Willingshausen verbindet die Geschichte einer Künstlerkolonie mit kurzen Rundwanderwegen durch das Malerdorf und seine Umgebung. Die Künstlerkolonie wurde 1824 gegründet. Heute gehören dazu unterschiedliche Blickwinkel: Sammlungen und Ausstellungen, ein Kunststipendium und die KuKuKs-Wege. Wer Kultur mit einer Runde zu Fuß verbinden möchte, kann zwischen einem Weg durch den Ort und dem lila Weg bis ins Tal der Antreff unterscheiden.
Künstlerkolonie: Kunst, Tracht und Handwerk
Das Museum Malerstübchen in Willingshausen vermittelt Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zeigt Gemälde mit Motiven der Schwälmer Tracht. Der Verein Malerstübchen Willingshausen e. V. besitzt außerdem eine Sammlung von Grafiken und Gemälden aus allen Epochen der Künstlerkolonie. Die beiden Schwerpunkte ergänzen einander: Im Museum stehen bestimmte Jahrhunderte im Mittelpunkt, während die Sammlung die gesamte zeitliche Spannweite der Kolonie umfasst.
Im Malerstübchen ist auch bäuerliche Schwälmer Handwerkskunst zu sehen, darunter Weißstickerei sowie Arbeiten rund ums Stricken und Spinnen. Fachkundige Führungen umfassen Vorträge über die Malerkolonie und ihre Künstler, Schwälmer Brauchtum sowie Handwerkskunst und Weißstickerei. So reicht der Blick über Gemälde hinaus zu den handwerklichen Traditionen der Schwalm.
Kunstorte und Stipendium
In der Kunsthalle neben dem Gerhardt-von-Reutern-Haus finden mehrmals im Jahr Kunstausstellungen statt. Im Weltkulturhaus, dem Gerhardt-von-Reutern-Haus, gibt es regelmäßig Kunst- und Kulturveranstaltungen sowie Kurse und Workshops. Seit 2019 findet jeweils im Juli in Willingshausen ein Internationales Malersymposium statt. Wenn Sie Ihre Reise auf eine bestimmte Ausstellung oder Veranstaltung ausrichten möchten, prüfen Sie vorab den aktuellen Termin.
Das Kunststipendium Willingshausen ergänzt die Kunstgeschichte um ein Format für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Seit 1996 kommen jährlich zwei Studierende oder junge Absolventinnen und Absolventen von Kunsthochschulen und Akademien in die Künstlerkolonie. Ihr Aufenthalt dauert jeweils drei Monate und liegt entweder von Februar bis April oder von September bis November. Währenddessen leben sie im denkmalgeschützten Hirtenhaus und arbeiten in den Atelierräumen des Gerhardt-von-Reutern-Hauses. Am Ende stehen eine Ausstellung in der Kunsthalle Willingshausen und ein Katalog. Das Stipendium verbindet damit die Geschichte der Kolonie mit der Förderung junger Kunst.
Zu Fuß: durchs Dorf oder bis ins Antrefftal
Die KuKuKs-Wege, die Willingshäuser Kunst- und Kulturrouten, sind leichte, verhältnismäßig kurze Rundwanderwege durch das Malerdorf und die nähere Umgebung. Der lila KuKuKs-Weg führt durch Willingshausen bis ins Tal der Antreff. Der KuKuKs-Weg IM DORF führt ebenfalls durch das Malerdorf. Für die Wahl zwischen den beiden Beschreibungen ist damit ein konkreter Unterschied gegeben: Beim lila Weg reicht der Verlauf ausdrücklich bis ins Antrefftal, während IM DORF den Verlauf durch den Ort benennt.
Die Wege bieten eine andere Perspektive auf Willingshausen als die Sammlungen und Kunstveranstaltungen. Sie können deshalb bei der Reiseplanung neben dem kulturellen Schwerpunkt stehen: Wählen Sie eine Runde, deren beschriebener Verlauf zu Ihrem Interesse am Dorf oder am Antrefftal passt.
Im übergeordneten Reiseziel Schwalm-Eder-Kreis
Der Schwalm-Eder-Kreis erweitert den Blick über Willingshausen hinaus. Zu seinem Landschaftsprofil gehören Mittelgebirgslandschaften rund um Knüll, Kellerwald und Habichtswald. Andere Kulturthemen finden sich etwa im Museum der Schwalm in Schwalmstadt-Ziegenhain: In einer rekonstruierten Töpferwerkstatt zeigt es die in der Region gebräuchliche Keramik und Töpferware. Außerdem beherbergt das Museum ein großes Modell der Wasserfestung Ziegenhain in ihrem Zustand von 1761, nach der Beschießung im Siebenjährigen Krieg.
Eine weitere eigenständige Möglichkeit im Schwalm-Eder-Kreis ist der Schwalm-Radweg. Er ist rund 100 Kilometer lang und führt bis zur Mündung der Schwalm in die Eder kurz vor Felsberg. Der Weg verläuft überwiegend auf asphaltierten oder befestigten Wegen durch Flusslandschaften mit Wiesen, Feldern, Dörfern und Fachwerkstädtchen. Als Bahn-Anreisemöglichkeiten zum Radweg sind Felsberg-Gensungen und Schwalmstadt-Treysa genannt; prüfen Sie für konkrete Fahrten die aktuellen Fahrpläne.
Weitere Reiseziele entdecken: Merzhausen, Felsberg, Schwalmstadt, Edermünde, Gudensberg, Gilserberg, Niedenstein, Melsungen.
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