Etwa 20.000 Zugvögel nutzen das Humedal Río Lluta jedes Jahr als Rastplatz. Zusammen mit den Lagunen, den Spuren der Chinchorro-Kultur und den grünen Tälern zeigt dieser Naturraum, wie vielfältig die Entdeckungen in der Provincia Arica sind.
Vogelwelt am Humedal Río Lluta
Das Humedal Río Lluta ist ein 30,5 Hektar großes Naturheiligtum und steht unter kommunalem Schutz. Seine Lagunen bieten mehr als 150 Vogelarten Schutz und Ruhe sowie Raum zum Rasten, Nisten und zur Nahrungssuche. Die jährliche Rast der Zugvögel macht das Feuchtgebiet besonders interessant für alle, die Natur und Vogelwelt in den Mittelpunkt ihrer Reise stellen möchten.
Küstenblicke und Chinchorro-Erbe in Arica
An der Südküste von Arica liegen die Cuevas de Anzota am Playa Corazones. Wege und Anlagen ermöglichen einen Rundgang zwischen Höhlenformationen und Klippen; dabei eröffnen sich Blicke auf die Küste. Die Umgebung ist auch mit der Chinchorro-Kultur verbunden: Zahlreiche Überreste erinnern an Fischer, Jäger und Sammler, die vor mehr als 9.000 Jahren in der Region lebten. Die Funde geben der Küstenlandschaft eine archäologische Dimension, zusätzlich zu ihren markanten Höhlen und Felsformationen.
Eine andere Begegnung mit der Chinchorro-Kultur bietet das Museo Arqueológico San Miguel de Azapa. Seine Sammlung umfasst mehr als 80.000 architektonische und ethnografische Stücke. In der Sala Chinchorro bewahrt das Museum 15 Mumien: Kinder, Erwachsene und Ungeborene. Diese Sammlung macht die Bestattungstraditionen der Chinchorro-Kultur anhand konkreter menschlicher Überreste fassbar.
Auch auf dem Wasser lässt sich die Tierwelt erleben. Vom Muelle Pesquero Artesanal werden etwa 40-minütige Bootsausflüge angeboten, auf denen Seelöwen und verschiedene Vogelarten zu beobachten sind. Die Dauer ist ungefähr; erkundigen Sie sich vorab nach dem aktuellen Angebot. Zum Muelle gehören außerdem ein Terminal der handwerklichen Fischerei, Verkaufsstände für Meeresprodukte und Restaurants mit vielfältigen Speisekarten, darunter traditionelle Empanadas. Auch hier empfiehlt es sich, das aktuelle Angebot zu prüfen.
Playa El Laucho ist als inklusiver Strand gestaltet. Amphibienstühle erleichtern den Zugang über den Sand und ins Wasser; Gehhilfen sinken im Sand nicht ein. So können Kinder und Erwachsene mit eingeschränkter Mobilität diese Hilfsmittel nutzen. Erkundigen Sie sich vor Ihrem Besuch nach ihrer Verfügbarkeit.
Täler, Geschichte und Tradition in Camarones
Im Valle de Camarones treffen die trockene Landschaft der Atacama und grüne Vegetation aufeinander. Der Río Camarones speist die Pflanzen und Anbauflächen im Tal; an einigen Stellen ist ein Bad im Fluss möglich. Da die Wasserbedingungen saisonal variieren können, prüfen Sie die örtlichen Bedingungen, wenn Sie ein Bad planen. Nahe Chitita bietet auch die Poza La Sirena klares Wasser zum Abkühlen. Hier bildet das Grün des Tals einen Kontrast zu den Farben der Wüste.
In Codpa ist die Kirche San Martín de Tours ein markanter Teil des Ortsbilds. Der Lehmbau stammt aus dem Jahr 1668 und ist jedes Jahr im November Schauplatz des religiösen San-Martín-Festes. Fünf Kilometer von Codpa entfernt liegen die Petroglifos de Ofragía: Mehr als 400 Felsgravuren aus ungefähr der Zeit von 1000 bis 1400 n. Chr. zeigen unter anderem Kameliden und menschenähnliche Figuren. Kirche und Felsbilder erschließen unterschiedliche Kapitel der Geschichte und Kultur dieser Gegend. Prüfen Sie die Termine des Festes, wenn Sie Ihre Reise daran ausrichten möchten.
Codpa ist außerdem für den Pintatani-Wein bekannt. Seine traditionelle Herstellung ist seit dem frühen 18. Jahrhundert belegt; die Nachkommen dieser Tradition bewahren die überlieferten Herstellungsbräuche bis heute. Ihren Höhepunkt findet die Weintradition in der Fiesta de la Vendimia, die im Mai stattfindet. Das Zusammenspiel von Weinbau und Fest gibt der lokalen Kultur einen eigenen Bezug zur Landschaft des Tals.
In der Caleta Camarones liegen archäologische Fundstätten mit Überresten der Chinchorro-Kultur, deren Geschichte mehr als 9.000 Jahre zurückreicht. Seit 2010 steht dort die über vier Meter hohe Skulptur Cultura Chinchorro der Bildhauerin Paola Pimentel. Sie befindet sich an einer Kliffkante gegenüber den Fundstätten Camarones 14 und 15. So begegnen sich an diesem Ort archäologische Zeugnisse und eine spätere künstlerische Auseinandersetzung mit dem Chinchorro-Erbe.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Décima Quinta Región De Arica Y Parinacota.