In Berumerfehn erzählen Moor, Wasserwege und historische Gebäude von der Besiedlung und Nutzung der Landschaft. Das Wald- und Moormuseum befindet sich in einem früheren Dorfschulgebäude am Rand des Hochmoores, direkt am Wald. Seine Themen reichen von der Entstehung des Moores und dem Torfabbau bis zur Besiedelung Berumerfehns sowie Umwelt- und Naturschutz.
Moor und Fehnkultur im Museum
Die Themen des Wald- und Moormuseums geben verschiedene Blickwinkel auf Berumerfehn: Das Moor ist sowohl Landschaft als auch Teil der Ortsgeschichte, während Torfabbau und Besiedlung die menschliche Nutzung einordnen. Umwelt- und Naturschutz ergänzen diese historischen Perspektiven. Wer sich besonders für die Zusammenhänge zwischen Naturraum und Geschichte interessiert, findet hier einen passenden inhaltlichen Schwerpunkt.
Für Schulklassen und Gruppen werden Führungen nach Absprache angeboten. Stimmen Sie einen gewünschten Termin deshalb vorab ab. Der Museumsstandort am Übergang von Hochmoor und Wald macht zugleich die Landschaftsbezüge vor Ort anschaulich, ohne dass Natur und Ortsgeschichte getrennt betrachtet werden müssen.
Wasserwege und technische Geschichte
Der Berumerfehnkanal wurde ab 1794 gegraben, damit Torf auf dem Wasserweg nach Norden transportiert werden konnte. Zur technischen Geschichte gehört auch der Höhenunterschied zwischen Moor und Norder Galgentief: Der Wasserstand im Berumerfehner Moor lag zehn Meter höher als der Wasserspiegel des Norder Galgentiefs. Für die Torfschifffahrt waren deshalb Kammerschleusen notwendig, die Verlaate genannt wurden. Diese Verbindung von Landschaft und Wasserbau macht deutlich, welche baulichen Lösungen der Torftransport erforderte.
Auf der Mittelwieke können Ausflugsfahrten mit dem historischen Torfschiff „Selika“ unternommen werden. Eine Fahrt auf dem Wasser setzt damit einen anderen Schwerpunkt als die Beschäftigung mit Kanalbau und Schleusen: Hier steht das historische Schiff als Teil der örtlichen Fehnkultur im Mittelpunkt.
Mühle, Kompaniehaus und weitere Zeugnisse
Die Rote Mühle Berumerfehn ist ein zweistöckiger Galerieholländer mit einer Firsthöhe von 20,50 Metern. Sie wurde 1937 unter Verwendung von Teilen einer Mühle aus Carolinensiel neu errichtet und wird weiterhin zum Mahlen von Getreide für Viehfutter genutzt. Ihre Baugeschichte und ihr heutiger Zweck gehören zu unterschiedlichen Kapiteln: Die Teile aus Carolinensiel verweisen auf den Wiederaufbau, während das Mahlen die fortgesetzte Nutzung beschreibt.
Auch das Kompaniehaus verbindet Bau- und Sozialgeschichte. Das heutige Haus wurde 1830 zur Erholung der Gesellschafter der Norder Fehn-Societät errichtet, nachdem diese ihre halbtägige Reise von Norden nach Norderfehn zurückgelegt hatten. Es steht unter Denkmalschutz. Der Eiskeller diente vor mehr als 100 Jahren dazu, Getränke und Lebensmittel des Kompaniehauses zu kühlen. Die Dorfkirche, auch Berumerfehner Kirche genannt, wurde 1895 fertiggestellt.
Zu Fuß oder mit dem Rad
Wer Berumerfehner Wald bei einem Spaziergang zu Fuß erkunden möchte, findet dort einen eigenen Zugang zur Landschaft. Im Wald steht an einem kleinen See außerdem das Denkmal Norder Fehngesellschaft, das an die Gründer des Norder Vehns erinnert. Es verbindet den Naturraum mit der Geschichte der Gesellschaft, die auch beim Kompaniehaus eine Rolle spielt.
Als Radoption führt die 32 Kilometer lange „Ewiges Meer Route“ rund um die einstige Ausdehnung dieser Hochmoorregion. Der Pfahlgott Berumerfehn steht am Weg der Rundroute und kennzeichnet zehn Tafelstandorte mit Wissenswertem über das Moor und seine Geschichte. So können Sie zwischen einem Spaziergang im Wald und einer thematisch ausgerichteten Radrunde wählen; die Route und die Tafelstandorte setzen dabei einen eigenen Schwerpunkt auf die Moorlandschaft.
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