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Große Höfe auf Warften, ein Feuchtbiotop mit Bedeutung für Vögel und ein Lehrpfad durch Küstenlandschaften: Ostermarsch bietet konkrete Anknüpfungspunkte für eine Reise, bei der Natur und Siedlungsgeschichte im Mittelpunkt stehen. Der Vogelpfad verbindet diese Themen mit Eindrücken von der ostfriesischen Seemarsch und dem Wattenmeer.

Warftenlandschaft und Vogelwelt

Große Höfe, die häufig auf Warften liegen, kennzeichnen Ostermarsch. Wegen des Anstiegs des Meeres mussten die Warften mehrfach erhöht werden. So lässt sich die Siedlungsform mit der Entwicklung der Küstenlandschaft zusammendenken. Ein konkreter Naturort ist das Feuchtbiotop Petersbörg im Bereich Altendeich: Es liegt 300 m nördlich der Hofanlage Petersbörg und wurde im Oktober 1991 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Es ist für die Wasservogelwelt von großer Bedeutung und dient verschiedenen Watvögeln der Außendeichbereiche, Wiesenvögeln und nordischen Durchzüglern als Rast-, Nahrungs- und Rückzugsgebiet.

Der Vogelpfad Ostermarsch

Der „Vogelpfad Ostermarsch“ ist ein rund 7,5 km langer Lehrpfad mit neun Stationen. Er führt von der früheren Dorfschule am Otto-Leege-Platz in Ostermarsch zur Beobachtungshütte am Norddeicher Osthafen. Dabei vermittelt er Eindrücke vom ursprünglichen Küstendorf, von der ostfriesischen Seemarsch und von der Nordseeküste mit dem Wattenmeer. Die neun Stationen gliedern die Themen entlang des Weges und verbinden Ortsgeschichte mit Küstenlandschaft.

Am Norddeicher Osthafen liegt in der näheren Umgebung von Ostermarsch eine vor Wind und Regen geschützte Vogelbeobachtungsstation mit Weitsicht bis zur Insel Norderney. Informationstafeln und ein Spektiv ermöglichen Einblicke in die Vogelwelt des Wattenmeeres; die Station ist Teil des Vogelpfads. Damit ergänzen sich auf dem Lehrpfad Landschaftseindrücke und die Möglichkeit, sich mit der Vogelwelt zu beschäftigen.

Gehöftwurten und Deichgeschichte

In Ostermarsch sind drei unbewohnte mittelalterliche Gehöftwurten erhalten. Auf jeder der erhaltenen Gehöftwurten sind zwei sichtbare Siedlungshorizonte zu erkennen, die ungefähr aus dem 12. bis 13. Jahrhundert n. Chr. stammen. Dazwischen liegt jeweils eine etwa 0,50 m mächtige Kleiauftragung. Diese Schichten machen die lange Siedlungsgeschichte an konkreten baulichen Spuren nachvollziehbar.

Die älteste bei der Geländekartierung in diesem Gebiet erfasste Deichlinie ist die Deichlinie Süderhaus. Der erste Deich verlief 1 km südlich und parallel zur heutigen Ostermarscher Landstraße und verband die alten Warften „Sieltog“ und „Süderhaus“. Eine weitere prägende Veränderung war die größere Bedeichung von 1576: Sie bildete zwischen der Lintelermarsch und der Hagermarsch einen großen, fast 10 km langen und ¾ bis 1 km breiten Polder, an dem Ostermarsch mit etwa einem Drittel seiner Länge beteiligt war. Zusammen zeigen diese Angaben, wie eng die Ortsgeschichte mit Warften, Deichen und der Formung der Marschlandschaft verbunden ist.

Anreise und Unterkunftssuche

Ostermarsch ist mit der Buslinie 413 auf der Verbindung Norden/Norddeich–Dornumersiel an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Wenn Sie eine Ferienwohnung in Ostermarsch suchen, können Sie die Ortswahl an Ihren Interessen ausrichten: Der Vogelpfad und das Feuchtbiotop stehen für Natur- und Küstenthemen, während Warften und Deichlinien den historischen Schwerpunkt bilden. So lässt sich vor der Buchung abwägen, ob diese Verbindung von Landschaft und Geschichte zu Ihren Reiseplänen passt.

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