Lolol verbindet einen historischen Ortskern mit einem Blick auf das Kunsthandwerk Chiles. Im Zentrum stehen die Iglesia de la Santísima Natividad María de Lolol und die ihr gegenüberliegende dreieckige Plaza; ein weiterer kultureller Schwerpunkt ist das Museo de Artesanía Chilena. Für einen Aufenthalt mit Interesse an Architektur und Kunsthandwerk ergänzen sich damit zwei Perspektiven: die räumliche Gestalt des Ortes und eine Ausstellung, die Kunsthandwerksformen aus mehreren Teilen Chiles zusammenführt.
Kirche, Plaza und historische Bauweise
Der historische Ortskern gruppiert sich um die Iglesia de la Santísima Natividad María de Lolol und die ihr gegenüberliegende dreieckige Plaza. Zusammen markieren beide die Spitze eines Dreiecks; dessen Seiten bilden die Straßen Los Aromos, früher Calle Comercio, Las Acacias und Las Achiras. Diese räumliche Figur gibt dem Zentrum eine klare Gliederung: Kirche und Platz stehen einander gegenüber, die drei benannten Straßen bilden die Seiten. Der historische Ortskern lässt sich zu Fuß erkunden; dabei kann der Blick von der Plaza zur Kirche und auf die Straßen folgen, die das Dreieck formen.
Auch Lolols Bauweise prägt das Ortsbild: Häuser aus Lehmziegeln mit Ziegeldächern und durchgehenden Korridoren gehören zu seinen Merkmalen. Der Consejo de Monumentos Nacionales erklärte den historischen Bereich 2003 wegen seiner gut erhaltenen kolonialen Architektur sowie der Bewahrung typischer Traditionen und Bräuche zur Zona Típica. Die Begründung dieser Auszeichnung umfasst damit sowohl die historische Architektur als auch die Bewahrung von Traditionen und Bräuchen.
Das Museo de Artesanía Chilena
Das Museo de Artesanía Chilena ist ein Ausstellungsort in Lolol und ergänzt den Blick auf den historischen Ortskern um das Thema Kunsthandwerk. Es entstand aus einer gemeinsamen Initiative der Pontificia Universidad Católica de Chile und der Fundación Cardoen. In der Ausstellung werden unter anderem rund 1.000 Kunsthandwerksstücke aus der Sammlung des Programa de Artesanía UC gezeigt.
Die Ausstellung ist nach Gebieten gegliedert. Sie führt durch die Kunsthandwerksformen der Andenvölker im Norte Grande sowie durch Kunsthandwerk des Norte Chico, der Täler der Zentralzone, der Südzone und der Isla de Pascua. Diese Gliederung stellt die vertretenen Gebiete in den Mittelpunkt und richtet den Blick über Lolol hinaus auf Kunsthandwerk aus verschiedenen Teilen Chiles.
Zu den behandelten Kunsthandwerksbereichen und Materialien zählen Steinschnitzerei, Korbflechterei, Holz, Keramik, Metalle und Textilien. So lässt sich die Ausstellung aus zwei Blickwinkeln betrachten: nach ihrer regionalen Gliederung und nach den vertretenen handwerklichen Bereichen und Werkstoffen. Das Museum richtet sich an die breite Öffentlichkeit und bietet Gelegenheit, das Kunsthandwerk und seine Kunsthandwerker als Zeugnis des kulturellen Erbes kennenzulernen und wertzuschätzen. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten des Museums.
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