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Ein Glockenguss aus dem Jahr 1510, spätbarocke Holzfiguren und eine Dorfmuseum-Schmiede, die seit Pfingsten 1998 dazugehört, geben Dettingen an der Iller einen klaren kulturgeschichtlichen Schwerpunkt. Auch der Iller-Radweg kommt als Reiseanlass hinzu: Für die Etappe Heimertingen–Ulm wird das Dorfmuseum als Ziel eines Halts in Dettingen empfohlen. So lässt sich die Wahl eines Hotels mit der Frage verbinden, ob Baugeschichte, Handwerk oder Radfahren den Aufenthalt bestimmen soll.

Kirchen und Kapelle: Geschichte in verschiedenen Bauphasen

Die Kirche Mariä Himmelfahrt steht im Denkmalverzeichnis. Sie wurde 1911/1913 nach dem Abbruch einer Vorgängerkirche errichtet, deren älteste Teile aus dem Jahr 1271 stammten. Die Unterdettinger Kapelle ist ebenfalls als Denkmal geschützt und den Heiligen Vitus und Agatha geweiht. Ihr heutiges Gebäude stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, der Turm ist älter; seine Glocke wurde 1510 gegossen. Im Inneren befinden sich spätbarocke Holzfiguren. Die Datierungen führen zu unterschiedlichen Baugeschichten: 1271 bezieht sich auf Teile der Vorgängerkirche, während bei der Kapelle ein überwiegend jüngerer Bau auf einen älteren Turm trifft.

Dorfmuseum: Handwerk und Mundart

Das Dettinger & Illertaler Dorfmuseum wurde zu Pfingsten 1994 eröffnet. Seit Pfingsten 1998 gehört eine funktionierende Schmiede zum Museum, seit 2010 außerdem eine Wagner-Werkstatt. Beide Werkstätten setzen einen anderen Akzent als die Baugeschichte der Kirchen: Hier steht das Handwerk im Mittelpunkt. Im 19. Jahrhundert arbeiteten in Dettingen 23 Korbmacher, die Weidenkörbe herstellten und in der Region verkauften. Damit reicht die örtliche Handwerksgeschichte über die Werkstätten des Museums hinaus.

Auch die Mundart ist Teil der lokalen Kulturgeschichte. Die sechste Ausgabe des Dettinger & Illertaler Mundart-Büchleins von 2016 enthält mehr als 3.000 Wörter und 450 Redensarten, die in Dettingen und benachbarten Gemeinden verwendet werden. Das Büchlein ist im Dorfmuseum erhältlich; erkundigen Sie sich vorab, ob es weiterhin angeboten wird. Führungen durch das Museum lassen sich vereinbaren. Klären Sie vorab die aktuellen Termin- und Kontaktmöglichkeiten, wenn Sie eine Führung einplanen.

Mit dem Rad nach Dettingen

Die Etappe Heimertingen–Ulm des Iller-Radwegs ist mit 45,90 Kilometern angegeben und als leicht bewertet. Die Routenbeschreibung empfiehlt das Dorfmuseum als Besuchsziel für einen Halt in Dettingen. Prüfen Sie vor der Tour die aktuelle Routenführung, da sich Streckenangaben ändern können. Eine davon unabhängige geografische Angabe betrifft die östliche Gemeindegrenze: Sie folgt auf etwa vier Kilometern dem linken Ufer des nicht korrigierten Iller-Laufs von 1852. Diese rund vier Kilometer bezeichnen den Grenzverlauf, nicht die Länge der Radetappe. Auch die Autobahnraststätte gilt als Deutschlands erste künstlerisch gestaltete Raststätte an einer Autobahn.

Für Ihre Reiseplanung stehen damit unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: Kirchen, Kapelle und Museum bieten Anknüpfungspunkte für Bau- und Handwerksgeschichte; die Radetappe ergänzt diese Themen um einen konkreten Anlass für einen Halt in Dettingen. Wenn Sie ein Hotel suchen, können Sie den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts daran ausrichten. Für eine Führung oder das Mundart-Büchlein empfiehlt sich eine vorherige Nachfrage.

Weitere Reiseziele entdecken: Ertingen, Maselheim, Altheim, Betzenweiler, Oggelshausen, Kirchberg an der Iller, Bad Schussenried, Ummendorf.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Biberach.

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