Eine ehemalige Wassermühle, ein geschlossenes Hofensemble und mehrere markante Jahreszahlen prägen den historischen Schwerpunkt Lehnhausens. Die Ortsgeschichte lässt sich anhand konkreter Gebäude und überlieferter Ereignisse nachvollziehen. Ein Ausgangspunkt dafür ist die ehemalige Dorfmühle in der Hofanlage Hauptstraße 1, die als Kulturdenkmal eingetragen ist.
Die ehemalige Dorfmühle und ihr Hof
Zu dem dem Kloster Haina lehnsrührigen Hof gehörte spätestens seit 1556 eine vom Holzbach gespeiste Wassermühle. Der Mühlenbetrieb endete in den 1960er-Jahren. Erhalten ist ein geschlossenes Bauensemble aus Fachwerkwohnhaus, Fachwerkscheune und Fachwerkstall aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert sowie einer Ziegelscheune aus dem 20. Jahrhundert. Die Gebäude erzählen damit von unterschiedlichen Bauzeiten innerhalb derselben Hofanlage. Für die historische Einordnung gehören beide Aspekte zusammen: die lange belegte Mühlengeschichte und das erhaltene Ensemble, dessen Mühle nicht mehr betrieben wird.
Jahreszahlen der Lehnhausener Geschichte
Lehnhausen wurde 1240 erstmals in Verträgen zur Besitzübertragung zwischen den Ziegenhainer Grafen und den Mönchen des Klosters Aulisburg in Haina urkundlich erwähnt. Ein Bericht über einen Großbrand hält fest, dass der Ort 1664 vollständig abbrannte. Beide Daten markieren unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte: die frühe urkundliche Erwähnung und eine später berichtete Zerstörung.
Ein weiteres Kapitel ist mit dem Bau der Edertalsperre verbunden. Nachdem die Gemeinde Asel zwischen 1909 und 1914 wegen des Baus umgesiedelt worden war, kaufte Lehnhausen deren Kirche und baute sie 1915 als Schule wieder auf. 1960 wurde in Lehnhausen eines der ersten Dorfgemeinschaftshäuser des ehemaligen Landkreises Frankenberg errichtet. Zusammen mit der Mühlengeschichte ergeben diese Stationen einen Zugang zu verschiedenen Abschnitten der lokalen Vergangenheit, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.
Wege und Kultur im übergeordneten Reiseziel Gemünden (Wohra)
Im übergeordneten Reiseziel Gemünden (Wohra) führt der Kunst- und Erlebnispfad auf einem etwa 2,3 Kilometer langen Fußweg durch die Stadt. Seine Stationen behandeln Natur, Spiel, Sport, Spaß und lokale Geschichte. Der Weg verläuft in zwei Abschnitten: vom Alten Bahnhof zum Kälberborn und anschließend über die Neustadtstraße zur Wohra. Von dort führt er flussabwärts bis zum Sportplatz, Schwimmbad und zur Aumühle.
Eine längere Wegoption in Gemünden (Wohra) ist die mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnete Extratour Galgenberg. Sie ist 13,5 Kilometer lang und bietet Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten. Die beiden Längen unterscheiden den Umfang dieser Angebote; vor dem Aufbruch sollten Sie die Routendetails vor Ort prüfen.
Auch in der Stadtgeschichte Gemündens finden sich klar einzuordnende Bauwerke. Der Hexenturm ist der einzige erhaltene der ehemals vier Halbschalentürme der Stadtmauer und diente früher als Wachturm. Der Kern der Gemündener Stadtkirche entstand zwischen 1431 und 1485. Diese historischen Stationen ergänzen die Ortsgeschichte Lehnhausens um eigene Beispiele aus dem übergeordneten Reiseziel.
Bei gutem Wetter können Gäste in der Sternwarte Gemünden auf dem Gänseberg Sterne und Himmelsobjekte durch ein Teleskop beobachten. Für eine Radroute lässt sich ebenfalls ein Halt einplanen: Wer auf dem Ohm-Eder-Radweg oder dem Wiera-Wohra-Radweg unterwegs ist, kann in Gemünden (Wohra) einkehren. Der Wiera-Wohra-Radweg führt durch Schiffelbach nach Gemünden an der Wohra.
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