Parlow lässt sich über Naturbeobachtung und Dorfgeschichte entdecken. Der Aussichtsturm eröffnet den Blick auf ein Moor am Standort des ehemaligen Mellnsees; Speicher und Kirche bringen die Baugeschichte ins Bild. Rundwege führen zu einem alten Friedhof, einem Gedenkstein oder einem Seeufer als Rastplatz. Landschaft, Erinnerungsorte und das Kranichthema setzen dabei unterschiedliche Akzente.
Moorlandschaft und Tierbeobachtung
Parlow ist ein Dorf inmitten von Feldern, die rundherum von Wäldern umgeben sind. Der Aussichtsturm bei Parlow liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und bietet einen Blick über ein Moor am Standort des ehemaligen Mellnsees. Der See ist heute nicht mehr sichtbar. Das Moor bietet Braun- und Torfmoosen Lebensraum.
In der Umgebung des Dorfes lassen sich Kraniche auf dem Durchzug beobachten, mit etwas Glück auch während der Brutsaison. Vom Aussichtsturm am verlandeten Flachsee mit wertvollen Restmooren können außerdem Schalenwild, Wiesenbrüter und zahlreiche Greifvogelarten beobachtet werden. Für die Naturbeobachtung sind damit sowohl der weitere Umkreis des Dorfes als auch der konkrete Aussichtspunkt bedeutsam; bei den Kranichen spielen Durchzug und mögliche Beobachtungen während der Brutsaison eine Rolle.
Rundwege mit verschiedenen Schwerpunkten
Der Melliner Rundweg führt am alten Friedhof des verschwundenen Dorfes Mellin und am Franz-Neumann-Gedenkstein vorbei. Der Stein erinnert an den Begründer der theoretischen und mathematischen Physik. Die Stationen stehen für unterschiedliche historische Bezüge: Der Friedhof verweist auf ein Dorf, das nicht mehr besteht, der Gedenkstein auf eine Person aus der Wissenschaftsgeschichte.
Der Prüßnickrundweg setzt einen anderen Akzent: Er lädt zu jeder Jahreszeit zu einer Rast am Ufer des Großen oder Kleinen Prüßnicksees ein. Wer zwischen den beschriebenen Schwerpunkten wählen möchte, findet so einen klaren Unterschied: Am Melliner Rundweg stehen Friedhof und Gedenkstein im Blick, am Prüßnickrundweg die Rast am Seeufer.
Speicher und Dorfkirche
Der restaurierte Getreidespeicher bildet das historische und kulturelle Herzstück des Dorfes. Er stammt aus der Zeit um 1860, ist ein ehemaliges Gut und hat sein ursprüngliches Aussehen weitgehend bewahrt. Zu den Merkmalen des Speichers gehören eine funktionstüchtige Schrotmühle und eine Ausstellung über Kraniche und das Dorfleben. Historische Baugestalt, Mühle und Ausstellung geben dem Gebäude unterschiedliche Facetten.
Die Dorfkirche ist ein einschiffiger, romanisierender Backsteinbau mit Apsis und Westturm. Sie wurde 1860 geweiht; Moritz von Wedel–Parlow ließ sie auf eigene Kosten erbauen. Die Zeitangaben bezeichnen dabei Verschiedenes: Beim Speicher geht es um die Entstehungszeit, bei der Kirche um das Weihejahr. „Romanisierend“ beschreibt eine Gestaltung in Anlehnung an romanische Bauformen; die Angaben zu Schiff, Apsis und Westturm konkretisieren die Bauform der Kirche.
Kraniche im Informationszentrum
Das Kranich-Informationszentrum in Parlow bietet eine Fotoausstellung, einen Film und Informationsmaterial. Damit lässt sich das Kranichthema auch über die Beobachtung in der Umgebung hinaus erschließen: Am Aussichtsturm stehen Landschaft und Tierbeobachtung im Vordergrund, im Informationszentrum Ausstellung, Film und Material. Die beiden Zugänge setzen unterschiedliche Schwerpunkte, ohne dass sie dasselbe Erlebnis beschreiben.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Friedrichswalde.