In Kaisermühl erschließen sich Baugeschichte und Kanalquerungen als zwei eng verbundene Themen. Das Gutshaus, das Fachwerkhaus und die alte Eiche setzen unterschiedliche Zeitmarken; Fähre und Fußgänger- und Radwegbrücke zeigen, wie sich die Verbindung über den Oder-Spree-Kanal verändert hat. Für Ihre Reiseplanung lassen sich Ortsgeschichte, Natur am Kanal und die Wege in der Region als eigene Schwerpunkte betrachten.
Häuser, Siedlungsgeschichte und eine alte Eiche
Das historische Gutshaus mit Park, im Volksmund „Schloss“ genannt, wurde zwischen 1790 und 1800 erbaut. Das Fachwerkhaus gilt als ältestes Haus von Kaisermühl; auf seinem Fundament wurde das Hotel Kaisermühle errichtet. Das Hotel und Restaurant „Kaisermühle“ wurde erstmals 1604 erwähnt. Die Jahreszahl bezeichnet eine erste Erwähnung, nicht das Baujahr des Hotels. Ein denkmalgeschütztes Kolonistenhaus aus dem 18. Jahrhundert zeugt von der Ansiedlungszeit.
Auch die Eiche bietet einen konkreten Zeitanker. Die „Alte Eiche“ neben einem Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Kaisermühler wurde am 2. Mai 1872 gepflanzt. Die Eiche, auch „Friedenseiche“ genannt, ist als Naturdenkmal geschützt und gehört zur Art Quercus robur. So begegnen Ihnen im Ortsbild sowohl Baugeschichte als auch ein über Generationen erinnerter Bezug zur Siedlung.
Der Friedrich-Wilhelm-Kanal und seine Querungen
Die Siedlungsgeschichte von Kaisermühl ist eng mit dem Friedrich-Wilhelm-Kanal verbunden, der heute Oder-Spree-Kanal heißt. Die schiffbare Verbindung wurde zwischen 1662 und 1668 fertiggestellt; sie ist etwa 27 Kilometer lang und hat 13 Schleusen. Damit gehört der Kanal nicht nur zur Ortsgeschichte, sondern bietet auch einen größeren historischen Zusammenhang für die Brücken- und Fährgeschichte in Kaisermühl.
Nach der Sprengung der früheren Brücke im April 1945 bestand ab 1945 eine Fähre. Sie beförderte Personen bis 1990 ganzjährig; von 1990 bis November 1999 verkehrte sie nur noch saisonal. Im Sommer 2007 verband eine neue Fußgänger- und Radwegbrücke die zuvor getrennten Teile von Kaisermühl wieder; sie führt über den Oder-Spree-Kanal. Die frühere Fährstelle wurde zu einem Rastplatz umgestaltet.
Am Friedrich-Wilhelm-Kanal bei Kaisermühl wirkt die Wasserlandschaft wie ein verwunschenes Refugium für Pflanzen und Tiere. Die Mönchstour überquert in Kaisermühl den Oder-Spree-Kanal. Im regionalen Umfeld führt außerdem die NEB-Ausflugstour vom Bahnhof Müllrose auf einem mit rotem Balken markierten Rad- und Wanderweg am Friedrich-Wilhelm-Kanal entlang nach Groß Lindow. Die Routen haben unterschiedliche Bezugspunkte: Die Mönchstour quert den Kanal in Kaisermühl, die NEB-Ausflugstour beginnt am Bahnhof Müllrose.
Routen in Müllrose
In Müllrose führt der Drei-Seen-Weg am Großen Müllroser See, am Kleinen Müllroser See und am Katharinensee entlang. Die Strecke ist rund 6 Kilometer lang und beginnt und endet am Marktplatz. Ein anderes Streckenformat bietet der Schlaubetal-Wanderweg: Der vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnete Qualitätswanderweg führt auf 25 Kilometern von Müllrose bis zum Wirchensee durch das Schlaubetal.
Auch eine etwa eineinhalbstündige Paddeltour für die ganze Familie ist in Müllrose beschrieben. Sie führt vom Kleinen Müllroser See über den Oder-Spree-Kanal zum Katharinensee und durch den Katharinengraben. Prüfen Sie die aktuelle Verfügbarkeit der Tour vor Ihrer Planung. Daneben bietet die Bootsvermietung Schlaubetal in Müllrose geführte Paddeltouren mit Transport an; auch deren Verfügbarkeit sollten Sie vorab prüfen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Müllrose.