Weiterdingen liegt am Ostfuß des Hohenstoffelnmassivs, teils in einer Muldenlage und teils in flacher Hanglage. Für die Reiseentscheidung stehen zwei unterschiedliche Themen nebeneinander: eine mittelschwere Wanderung auf den Hohenstoffeln und eine vielfältige Baugeschichte mit Schloss, St. Mauritius und der Heilig-Grab-Kapelle. Landschaft und historische Bauwerke geben dem Aufenthalt unterschiedliche Schwerpunkte.
Hohenstoffeln und Landschaft
Die Wanderung von Weiterdingen auf den Hohenstoffeln ist 7,86 km lang und als mittelschwer eingestuft. Sie dauert etwa 2 Stunden und 6 Minuten und beginnt am Parkplatz beim Sportplatz an der Wiesentalstraße. Die Strecke weist einen guten Wegzustand auf; prüfen Sie die Verhältnisse vor dem Aufbruch. Distanz, Schwierigkeit und ungefähre Dauer helfen, die Tour als eigenen Zeitblock in die Tagesplanung einzuordnen.
Nach dem Aufstieg von Weiterdingen sind im aufgelassenen Steinbruch an der Nordseite des Hohenstoffeln eindrucksvolle Säulenstrukturen aus schwarzem Vulkangestein zu erkennen. Während die Wanderungsdaten eine konkrete Orientierung zu Strecke und Zeit geben, steht hier die geologische Form des Gesteins im Mittelpunkt.
Südlich von Weiterdingen liegt im Gewann „Mark“ bei der Heilig-Grab-Kapelle ein tiefes Kalkniedermoor. Es ist ein anderer Landschaftstyp als die Säulenstrukturen aus schwarzem Vulkangestein am Hohenstoffeln und ergänzt die Landschaft um einen weiteren eigenen Akzent.
Schloss, Kirche und Kapelle
Schloss Weiterdingen wurde 1683 von Baron Balthasar Ferdinand von Hornstein zu den drei Hohenstoffeln und Grüningen errichtet. Der Bau ist viergeschossig, neunachsig und mit einem Satteldach versehen; er ist vollgeschossig ausgebaut. An den Längsseiten tritt jeweils ein dreiachsiger Mittelrisalit hervor, also ein vorspringender Fassadenteil. Der Grundriss ist kreuzförmig. Heute wird das Schloss für Veranstaltungen genutzt.
Direkt benachbart ist die katholische Kirche St. Mauritius, die zu den Wehrkirchen gezählt wird und einen spätgotischen Turm besitzt. Der Turm ist quadratisch, trägt ein Satteldach und hat spätgotische Schallöffnungen aus dem Jahr 1485. Im Inneren befinden sich eine Familiengruft der Familie Hornstein und zahlreiche Grabsteine. 1885 wurde die Kirche im neugotischen Stil umgestaltet.
Die barocke Heilig-Grab-Kapelle liegt zwischen Hilzingen und Weiterdingen beim Kapellenhof an der alten Römerstraße. Freiherr Karl Balthasar von Hornstein (1649–1723) stiftete sie 1694. Sie ist eine getreue Nachbildung des Heiligen Grabes der Grabeskirche in Jerusalem. Damit verbindet die Kapelle einen konkreten Stiftungszeitpunkt mit einem benannten architektonischen Vorbild.
St. Peter und Paul in Hilzingen
In Hilzingen steht die spätbarocke Wallfahrtskirche St. Peter und Paul. Als ihr Baumeister gilt allgemein Peter Thumb aus Bezau in Vorarlberg (1681–1766). Die Bausubstanz der Kirche ist weitgehend aus der Bauzeit erhalten; sie gilt als beachtliches Beispiel der Kunst und der Baufreudigkeit des 18. Jahrhunderts. Im Café des Bürger- und Bauernmuseums Hilzingen befindet sich eine Ausstellung über Peter Thumb.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hilzingen.