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Rheinau erschließt sich über konkrete Spuren seiner Ortsgeschichte. Das im Volksmund „Alte Relaishaus“ genannte Gebäude heißt eigentlich Kießler-Hof und ist als Kulturdenkmal gemäß § 2 DSchG Baden-Württemberg geschützt. Die Bezeichnung verbindet einen geläufigen Namen mit dem Namen Kießler-Hof; hinzu kommt der dauerhafte Denkmalstatus.

Ortsgeschichte und Architektur

Eine weitere historische Spur führt zu Karl Drais: Am 12. Juni 1817 fuhr er mit seiner Laufmaschine von seinem Mannheimer Wohnhaus zum damaligen Schwetzinger Relaishaus im heutigen Rheinau. Die Drais-Route folgt so weit wie möglich dem historischen Streckenverlauf. Datum, Start und Ziel geben dem Ortsbezug einen konkreten Rahmen.

Auch das Alte Relaishaus ist in die Geschichte des späteren Dorfes Rheinau eingeordnet: Neben dem um 1773 errichteten Stengelhof war es dessen ältestes Gebäude. Der Vergleich verknüpft zwei benannte Bauwerke mit der frühen Ortsentwicklung; die ungefähre Jahresangabe bezieht sich dabei auf den Stengelhof.

Die Evangelische Pfingstbergkirche setzt einen anderen zeitlichen und architektonischen Akzent. Sie wurde 1962/63 im zweiten Bauabschnitt mit Kirche und Glockenturm errichtet. Ihre gläsernen Wände ermöglichen einen unverstellten Blick auf Birkenstämme und lichtes Nadelgehölz. So stehen bei den Rheinauer Bauwerken unterschiedliche Merkmale im Vordergrund: beim Alten Relaishaus seine historische Rolle, bei der Kirche eine datierte Bauphase und der Blick durch die Glaswände.

Routen, Murals und Rheinauer See

Für die Routenwahl lassen sich zwei Drais-Bezüge unterscheiden. Die Drais-Route orientiert sich so weit wie möglich am historischen Streckenverlauf von 1817. Die Tour „Auf den Spuren von Karl Drais“ führt nach dem Passieren von Neckarau bald nach Rheinau. Bei dieser Tour ist also die Abfolge Neckarau–Rheinau benannt, während die andere Route die historische Fahrt zum damaligen Schwetzinger Relaishaus aufgreift.

Ein eigenes Kunstthema hat die buchbare Gruppenführung „Stadt.Wand.Kunst – Right here, Rheinau“: Die als leicht ausgewiesene Strecke ist 1,30 km lang, dauert 90 Minuten und zeigt Murals des DUO SOURATI. Länge und Dauer geben einen konkreten Rahmen für die Zeitplanung; als Gruppenführung unterscheidet sich das Angebot von den Drais-Routen mit ihrem historischen Bezug. Prüfen Sie die Buchbarkeit für Ihren gewünschten Termin.

Zum Rheinauer See gelangen Sie vom Bahnhof Rheinau mit der Buslinie 48 in Richtung „Rheinau, Rotterdamer Straße Nord“; der Ausstieg erfolgt an der Haltestelle Chiemseestraße. Prüfen Sie vor der Abfahrt den Fahrplan, da sich Details des öffentlichen Verkehrs ändern können. Die angegebene Verbindung bietet damit einen konkreten Ansatzpunkt, wenn der See zu Ihren geplanten Themen gehört.

Ergänzende Kultur im übergeordneten Reiseziel Mannheim

Im übergeordneten Reiseziel Mannheim steht der Wasserturm für einen eigenen Architektur- und Stadtgeschichtsschwerpunkt. Der Mannheimer Wasserturm wurde 1889 von dem Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber erbaut, der auch am Bau des Berliner Reichstags mitwirkte. Das Bauwerk ist 60 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 19 Metern und fasst 2.000 Kubikmeter Wasser. Bei Anbruch der Dunkelheit erzeugen die hell erleuchteten Wasserspiele eine besondere Atmosphäre.

Einen anderen thematischen Zugang bietet im übergeordneten Reiseziel Mannheim das TECHNOSEUM. Es zeigt 200 Jahre Technik- und Sozialgeschichte, bietet Experimentierstationen zu Naturwissenschaft und Technik und verbindet Information mit Erlebnis in einer interaktiven Zeitreise. Zu den passenden Angeboten für Schulen sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gehören ein Robo-Contest und ein Escape Room. Da sich die Programme ändern können, prüfen Sie vor der Reise das aktuelle Angebot. So lässt sich die Kulturgeschichte Rheinau von Mannheims Technik- und Sozialgeschichte unterscheiden, ohne die jeweiligen Themen zu vermischen.

Weitere Reiseziele entdecken: Mannheim, Seckenheim, Friedrichsfeld

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