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Hettingen verbindet die Lage im Laucherttal mit einer vielschichtigen Baugeschichte: Die Pfarrkirche ist spätgotisch, am Schloss treffen mittelalterliche Bauteile auf einen um 1720 neu errichteten Wohnbau. Das Fasnachtsmuseum Narrenburg setzt einen anderen kulturellen Schwerpunkt, mit europäischen Bräuchen, regionaler Fastnacht und ihren Zusammenhängen. Für die Planung Ihres Aufenthalts lassen sich damit drei Themen unterscheiden: Ortslage, Architektur und Fastnacht.

Lage im Laucherttal

Der Stadtteil Hettingen liegt im Laucherttal, dem „Blauen Band der Schwäbischen Alb“, unmittelbar an der Hohenzollernstraße und am Donau-Zollernalb-Weg. Für Ihre geografische Orientierung stehen damit das Tal sowie zwei konkrete Straßen- und Wegeverbindungen im Mittelpunkt. Diese Kombination gibt der Ortslage einen klaren Rahmen: Das Laucherttal bezeichnet den landschaftlichen Bezug, während Hohenzollernstraße und Donau-Zollernalb-Weg die benannten Verbindungen sind.

Pfarrkirche: zwei historische Etappen

Die Pfarrkirche Hettingen ist ein spätgotischer Bau. Ihre Geschichte lässt sich an zwei datierten Etappen einordnen: 1401 wurde sie dem heiligen St. Martin geweiht; 1503 erhob eine Stiftung Hans Kaspar von Bubenhofens die Kirche zur Kollegiatkirche. Weihe und Erhebung markieren unterschiedliche kirchengeschichtliche Ereignisse, die zusammen eine Entwicklung über mehr als ein Jahrhundert zeigen. Die Abfolge bietet einen eigenen Zugang zur Ortsgeschichte und unterscheidet sich von der Baugeschichte des Schlosses, in der mittelalterliche Teile in einen späteren Neubau einbezogen wurden.

Schloss Hettingen: mittelalterliche Anlage und Wohnbau

Am Schloss Hettingen ist von der mittelalterlichen Burganlage der Grafen von Gammertingen-Hettingen im Norden die hohe Schildmauer erhalten. Das Wohngebäude wurde um 1720 von Franz-Anton von Speth neu errichtet; ein mittelalterlicher Bergfried und ein romanisches Burgtor wurden in diesen Neubau einbezogen. Die Schlossgeschichte ist deshalb nicht auf das Datum um 1720 zu reduzieren: Der neue Wohnbau nahm ältere Bauteile auf, während die Schildmauer als Teil der mittelalterlichen Burganlage erhalten blieb. So lassen sich die ältere Burganlage und der später erneuerte Wohnbau als unterschiedliche Bauphasen betrachten.

Die oberen Stockwerke des Schlosses werden über eine dreiläufige Holztreppe aus der Erbauungszeit erschlossen; an den Pfosten befinden sich Heroldsfiguren. Die Stuckdecken zeigen Landschaften und allegorische Szenen in reicher ornamentaler Rahmung. Einige Decken weisen zudem Stuckarbeiten aus der Rokokozeit um 1770 auf. Treppe und Decken stehen damit für unterschiedliche Aspekte der Innenarchitektur: figürliche Details an der Holztreppe und bildliche Motive in der Stuckgestaltung.

Fastnachtsmuseum Narrenburg

Das Fasnachtsmuseum Narrenburg widmet sich auf etwa 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche europäischen Fastnachtsbräuchen und vermittelt Hintergründe sowie kulturelle Zusammenhänge des Festphänomens Fastnacht, Fasching und Karneval. Auf zwei Etagen zeigt es mit modernen Präsentationsmitteln vielfältige närrische Erscheinungs- und Darstellungsformen aus europäischer Perspektive sowie die regionale Fastnacht des Alb-Lauchert-Ringes. Die Verbindung aus europäischer Perspektive und regionalem Schwerpunkt gibt dem Thema zwei Maßstäbe. Während die Schloss- und Kirchengeschichte über Bauformen und historische Etappen erschlossen wird, steht hier die Vielfalt der Fastnachtsbräuche samt ihren kulturellen Hintergründen im Mittelpunkt.

Eine weitere Schlossgeschichte: Sigmaringen

Im Reiseziel Sigmaringen erzählt Schloss Sigmaringen eine eigene Geschichte: Aus einer mittelalterlichen Burg entwickelte es sich zu einem fürstlichen Residenzschloss und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Im Vergleich dazu liegt der Akzent in Hettingen auf dem um 1720 neu errichteten Wohngebäude, in das mittelalterliche Bauteile einbezogen wurden. Die beiden Beschreibungen stehen so für unterschiedliche Schlossentwicklungen innerhalb des regionalen Blicks.

Weitere Reiseziele entdecken: Herdwangen-Schönach, Wald, Scheer, Beuron, Schwenningen, Waldbeuren, Pfullendorf, Ostrach

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sigmaringen.

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