Der Perfstausee liegt direkt am Ortsrand von Breidenstein und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Schlossensemble, historische Bauwerke und ein aktives Backhaus setzen dazu eigene kulturelle Akzente. So bietet Breidenstein unterschiedliche Themen für die Reiseplanung – von Freizeit am Wasser bis zu Bau- und Ortsgeschichte.
Perfstausee, Naturschutzgebiet und Wege
Am Perfstausee können nicht motorisierte Boote und Stand-up-Paddleboards genutzt werden. In Biedenkopf gehören außerdem ein Beachvolleyballfeld und eine Disc-Golf-Anlage zu den Freizeitmöglichkeiten am See. Dabei lohnt der Blick auf die genaue räumliche Abgrenzung: Ein Abschnitt des Perfstausees gehört zum Naturschutzgebiet „Im Wehr bei Breidenstein“. Es bietet besonders Wasservögeln geschützten Lebensraum; nicht der gesamte See ist damit als Naturschutzgebiet bezeichnet.
Einige Angebote am See sind zeitlich einzuordnen. 2024 gab es dort eine Discgolf-Möglichkeit; die benötigten Frisbees wurden in der Gaststätte „Seeblick“ bereitgehalten. Ebenfalls 2024 hielt ein Automat auf dem Gelände fünf Stand-up-Paddle-Boards zur Ausleihe bereit, außerdem gab es ein Zweier-Kajak. Prüfen Sie vor der Reise, ob diese Ausleihen und Angebote aktuell verfügbar sind.
Als weitere Perspektive führt die Rotary-Hinterland-Tour durch Laubwald weiter zum Perfstausee bei Breidenstein. Der See ist damit nicht nur ein Ziel für Aktivitäten direkt am Wasser, sondern auch der Endpunkt einer beschriebenen Route.
Schlossensemble und Baugeschichte
Am Ortsrand von Breidenstein liegt auf einem langgestreckten Bergsporn, den die Perf umfließt, das Schlossensemble. Dazu gehören eine Burgruine, ein Barockschloss und eine späthistoristische Villa. Das heutige, auch Unteres Schloss genannte Schloss wurde zwischen 1712 und 1714 von der Familie von Breidenbach zu Breidenstein im Barockstil erbaut. Damit stehen im Ensemble unterschiedliche bauliche Bestandteile neben einem Schloss mit klar benannter Bauzeit und Stilrichtung.
Auch die Kapelle hat eine lange Baugeschichte: Mit ihrem Bau wurde 1592 begonnen, 1792 wurde sie erweitert. Ein weiteres Detail ist der Komp mit seinen zwei gusseisernen Ausläufen und einem integrierten Springbrunnen. Blumen und eine Bank gestalten das Umfeld; Wanderer nutzen es gern als Rastplatz. Diese Elemente erzählen auf unterschiedliche Weise von der Ortsgeschichte: durch Bauphasen, erhaltene Ausstattung und einen Platz, der auch als Rastpunkt dient.
Ortsleben und Aktivitäten am Endenberg
Das Backhaus wird nach wie vor angeheizt und zum Backen genutzt. Die Tradition soll an kommende Generationen weitergegeben werden. Diese fortgesetzte Nutzung unterscheidet das Backhaus von den historischen Bauwerken: Hier steht nicht allein die Entstehungsgeschichte im Vordergrund, sondern auch eine ausdrücklich weitergeführte Praxis.
Am 535 Meter hohen Gipfel des Endenbergs können Gleitschirmflieger ins Lahntal nach Wittgenstein fliegen. Der Verein der Drachen- und Gleitschirmflieger Bad Laasphe betreibt dort Gleitschirm- und Drachenflugsport; bei der Paraglidingschule Ederbergland kann man das Gleitschirmfliegen erlernen. Wenn Sie Flug- oder Lernangebote einplanen möchten, klären Sie die aktuellen Termine und Möglichkeiten vorab. So bleibt dieses Thema klar von den ruhigeren Anlaufpunkten am See und am Komp unterschieden.
Biedenkopf: ein eigener Kulturkontext
Auch Biedenkopf bietet einen eigenständigen historischen Schwerpunkt. Das Landgrafenschloss Biedenkopf wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von Heinrich III. zu Hessen-Marburg erbaut und zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern Hessens. Im Schloss befindet sich das Hinterlandmuseum, das 1908 als Regionalmuseum gegründet wurde. Seine Themen umfassen die Industrie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Handwerksgeschichte ebenso wie Trachten-, Wohn- und Alltagskultur. Ein bauhistorischer Rundgang führt durch das gesamte Schloss und erläutert die Besonderheiten des Bauwerks. Für aktuelle Termine sollten Sie die Veranstaltungsangaben vorab prüfen.
Ein anderer Zugang zur Geschichte ist die etwa zweistündige Stadtführung zur Baugeschichte Hessens am Beispiel Biedenkopfs. Sie schließt eine Einführung in das Lesen eines mittelhessischen Fachwerkhauses ein. Die Führungen sind saisonal für Sonntage vorgesehen; stimmen Sie Termine mit dem Guide ab. Im Schenkbarschen Haus in Biedenkopf sind die Innenräume des ältesten Hauses der Stadt und seine Ikonensammlung nach Terminvereinbarung zugänglich; feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Der fünfstöckige Fachwerkbau verbindet mehrere Bauphasen: Die beiden unteren Stockwerke stammen aus dem Jahr 1491, die drei oberen wurden 1610 von Amtmann Schenkbar aufgesetzt.
In Biedenkopf-Eckelshausen setzt der Schartenhof einen weiteren kulturellen Akzent. Der über 300 Jahre alte Fachwerkbau zählt zu den historisch bedeutsamen Fachwerkbauten der Region Marburg-Biedenkopf und dient heute als Zentrum für Kreativität, Kunst, Kultur und Musik. Dort gibt es außerdem ein Marionettentheater mit Aufführungen klassischer Opern. Prüfen Sie vor einem geplanten Besuch die aktuellen Aufführungstermine.
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