Für einen Aufenthalt in Pöhlde lassen sich zwei Schwerpunkte unterscheiden: die Spuren der Pfalz- und Kirchenzeit sowie Karstformen, Moor und Wald. Geschichte wird an markierten Grundrissen und erhaltenen Geländespuren greifbar; ein Rundweg führt durch eine Abfolge von Landschaftsformen. Wer eine Reise plant und nach einer Ferienwohnung sucht, kann deshalb zuerst entscheiden, ob Baugeschichte oder Naturthemen den Aufenthalt stärker prägen sollen.
Pfalzgeschichte und Kirchenbau
Die Pfalz Pöhlde wurde zwischen 922 und 1059 insgesamt 27-mal von deutschen Kaisern und Königen besucht. Die Besuche erstreckten sich damit über mehr als ein Jahrhundert und machen die Pfalz zu einem markanten historischen Bezugspunkt des Ortes. Die Pfalzkapelle ist im Rasen durch Steinplatten markiert; so bleibt der ursprüngliche Verlauf ihrer Grundmauern für Besucher erkennbar.
Die heutige Kirche zeigt eine andere Bauphase. Sie wurde 1668 auf den Grundmauern des Mittelschiffs der ehemaligen Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet; auch der mittelalterliche Chor wurde einbezogen. Das Jahr 1668 bezeichnet damit nicht den Beginn der Kirchenbaugeschichte an diesem Ort, sondern einen späteren Bau unter Einbeziehung älterer Teile. Neben den Kirchenzeugnissen steht die Gerichtslinde als weiterer lokaler Bezugspunkt: Ihr Alter wird auf 1.000 Jahre geschätzt.
Archäologische Spuren im Gelände
Auf dem Rotenberg sind die Überreste des Wall- und Grabensystems der Befestigungsanlage „König Heinrichs Vogelherd“ im Gelände noch gut erkennbar. Die Anlage war vermutlich eine frühere Fluchtburg. Damit zeigen sich zwei unterschiedliche Formen archäologischer Zeugnisse: Bei der Pfalzkapelle markieren Steinplatten den Grundriss; am Rotenberg zeichnen Wall und Graben die Befestigung im Gelände nach.
Karstlandschaft und Wasserscheide
Etwa 400 Meter südöstlich von Pöhlde liegt das Naturschutzgebiet „Finnenbruch, Großes Butterloch und Schwimmende Insel“. Es umfasst trichterförmige Erdfälle sowie Übergangsmoor- und Bruchwaldlebensräume.
Ein Rundweg führt über den bewaldeten Bornberg in ein Seitental mit dem Naturschutzgebiet Großes Butterloch und weiteren teilweise versumpften Erdfällen. Anschließend steigt er zum Pass an der ehemaligen Ziegelei Pöhlde an; dieser bildet die oberirdische Wasserscheide zwischen Südharz und Eichsfeld. Für die Themenwahl ist der Unterschied hilfreich: Das Schutzgebiet bündelt Erdfälle und feuchte Lebensräume, während der Rundweg zusätzlich die Abfolge bis zum Pass einbezieht. Eine Wasserscheide markiert hier die Trennung oberirdischer Wasserläufe zwischen Südharz und Eichsfeld.
Die Rhumequelle
Auch die Rhumequelle steht mit Pöhlde in Verbindung. Sie zählt zu den größten und wasserreichsten Karstquellen Europas. Ihre durchschnittliche Schüttung beträgt 2.500 Liter Wasser pro Sekunde; zeitweise erreicht sie mehr als 5.000 Liter pro Sekunde. In solchen Phasen liegt die Schüttung bei mehr als dem Doppelten des Durchschnittswerts. Die Quelle ergänzt die Erdfälle und feuchten Lebensräume um eine hydrologische Perspektive: Hier lässt sich die Größenordnung des Karstwassers an einer konkreten Schüttung ablesen.
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