Steinau lässt sich an seinen Entwässerungskanälen entlang der Straßen erkennen, die Ortsbild und Landschaft prägen. Auch die Geschichte der Kirche St. Johannes der Täufer reicht weit zurück: Sie wurde 1835 als Fachwerkbau errichtet und bereits 1245 als Sendkirche erwähnt.
Ortsbild und südliche Landschaft
Ein Siedlungskern um die Kirche in Lauentheil und Glind gehört ebenso zum Ortsbild wie die ausgedehnte Bebauung entlang der Straßen. Im Süden ist der Hadelner Kanal von Deichen und Treidelwegen begleitet. Moor- und Waldgebiete liegen südlich und südwestlich von Steinau. So stehen neben den straßenbegleitenden Kanälen ein eigener, vom Kanal geprägter südlicher Landschaftsraum.
Die Alte Aue bietet einen weiteren konkreten Naturbezug: Das Projektgebiet Steinau–Alte Aue liegt südwestlich von Steinau zwischen Lauentheil und Süderwesterseite. Es gilt als Wiesenbrüter-Brutgebiet von landesweiter und lokaler Bedeutung. Der Sietland ist zudem ein traditionelles Brutgebiet für Kiebitze, Rotschenkel, Große Brachvögel und Bekassinen.
Bei Steinau-Norderende wurden zwischen 2018 und 2020 artenreiches Marschgrünland und traditionelle Grabensysteme wiederhergestellt. Zusammen mit den Entwässerungskanälen und den Landschaftsmerkmalen im Süden prägt auch die Pflege von Marsch und Gräben den Naturbezug des Ortes.
Kirche, Baugeschichte und Kultur
Eine historische Nennung aus dem Jahr 1245 führt die Kirche in Steinau, damals Stenove, als Sendkirche auf und beschreibt sie als eine der älteren Kirchen im Sietland. Der heutige Fachwerkbau wurde 1835 errichtet. Zur Ausstattung gehört ein hölzerner Taufstein mit einer auf 1733 datierten Zinnschale. Die Jahreszahl bezieht sich auf die Schale, nicht auf das Kirchengebäude.
Auch die Orgel hat ihre eigene Geschichte: Georg Wilhelm baute sie 1839; 1991 wurde sie von Hillebrand restauriert. Sie gilt als spätes Beispiel des norddeutschen Orgelbaus. Baujahr, Taufsteinschale und Orgelgeschichte markieren damit verschiedene historische Zeitpunkte und einzelne Aspekte der Kirche.
Das Kulturprogramm reicht über die Kirchengeschichte hinaus. Der Kleine Kulturkreis Steinau organisiert Kabarett, Theater und Lesungen. Im Holzschuhmacherhaus finden gelegentlich kleine Kunstausstellungen statt. Als jährliches Pfingstfest wird der Steinauer Frühtanz gefeiert. Wenn Sie Ihre Reise auf dieses Fest ausrichten möchten, prüfen Sie vorab den konkreten Veranstaltungstermin.
Brauhaus und Steinauer Bier
Im Steinauer Brauhaus befindet sich eine Brauanlage zum Brauen, Gären, Abfüllen und Kühlen von Bier. Zum Brauhaus führt ein barrierefreier Zugangsweg. An der Vorderseite ist ein Snackautomat angebracht, der für alle zugänglich ist, auch für vorbeifahrende Radfahrende. Das Steinauer Bier wird unter dem Namen Alte Aue produziert; dazu zählen Pils und Weizen. So stehen im Brauhaus eine technische Ausstattung, ein benanntes lokales Produkt und ein konkretes Angebot für Vorbeikommende nebeneinander.
Für die Reiseplanung ergeben sich damit unterschiedliche lokale Schwerpunkte: die Landschaft rund um Kanäle und Marsch, die Geschichte der Kirche sowie Kulturveranstaltungen und das Brauhaus. Welche davon Sie in den Mittelpunkt stellen, hängt davon ab, ob Sie sich besonders für Natur, Baugeschichte oder das örtliche Kultur- und Bierangebot interessieren.
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