Die evangelische Pfarrkirche in Oberliederbach und zwei Routen am Rand des Plangebiets setzen unterschiedliche Akzente für eine Reise nach Liederbach am Taunus. Die Ortsgeschichte reicht von klassizistischer Baukunst und einer historischen Orgel bis zu einem Denkmal für die Toten und Vermissten zweier Weltkriege. Für Ihre Planung lässt sich so zwischen einem kulturgeschichtlichen Schwerpunkt und Pilger- oder Wanderrouten unterscheiden.
Kirche und Ortsgeschichte
Die Evangelische Pfarrkirche wurde 1833–1834 von Eberhard Phil. Wolff als klassizistischer Saalbau mit Einturmfassade und halbrundem Chorschluss errichtet. Der Chorschluss ist aus Freudenberger Sandstein. Als Leseschlüssel für die Architektur helfen die Begriffe selbst: Der Saalbau beschreibt die Grundform, die Einturmfassade die Front mit einem Turm und der halbrunde Chorschluss das Ende des Chorraums. Die Kirche ist aus künstlerischen und geschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal ausgewiesen.
Auf der 1834 von Friedrich Voigt geschaffenen Orgel der Kirche spielte Felix Mendelssohn Bartholdy in den Sommern 1844 und 1845. Vor der Kirche steht außerdem ein Gefallenendenkmal für die Toten und Vermissten des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Auch dieses ist als Kulturdenkmal ausgewiesen, hier aus ortsgeschichtlichen Gründen. Baukunst, Musikgeschichte und Erinnerung stehen damit als unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte nebeneinander.
Pilgerweg und Regionalpark-Rundroute
Die 2004 angelegte Bonifatius-Route ist ein 172 Kilometer langer Pilger- und Wanderweg von Mainz nach Fulda. Sie folgt den Spuren des Leichenzugs des heiligen Bonifatius und verläuft am westlichen und nördlichen Rand des Plangebiets in Oberliederbach. Auch die Regionalpark-Rundroute führt an diesen Rändern entlang. Sie verknüpft 35 Kommunen der Region über die Landschaft, verbindet Erlebnispunkte mit Routenabschnitten, bindet acht Sehenswürdigkeiten ein und erschließt charakteristische Landschaftsräume.
Die beiden Routen unterscheiden sich vor allem durch ihren Schwerpunkt: Die Bonifatius-Route folgt einer konkreten Pilgergeschichte zwischen Mainz und Fulda; die Regionalpark-Rundroute verbindet Kommunen, Erlebnispunkte und Landschaftsräume. Das Plangebiet in Oberliederbach liegt innerhalb des Naturparks Hochtaunus. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Routendetails, damit Ihre Planung zum jeweiligen Weg passt.
Anreise und regionaler Rahmen
Der Liederbacher Bahnhof liegt knapp 600 Meter vom Plangebiet entfernt. Eine Planungsgrundlage aus dem Jahr 2019 nennt dort die Regionalbahn RB 12 auf der Strecke Frankfurt–Königstein. Wenn Sie mit der Bahn anreisen möchten, prüfen Sie vorab die aktuellen Betreiberinformationen.
Im übergeordneten Reiseziel Main-Taunus verbindet der Main-Taunus-Kreis die Weinberge des Oberen Rheingaus mit den Wäldern des Taunus und historischen Sehenswürdigkeiten. Die Hofheimer Altstadt ist von verwinkelten Gassen und historischen Häusern geprägt; Cafés laden dort zu einer Pause ein. Im Stadtmuseum Hofheim umfasst die Dauerausstellung Kunst, Archäologie und Stadtgeschichte.
Eine andere historische Perspektive bietet die Burg Eppstein: Sie birgt mehr als tausend Jahre Geschichte. Ihre Mauern und Anlagen sowie das Burgmuseum zeigen, wie Menschen in der Region lebten und sich verteidigten. So unterscheiden sich die regionalen Schwerpunkte klar: Hofheim verbindet Altstadt und Sammlungsbereiche, während Eppstein Burganlage und Museumsgeschichte in den Mittelpunkt stellt.
Weitere Reiseziele entdecken: Lorsbach, Hochheim Am Main, Eppstein, Hofheim Am Taunus, Bad Soden Am Taunus, Hattersheim Am Main, Kelkheim, Kriftel.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Main-Taunus.