Sennestadt lässt sich über zwei Themen erschließen: als in den 1950er-Jahren geplante neue Stadt und über Kunst im öffentlichen Raum. Ein Skulpturenspaziergang bietet einen Zugang zu mehreren Kunstorten; zugleich eröffnet die Entstehungsgeschichte einen Blick auf den städtebaulichen Gedanken hinter dem Ort. So können Sie öffentliche Kunst und Stadtplanung als unterschiedliche, nebeneinanderstehende Perspektiven erkunden.
Eine geplante Stadt
Sennestadt wurde in den frühen 1950er-Jahren als geplante neue Stadt auf der früheren Heide- und Wiesenlandschaft Senne II konzipiert. Die städtebauliche Gestaltung ist mit Prof. Dr. Reichow verbunden. Wer sich für Stadtplanung interessiert, kann bei diesem historischen Ausgangspunkt ansetzen: Wie wurde eine neue Stadt gedacht, und auf welche Landschaft bezog sich die Planung? Der Entwurf und die frühere Landschaft bilden zwei konkrete Bezugspunkte für den Blick auf Sennestadt.
Skulpturen im Stadtraum
Der Skulpturenspaziergang macht öffentliche Kunst in Sennestadt zum Thema. Zu den Orten mit Kunstwerken zählen der Sennestadtteich, das Sennestadthaus, das Plateau des Sennestadtrings und der Reichowplatz. Die verschiedenen Stationen geben dem Rundgang einen örtlichen Bezug: Statt nur einzelne Werke zu betrachten, können Sie auch darauf achten, an welchen benannten Plätzen und Orten Kunst im öffentlichen Raum präsent ist.
Zur Sammlung gehören außerdem Werke, die über die Ausstellungsreihe „skulptur aktuell“ zwischen 1983 und 2004 erworben wurden. Die Reihe brachte weitere Skulpturen in das Stadtbild und ergänzt die Betrachtung der öffentlichen Kunst um eine zeitliche Perspektive. Der Spaziergang und die Geschichte der Reihe bieten damit zwei unterschiedliche Zugänge: einmal über die Orte, an denen Werke stehen, und einmal über den Zeitraum, in dem Kunstwerke erworben wurden.
Der gedruckte Flyer zum Skulpturenspaziergang ist vergriffen; als digitale Orientierung gibt es eine vorläufige Fassung. Wenn Sie den Rundgang planen, können Sie diese neben den einzelnen Kunstorten als Orientierung nutzen.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Bielefeld
Im übergeordneten Reiseziel Bielefeld setzt die Kunsthalle Bielefeld einen eigenen Schwerpunkt. Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst wurde 1968 nach Plänen des US-amerikanischen Architekten Philip Johnson (1906–2005) eröffnet. Es zeigt Sammlungs- und Wechselausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und bietet ein vielfältiges Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm. Damit steht ein Museumsbesuch für Kunst und Ausstellungen neben dem Blick auf öffentliche Kunst in Sennestadt.
Eine andere historische Perspektive bietet das seit 1917 bestehende Bauernhausmuseum in Bielefeld, das älteste Freilichtmuseum Westfalens. Seit seiner Wiedereröffnung 1999 vermittelt es das ländliche Leben um 1850, geprägt von den damaligen natürlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen. Während die Kunsthalle Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellt, richtet das Bauernhausmuseum den Blick auf einen früheren Lebensalltag und dessen Rahmenbedingungen.
Auch Landschaft und Bewegung sind im übergeordneten Reiseziel Bielefeld vertreten. Der Hermannsweg gehört zu den zehn besten deutschen Fernwanderwegen und verläuft als Höhenweg über den Kamm des Teutoburger Waldes, unter anderem direkt durch die Bielefelder Innenstadt. Die Sparrenburg bietet einen anderen Zugang zur Geschichte: Bei der einstündigen Kasematten-Tour erhalten Besucher Einblicke in mehr als 750 Jahre Burggeschichte und können das 300 Meter lange unterirdische Gangsystem besichtigen. Der saisonale Betrieb kann variieren; ein Blick auf die Tourtermine hilft bei der Planung.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bielefeld.