Glienicke/Nordbahn verbindet die Nähe zu Berlin mit ausgedehnten Naturschutzgebieten. Im Kindelwald ist der Ort mit Spaziergängen und Naturbeobachtung verbunden. Zugleich erzählen Bauwerke und Erinnerungsorte von mehreren Kapiteln der Ortsgeschichte. Für die Reiseplanung stehen damit Natur, Architektur und die Geschichte der Teilung als unterschiedliche Themen im Raum.
Natur und Ortsbild
Der Kindelwald ist mit Spaziergängen und Naturbeobachtung verbunden und bietet damit einen anderen Zugang zum Ort als die historischen Gebäude. Auch das Ortsbild lässt sich nicht nur über einzelne Sehenswürdigkeiten erfassen: Gewachsene Alleen und gestaltete Gärten gehören ebenso dazu wie freistehende und Doppelhäuser, Stadtvillen sowie Gründerzeithäuser. Natur und gebaute Ortsgeschichte bilden so zwei verschiedene Perspektiven auf Glienicke/Nordbahn.
Kirche, Marienhof und Rathaus
Die Evangelische Kirche Glienicke/Nordbahn ersetzte 1864 eine Lehmfachwerkkirche von 1705. Der heutige Bau ist im neuromanischen Stil aus hellgelben, unverputzten Birkenwerder Ziegeln errichtet; seit 1997 steht die Kirche unter Denkmalschutz. Stil und sichtbares Ziegelmaterial geben dem Bau eine konkrete architektonische Prägung.
Auch der Marienhof verbindet Baugeschichte mit einer Biografie: Glienickes Architekt Johannes Bendik entwarf das Gebäude, das 1967 errichtet wurde. Seit 1998 ist es als Denkmal geschützt. Walter Felsenstein verbrachte seine letzten acht Jahre am Marienhof. Das historische Rathaus wurde 1932 eröffnet und steht ebenfalls seit 1998 unter Denkmalschutz.
In der Gemeindebibliothek wird ein 3.000 Jahre alter Bronzefund gezeigt. Er eröffnet einen weit früheren Zeithorizont als die Baugeschichte von Kirche, Marienhof und Rathaus. Die Ortsgeschichte lässt sich damit aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: als archäologische Vergangenheit, als Entwicklung von Bauwerken und als Erinnerung an konkrete Ereignisse.
Spuren der Teilung
Orangefarbene Informationstelen markieren in Glienicke die Standorte früherer Grenzanlagen. Der Entenschnabel bezeichnet eine besondere Grenzkonfiguration: Am Sandkrug war auf drei Seiten von der Berliner Stadtgrenze und der Berliner Mauer eingeschlossen. An der Ottostraße erinnert eine Stele an den Aargaard-Tunnel, der unter der Straße in Richtung Hermsdorf verlief. Im März 1963 flohen durch den Tunnel 13 Menschen. Die Informationstelen, die besondere Grenzform und die Tunnelstele zeigen unterschiedliche Aspekte der Grenzgeschichte.
Den Aufenthalt planen
Für Ihre Reiseentscheidung können Sie Naturbeobachtung, Baugeschichte und Grenzerinnerung als unterschiedliche Schwerpunkte betrachten. Auch die Nähe zu Berlin kann in die Zielwahl einfließen. Über Glienicke/Nordbahn hinaus bietet Oberhavel weitere historische Perspektiven: Schloss Oranienburg ist das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg. In Oranienburg informieren die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen in 13 kleineren Dauerausstellungen über verschiedene Aspekte der Geschichte des Ortes und sind zugleich ein modernes zeithistorisches Museum.
Weitere Reiseziele entdecken: Mühlenbecker Land, Oranienburg, Leegebruch, Sonnenberg, Großmutz, Schönermark, Birkenwerder, Liebenwalde.
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