Schloss Nussdorf steht auf mittelalterlichen Fundamenten; zu seinem Ensemble gehört auch ein Tor mit der Jahreszahl 1879. Zusammen mit der Heiligkreuzkirche, Kunst im KUNSTWERK Sammlung Klein und dem Naturraum Lichthölzle ergeben sich unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: Baugeschichte, Kunst, Wege und Natur.
Kirche und Schloss: unterschiedliche Zeitschichten
Die Heiligkreuzkirche ist eine ehemalige Friedhofs- und Wallfahrtskirche und heute Pfarrkirche. Meister Peter von Koblenz errichtete den spätgotischen Bau 1482. In der Kirche befinden sich Grabmäler der Familie von Reischach sowie umfangreiche Wand- und Deckenmalereien zur Passion Christi und zum Jüngsten Gericht. Beim Brand von 1945 blieb der Chor mit seinen Gewölbemalereien unbeschädigt; um 1950 wurde die Kirche wieder instand gesetzt. Ihre Bauzeit, die Malereien und die Geschichte des Chors geben verschiedene Einblicke in die Ortsgeschichte.
Auch Schloss Nussdorf erzählt von mehreren Bauphasen: Es wurde ursprünglich im 15. Jahrhundert erbaut und 1879 grundlegend umgebaut. Das Schloss weist Bauformen der deutschen Romanik, Gotik und Renaissance auf. Zum Ensemble gehören ein Schlosspark mit Bruchstein-Umfassungsmauern und ein mit 1879 bezeichnetes Tor. Die Jahreszahl am Tor und der Umbau des Schlosses im selben Jahr sind zwei konkrete Details der Schlossgeschichte.
Kunst im Museum und am ART LOOP
Das KUNSTWERK Sammlung Klein zeigt zweimal jährlich Ausstellungen und umfasst eine Sammlung von knapp 2.000 Werken. Unmittelbar vor dem Museum steht Stefan Rohrers Skulptur „The Fast and the Furious“. Das KUNSTWERK ist außerdem in den Skulpturenradweg ART LOOP einbezogen. So treffen hier ein Ausstellungsort und eine Kunstinstallation im öffentlichen Raum aufeinander. Wer die Ausstellungen einplanen möchte, sollte die aktuellen Termine vorab prüfen.
Der 35 Kilometer lange ART LOOP führt vom Bahnhof Schwieberdingen über Hemmingen in die Eberdinger Ortsteile Nussdorf und Hochdorf und zurück. Die Route verbindet damit Nussdorf mit einem größeren Rundweg; das KUNSTWERK gehört zu den einbezogenen Stationen. Vor einer Radtour empfiehlt sich ein Blick auf die aktuelle Wegführung und die Bedingungen.
Wanderwege und geschützte Natur
Die Broschüre „Zu Fuß die Heimat entdecken“ beschreibt Wanderwege rund um Nussdorf. Das Rathaus Nussdorf und der Sportplatz Nussdorf sind als Ausgangspunkte von Rundwegen ausgewiesen. Diese Angaben bieten eine Orientierung für die Auswahl eines Weges; da Wegführung und Bedingungen überarbeitet werden können, lohnt sich vor dem Aufbruch ein aktueller Check.
Das Lichthölzle bei Nussdorf hat im Generalwildwegeplan landesweite Bedeutung. Dort gibt es ungewöhnlich große Bestände hügelbauender Waldameisen. Ihre Nester sind streng geschützt und sollten unberührt bleiben. Damit ergänzt ein besonderer Naturschutzaspekt die kulturellen Ziele des Orts, ohne dass sich daraus eine bestimmte Wanderroute durch das Gebiet ableitet.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Eberdingen
Im übergeordneten Reiseziel Eberdingen liegen weitere Kultur- und Landschaftsthemen. In Hochdorf am Biegel befindet sich der rekonstruierte hallstattzeitliche Fürstengrabhügel: Er hat einen Durchmesser von 60 Metern und ist 6 Meter hoch. Das Keltenmuseum Hochdorf/Enz bietet vier Mitmachstationen. Besucher können keltische Kleidung anprobieren, in der Goldschmiedewerkstatt arbeiten, Mehl von Hand herstellen und in der Keramikwerkstatt aus Scherben ein Gefäß zusammensetzen. Für die aktuellen Betriebsdetails der Mitmachangebote empfiehlt sich eine Prüfung vor dem Besuch.
Auch die überörtlichen Wege lassen sich auf dieser Ebene einordnen: Eberdingen liegt am Fernwanderweg Gäu.Rand.Weg am Ostrand des Heckengäus. Der ART LOOP führt durch die Eberdinger Ortsteile Nussdorf und Hochdorf. Die beiden Wege unterscheiden sich damit in ihrer Ausrichtung: Der Gäu.Rand.Weg ist ein Fernwanderweg, der ART LOOP ein 35 Kilometer langer Rad-Kunst-Rundweg. Prüfen Sie vor einer Tour die aktuellen Wegbedingungen.
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