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Ein Chorturm mit Zinnen und Schießscharten, die Sauerteigbrot-Tradition in zwei Backhäusern und jährlich wiederkehrende Feste geben Mardorf ein vielschichtiges Kulturprofil. Die Pfarrkirche St. Hubertus erzählt von mehreren Bauphasen; Rad- und Wanderangebote lassen sich nach ihrer jeweiligen Strecke und Ausrichtung unterscheiden.

St. Hubertus: Wehrturm und barockes Langhaus

Das barocke Langhaus der Pfarrkirche St. Hubertus stammt aus den Jahren 1713 bis 1722. Der erhaltene Chorturm ist deutlich älter: Er geht auf das 13. Jahrhundert zurück und wurde um 1400 bis 1420 zu einem Wehrturm ausgebaut. Gusserker, Zinnen und Schießscharten weist er weiterhin auf. Die unterschiedlichen Bauphasen machen die Entwicklung des Kirchenbaus nachvollziehbar: Auf den mittelalterlichen Turm folgte das barocke Langhaus, während der Ausbau zur Verteidigungsanlage eine weitere Schicht hinzufügte.

Auch die Wandmalereien in der Chorturmkapelle stammen aus dem Mittelalter. Der historische Kirchhof bildete gemeinsam mit dem mittelalterlichen Wehrturm eine durch Mauern befestigte Anlage. Baukörper, Innenausstattung und Befestigung stehen damit für unterschiedliche Aspekte der Geschichte von St. Hubertus.

Jährliche Feste und lebendige Backtradition

Die Fronleichnamsprozession findet in Mardorf bis heute jedes Jahr statt. Sie gilt als besonders aufwändig und herausragend und zieht viele Gäste von außerhalb an. Ein weiterer wiederkehrender Termin ist der Erfurtshäuser Ostereiermarkt: Seit über 40 Jahren findet er am Wochenende vor Ostern im Bürgerhaus Mardorf statt. Zum Markt gehören jährlich wechselnde Sonderausstellungen. Weil sich sein Termin nach dem Osterwochenende richtet, empfiehlt es sich, das jeweilige Datum bei der Reiseplanung zu prüfen.

Die Backhausgemeinschaft Mardorf e.V. erhält die lebendige Tradition des Sauerteigbrotbackens in den beiden Mardorfer Backhäusern und gibt das entsprechende Wissen weiter. Bei der Gemeinschaft kann man sich außerdem für einen Brotbackkurs anmelden, in dem die Kunst des Sauerteigbrotbackens vermittelt wird. Wenn Sie den Kurs in Ihren Aufenthalt einplanen möchten, klären Sie den konkreten Termin vorab.

Ein weiterer lokaler Anlaufpunkt ist die Viehwaage in der Neuen Gasse. Sie wurde mithilfe von EU-Geldern zu einem Infopunkt ausgebaut. Backhäuser, Kursangebot und Infopunkt ergänzen die Kirchen- und Festtraditionen um handwerkliche und orientierende Aspekte des Ortes.

Radwege und Pilgerroute

Der Lange-Hessen-Radweg verläuft durch die Gemarkungen Mardorf und Roßdorf. In Mardorf wurde ein mehr als 700 Meter langer Lückenschluss auf einem kombinierten Landwirtschafts- und Fahrradweg ausgebaut. Der Weg war zuvor mit einer Schotterdecke versehen und erhielt eine Asphaltdecke. Die Längenangabe und der Ausbau beschreiben diesen Abschnitt in Mardorf.

Eine andere Wegorientierung bietet der Elisabethpfad 2: Sein offizieller Abstecher führt nach Mardorf und ist zugleich ein Weg der Jakobspilger. Damit verbindet er den Ortsbezug mit der Pilgertradition. Radweg und Pilgerpfad stehen für unterschiedliche Arten, Wege in die eigene Reiseplanung einzubeziehen.

Wandern im übergeordneten Raum Amöneburg

Im übergeordneten Raum Amöneburg gibt es mehrere Wanderangebote mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein Premium-Spazierwanderweg führt durch das Naturschutzgebiet Amöneburg und bietet Ausblicke in das Ohmtal und zum Vogelsberg. Die fünf Kilometer lange Geotour Stock & Stein führt rund um ehemalige Vulkanschlote. Der einfache, zwölf Kilometer lange Rundwanderweg Kreuz & Quer verläuft zum Schweinsberger Moor, am Schweinsberger Schloss vorbei und entlang der Ohm.

Die Geotour und Kreuz & Quer unterscheiden sich sowohl in der Länge als auch in ihren beschriebenen Zielen: Hier stehen ehemalige Vulkanschlote, dort Moor, Schloss und Ohm im Mittelpunkt. Wer Wanderungen in die Planung einbezieht, kann so zwischen einem kürzeren geologischen Thema und einem längeren Rundweg mit mehreren genannten Stationen wählen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amöneburg.

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