werden vor einer Tafel mit den Namen der Opfer niedergelegt. Zum Gedenken gehört außerdem ein Spaziergang von der örtlichen Moschee zur Brücke am Lim; symbolisch werden Rosen in den Fluss hinabgelassen. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom „Medžlis Islamske zajednice Rudo“ und den Familien der Opfer organisiert.

Die Formen des Gedenkens haben jeweils einen eigenen Bezug: Die Blumenzeremonie richtet den Blick auf die Namenstafel, der Spaziergang führt von der örtlichen Moschee zur Brücke und die Rosen werden symbolisch dem Lim überlassen. Zusammen ergeben sie einen jährlich wiederkehrenden Anlass, der mit konkreten Handlungen und einem festen Datum verbunden ist.

Welcher Schwerpunkt passt zu Ihrer Reise?

Für die Reiseplanung sind das zwei unterschiedliche Schwerpunkte. Wer sich vor allem für die Ortsgeschichte interessiert, kann Gründung, Basar, Brücke und Flut als zeitliche Folge einordnen. Wer das jährliche Gedenken berücksichtigen möchte, richtet die Datumsplanung auf den 24. August aus. Die historische Erzählung führt über mehrere Jahrhunderte; der Gedenktag bündelt einen wiederkehrenden Termin. So können Sie entscheiden, ob Ihre Reise stärker der Geschichte der alten Kasaba oder dem jährlichen Erinnerungsanlass gelten soll.

Weitere Reiseziele entdecken: Karanovac, Jahorina, Srebrenica, Mrkonjić Grad, Doboj, Pale, Jablanica, Kotor Varoš

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Republika Srpska.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.