Wer in Sagritz einen Ort mit Mühlengeschichte sucht, trifft direkt an der Dahme auf die historische Kanow-Mühle. Das Wasser der Dahme treibt sie noch heute an. Mit der Gutsanlage der Familie von Kleist, traditioneller Herstellung und zwei Radwegen, die an der Mühle vorbeiführen, kommen weitere konkrete Themen hinzu. So zeigt sich der Ort aus unterschiedlichen Blickwinkeln: über Mühlenbetrieb, Gutsgeschichte und lokale Handwerksarbeit.
Kanow-Mühle: Wasserkraft und Ölherstellung
Eine Mühle bestand hier bereits im 16. Jahrhundert; erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1527. Seit 1815 befindet sich die Kanow-Mühle in Familienbesitz. Die Jahreszahlen stehen für verschiedene Stationen: 1527 verweist auf die frühe schriftliche Erwähnung, 1815 auf den Beginn des Familienbesitzes. Auch die Produktionsweise macht die Mühle als Handwerksort kenntlich: Speiseöle werden traditionell und handwerklich hergestellt, nicht nach dem Verfahren industrieller Ölmühlen. Die Mühle produziert mehr als 20 verschiedene Sorten kaltgepresster Öle.
Einblick in die Mühle und saisonale Führung
Im Museumsraum können Besucher durch eine Glasscheibe direkt in den Produktionsbereich sehen und die Arbeitsschritte des Ölmüllers beobachten. Wer diesen Einblick mit Informationen zur Mühlengeschichte und Ölherstellung verbinden möchte, kann eine Führung einplanen: Von April bis Oktober findet sie jeden Dienstag um 10 Uhr statt. Zur Führung durch die historische Mühle gehören Einblicke in die traditionelle Ölherstellung und eine Ölverkostung. Da sich der saisonale Termin ändern kann, prüfen Sie vor Ihrem Besuch den aktuellen Ablauf.
Radwege und Fahrräder
Der Gurkenradweg führt direkt an der Kanow-Mühle vorbei. Auch der DahmeRadweg passiert die Mühle; sein Verlauf führt entlang des DahmeMühlenwegs und weiter durch Sagritz. Damit sind zwei Radwege mit einem gemeinsamen Orientierungspunkt verbunden, während der beschriebene Verlauf des DahmeRadwegs zusätzlich durch den Ort weiterführt. Am Gutshof Sagritz gibt es vier Tourenräder mit tiefem Einstieg für Tagestouren. Sie werden in erster Linie an Hausgäste verliehen; erkundigen Sie sich vorab nach der Verfügbarkeit.
Gutshofgeschichte und erkennbare Parkteile
Die Gutsanlage ließ Graf Eduard von Kleist 1840 errichten. Der Gutshof Sagritz ist ein ehemaliges Rittergut der Familie von Kleist. Teile des Parks sind durch die alten Bäume noch gut erkennbar. Damit bietet der Gutshof einen anderen historischen Bezugspunkt als die Mühle: Hier stehen die Gutsanlage und die über die Bäume erkennbare Parkstruktur im Vordergrund. Die beiden Orte lassen sich auch zeitlich unterscheiden: Die erste urkundliche Erwähnung der Mühle stammt aus dem Jahr 1527, die Gutsanlage wurde 1840 errichtet.
Seifen in Handarbeit
Ein weiteres Thema lokaler Herstellung ist die Seifenmanufaktur Gut Sagritz. Sie fertigt Seifen in kleinen Stückzahlen von Hand. Für die Seifen werden ausschließlich Ziegenmilch aus kontrolliert biologischer Haltung, reine Pflanzenöle, nicht gehärtete Pflanzenfette und natürliche ätherische Öle zur Beduftung verwendet. So stehen in Sagritz unterschiedliche Handwerksbereiche nebeneinander: die traditionelle Ölherstellung der Kanow-Mühle und die Herstellung von Seifen in kleinen Chargen.
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