Rund 150 m liegen die beiden Gräber des Gräber-Ensembles Huntlosen auseinander; ihre unterschiedlichen Formen führen in verschiedene vorgeschichtliche Epochen. Zusammen mit der St.-Briccius-Kirche, dem Huntloser Moor und dem Hegeler Wald bietet der Ort klar unterscheidbare Kultur- und Naturthemen. So können Sie für Ihren Aufenthalt zuerst entscheiden, ob Baugeschichte, Archäologie oder Landschaft im Mittelpunkt stehen soll.
Anreise und Aufenthaltsplanung
Am Bahnhof Huntlosen stehen Fahrradstellplätze und Parkplätze für Autos zur Verfügung. Die Stationsausstattung kann sich vorübergehend ändern; prüfen Sie diese Angaben deshalb kurz vor Ihrer Anreise.
Bei der Suche nach einer Ferienwohnung können Sie den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts festlegen: Huntlosens Ortsgeschichte und Landschaft oder zusätzliche Ziele im übergeordneten Reiseziel Großenkneten. So bleibt die Wahl des Aufenthaltsorts an Ihren Reiseinteressen orientiert.
Kirchengeschichte und vorgeschichtliche Gräber
Die St.-Briccius-Kirche in Huntlosen wurde etwa um 1250 durch einen Neubau ersetzt. Dieser war zunächst einschiffig und turmlos und in drei quadratische Joche gegliedert. Ein Joch bezeichnet einen Abschnitt im Kirchenraum; die Angabe beschreibt also die frühe Gliederung des Baus in drei quadratische Raumabschnitte. Damit sind nicht nur ein ungefährer Zeitpunkt, sondern auch die damalige Grundform benannt.
Das Gräber-Ensemble Huntlosen umfasst ein jungsteinzeitliches Megalithgrab und ein Hügelgrab aus der Bronze- beziehungsweise Eisenzeit. Die beiden liegen rund 150 m voneinander entfernt. Die Grabformen und ihre zeitliche Einordnung unterscheiden sich damit deutlich: Das Ensemble verbindet eine jungsteinzeitliche Grabstätte mit einem Hügelgrab aus einer späteren Epoche. Für den Blick auf die Vorgeschichte sind beide Aspekte wichtig, nicht nur die räumliche Nähe.
Moor, Wald und Lernen in der Landschaft
Das Huntloser Moor ist ein 150 ha großes Schutzgebiet. In ihm wird ein Moor gepflegt und entwickelt, das im Urstromtal der Hunte entstand. Das heutige Huntloser Moor besteht im Wesentlichen aus einem Birken-Erlen-Bruchwald. In einigen feuchten Kuhlen können sich punktuell mehr moortypische Pflanzen und Tiere entwickeln. Diese Habitatbeschreibung gibt dem Moor einen konkreten Naturakzent.
Der Hegeler Wald ist ein 765 ha großes Waldgebiet im Ortsteil Huntlosen der Gemeinde Großenkneten. Das Waldgebiet gehört teilweise zum Landschaftsschutzgebiet LSG 037. Damit stehen in Huntlosen sowohl das feuchte, von Bruchwald und Kuhlen geprägte Moor als auch ein großes Waldgebiet als unterschiedliche Landschaftsthemen im Blick.
Am Lernstandort Huntlosen nutzt das RUZ Hollen die schulortnahe Umgebung mit Wiesen, Wäldern, Mooren und Gewässern als außerschulischen Lernort. Die Lernangebote sind erfahrungs- und handlungsorientiert; die Teilnahme ist programmabhängig. Der Lernstandort setzt damit einen eigenen Akzent: Landschaft wird hier zum Gegenstand praktischer Lernangebote.
Im übergeordneten Reiseziel Großenkneten
Die Gemeinde Großenkneten liegt weiträumig zwischen Hunte und Lethe im Naturpark Wildeshauser Geest. Zu diesem größeren Rahmen gehören die Ahlhorner Fischteiche. Das Gebiet wurde vor etwa 100 Jahren künstlich gestaltet und umfasst Biotope von landesweiter Bedeutung für den Arten- und Ökosystemschutz sowie für den Schutz erdgeschichtlicher Landschaftsformen. In dem Feuchtgebiet gibt es aufgrund der naturnahen Ausprägung einzelner Teiche und der Letheniederung ein für das nordwestliche Niedersachsen einzigartiges Amphibienvorkommen. Das Schutzgebiet umfasst zudem wertvolle Bereiche für Libellen, Schmetterlinge sowie Brut- und Gastvögel.
Für Wanderinteressierte ist der Rundwanderweg Sager Heide ein weiteres Ziel im übergeordneten Reiseziel Großenkneten. Er beginnt in Sage bei Großenkneten und ist rund 17 km lang. Die Route führt durch Heide- und Teichlandschaften, die von Waldabschnitten und deren Tierwelt umgeben sind. Damit bietet sie eine andere thematische Ergänzung zu den archäologischen und landschaftlichen Besonderheiten Huntlosens.
Auch ein saisonaler Termin gehört zum weiteren Rahmen: Bei den Ahlhorner Fischteichen findet jährlich am 1. Mai der „Mai(b)rauch“ statt. Es gibt frisch geräucherte Forelle, solange der Vorrat reicht, dazu ein kleines Rahmenprogramm und Getränke.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Großenkneten.