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Merklingen lässt sich über seine mittelalterliche Kirchenburg als kulturhistorischen Ort erschließen. Der Komplex gehörte früher zum Kloster Herrenalb. Die Gebäudegruppe um die evangelische Remigiuskirche war einst selbst eine Stadt, geschützt von einem Mauerring und einem Graben. Diese Verbindung aus Kirchenbau und Befestigungsgeschichte gibt einem Besuch in Merklingen einen klaren Schwerpunkt: Historische Bauformen und ihre Spuren im Ort stehen dabei im Mittelpunkt.

Kirchenburg und Remigiuskirche

Die Remigiuskirche wurde nach dem Brand von 1417 mit spätgotischen Elementen wiederaufgebaut. Ihr kräftiger Ostturm weist Schießscharten auf; im Inneren gehören Grabmale und Epitaphe aus den Jahren 1574 und 1612 zu den besonderen Details. Damit treffen in der Kirche unterschiedliche historische Bezugspunkte aufeinander: die spätgotische Baugeschichte und die später datierten Grab- und Erinnerungszeichen.

Geführte Tour oder Dorfrundgang

Sie können geführte Rundgänge in und um die Kirchenburg unternehmen oder einen selbstgeführten historischen Dorfrundgang wählen. Dieser beginnt am Rathaus und führt zum Torhaus, zum Wehrturm, zur Remigiuskirche, zum Steinhaus und zu weiteren historischen Gebäuden. Die beiden Möglichkeiten unterscheiden sich in ihrer Form: Bei einer Führung steht die Kirchenburg im Mittelpunkt, während der selbstgeführte Rundgang mehrere Stationen der Ortsgeschichte verbindet. Prüfen Sie vor dem Besuch, ob ein geführter Rundgang stattfindet; kurzfristige Änderungen sind möglich.

Kulturgeschichte im übergeordneten Reiseziel Weil der Stadt

Im übergeordneten Reiseziel Weil der Stadt stehen weitere eigene Themen im Mittelpunkt: Astronomie, Stadtgeschichte und Fasnet. Die Kepler-Gesellschaft legte dort im Frühjahr 2012 gemeinsam mit der Stadt Weil der Stadt einen Planetenweg entlang einer schönen Wanderroute im nördlichen Würmtal an. Informationstafeln zur Sonne und zu den sonnennahen Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars stehen auf dem Stadtgebiet von Weil der Stadt. Der Weg ist 10,1 km lang; die reine Gehzeit beträgt etwa 2¾ Stunden. Er führt auch zu einem Neptun-Endpunkt im benachbarten Tiefenbronn und kann mit dem Fahrrad erkundet werden.

Das Kepler-Museum befindet sich im Geburtshaus des Astronomen Johannes Kepler (1571–1630). Dort sind einige seiner Hauptwerke zu sehen, größtenteils in Originalausgaben. Moderne Präsentationstechniken, Computersimulationen und Videovorführungen vermitteln naturwissenschaftliche Grundlagen; einzelne Exponate können wechseln. In der historischen Altstadt von Weil der Stadt gruppieren sich enge Gassen und sehenswerte Fachwerkhäuser um die katholische Stadtkirche St. Peter und Paul.

Auch die Stadtgeschichte erhält im Stadtmuseum einen eigenen Rahmen: Es präsentiert sie als begehbare Chronik mit 15 Räumen auf drei Stockwerken. Im Erdgeschoss liegt der Schwerpunkt auf der politischen Geschichte der Reichsstadt Weil, vom Mittelalter bis zum Ende der Reichsunmittelbarkeit im Jahr 1802. So stehen in Weil der Stadt sowohl die längere Stadtgeschichte als auch die naturwissenschaftliche Arbeit Keplers im Blickpunkt.

Das Narrenmuseum erklärt, warum Weil der Stadt seit dem 17. Jahrhundert als Narrenhochburg gilt und wie sich dort schwäbisch-alemannische Fastnacht mit rheinisch-fränkischem Karneval vermischt hat. Lebensgroße Figuren veranschaulichen die verschiedenen Gruppen der Weiler Fasnet. Die traditionsreiche, bekannte Fasnet ist auch für Besucher erlebbar. In Meisterin Evas Puppenstube führt die Narrenzunft „Weiler Clowns“ regelmäßig von Rudolf Karl selbst geschriebene Theaterstücke auf. Dort sind außerdem mehr als sechzig Handpuppen der Hohnsteiner Puppenbühne zu sehen. Prüfen Sie vor einem Besuch das aktuelle Programm der Theaterstücke.

Weitere Reiseziele entdecken: Grafenau, Schönaich, Mötzingen, Magstadt, Nufringen, Steinenbronn, Waldenbuch, Leonberg

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Böblingen.

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