Ziesar lässt sich mit zwei Schwerpunkten erkunden: mittelalterliche Kirchen- und Kulturgeschichte rund um Burg und Stadtkirche sowie Wege in der Landschaft. Die Burg war eine Residenz der Brandenburger Bischöfe; Naturpark-Rundwanderwege und ein Radweg ergänzen den kulturellen Blick um Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren. Für die Planung hilft es, zuerst zu entscheiden, ob Burg und Kunst oder die Routen draußen mehr Raum erhalten sollen.
Burg Ziesar und mittelalterliche Kunst
Die Burg Ziesar war eine Residenz der Brandenburger Bischöfe und ist das einzige erhaltene Zeugnis der Hofkultur in der spätmittelalterlichen Mark Brandenburg. Seit 2005 befindet sich dort das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters. Seine Dauerausstellung trägt den Titel „Wege in die Himmelsstadt, Bischof-Glaube-Herrschaft 800-1550“ und stellt den Besuch in einen konkreten historischen Rahmen.
Der Jerusalemraum wurde in den 1330er-Jahren errichtet. Dort sind Relikte großflächiger Wandmalereien aus dieser Zeit zu sehen, darunter eine Majestas-Domini-Darstellung und eine großformatige Karte. Diese wurde bisher als Darstellung des Himmlischen Jerusalem gedeutet. So stehen in diesem Raum Bauzeit, Malereien und eine vorsichtig formulierte Bilddeutung nebeneinander.
Der Bergfried Ziesar erreicht 35 m Höhe; 125 Stufen führen zur sogenannten Bischofsmütze, die nach 1528 im Renaissancestil errichtet wurde. Vom Bergfried bietet sich ein Blick über die Stadt und ihre Umgebung. Wenn Sie den Turm einplanen, prüfen Sie die aktuellen Zugangsmöglichkeiten vor dem Besuch.
Stadtkirche und Stadtgeschichte
Die Stadtkirche Heilig Kreuz Ziesar ist eine einschiffige spätromanische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde aus Feldsteinen errichtet und besitzt einen markanten querrechteckigen Westturm.
Auf etwa 200 m² zeigt das Heimatmuseum Ziesar Zeugnisse der historischen Entwicklung der Stadt. Es befindet sich auf dem ehemaligen Wirtschaftshof der Burganlage. Geöffnet ist es jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 17 Uhr; zusätzliche Öffnungen sind nach Absprache mit dem Kultur- und Heimatverein möglich. Prüfen Sie die Öffnungszeiten vor dem Besuch.
Wanderwege und Radroute
Die beiden Naturpark-Rundwanderwege setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Nr. 50 startet in Ziesar und führt über 15 km in die Umgebung des Ackerbürgerstädtchens; Nr. 51 beginnt und endet am Mühlentor und verläuft weitgehend am früheren Ufer des einstigen Sees. Auf Weg 51 wechseln sich Erlenbrüche, Weidengebüsche, Schilfröhrichte, Feuchtwiesen mit seltenen Pflanzen und trockene Böschungen ab.
Für die öffentliche Anreise zum Rundweg 51 können Sie sich an der Verbindung mit dem RE 1 bis Wusterwitz und anschließendem Bus nach Ziesar orientieren; prüfen Sie die Verbindungen vor der Fahrt. Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, findet eine eigene Verbindung: Ein auf der ehemaligen Bahntrasse neu gebauter Radweg verbindet Ziesar mit dem Töpferort Görzke.
Weitere Reiseziele entdecken: Schwielowsee, Niemegk, Brück, Wusterwitz, Wollin, Michendorf, Marquardt, Glindow.
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