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Wer Muffendorf als Reiseziel erwägt, kann unterschiedliche Kapitel der Bau- und Ortsgeschichte in den Blick nehmen. Für die Wahl eines kulturorientierten Aufenthalts gibt es mehr als einen Ansatzpunkt: von einer Wohnanlage mit moderner Architektur und Landschaftsplanung bis zu konkreten, datierten Zeugnissen am Kirchhof. Wenn Sie eine Ferienwohnung suchen, hilft dieses Profil dabei, einzuschätzen, ob Muffendorf zu Ihren kulturellen Interessen passt.

HICOG-Siedlung und Landschaftsplanung

Die mit Muffendorf verbundene HICOG-Siedlung ist ein geschütztes Ensemble des modernen Wohnungsbaus aus den 1950er-Jahren. Entworfen wurde sie unter Sep Ruf; Hermann Mattern übernahm die Landschaftsplanung. Unterschiedliche Wohnformen sind innerhalb eines Landschaftsparks angeordnet. Dadurch lässt sich die Anlage nicht auf einen einzelnen Haustyp reduzieren: Wohnformen und Landschaftsplanung gehören gemeinsam zu ihrem Charakter. Wenn Sie Architektur als Zusammenspiel von Gebäuden und Freiraum betrachten, bietet die Siedlung einen konkreten Zugang zur Moderne der 1950er-Jahre.

Die Siedlung kann ausschließlich im Rahmen offiziell angebotener Programmpunkte besucht werden. Prüfen Sie vorab das aktuelle Programm und richten Sie Ihren Besuch danach aus.

Historischer Kern und Kirchhof

Der historische Kern umfasst St. Martin und den Friedhof, die Deutschorden-Kommende sowie Fachwerkhäuser entlang der Hauptstraße. Zusammen bilden sie ein reizvolles städtebauliches Ensemble, das einen längeren Besuch lohnt. Im Vergleich zur HICOG-Siedlung steht hier nicht ein modernes Wohnensemble mit Landschaftspark im Zentrum, sondern die Mischung aus Kirche und Friedhof, Kommende und Fachwerkbauten. So lassen sich zwei unterschiedliche Bau- und Ortsgeschichtsthemen Muffendorfs auseinanderhalten.

Am Kirchhof rund um St. Martin befindet sich ein östliches Eingangsportal aus dem Jahr 1697. Auf dem Gelände stehen außerdem zwei Fachwerkgebäude; hinzu kommen rund 30 verwitterte Grabkreuze aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das älteste erhaltene Kreuz ist auf 1626 datiert. Die Jahreszahlen beziehen sich auf unterschiedliche Dinge: 1697 bezeichnet das Portal, 1626 das älteste erhaltene Kreuz; rund 30 gibt die ungefähre Zahl der Grabkreuze an. So können Sie die einzelnen Bau- und Grabzeugnisse mit ihren jeweiligen Datierungen einordnen. Das Portal ist jünger als das älteste erhaltene Kreuz.

Eine mögliche Spur aus der Antike

Ein Fund ergänzt die baulichen Eindrücke um eine mögliche frühere Nutzung: Am Standort von St. Martin wurde ein Weihestein für die römische Göttin Diana gefunden, der aus dem 2. Jahrhundert stammt. Daraus ergibt sich die vorsichtige Möglichkeit, dass an dieser Stelle ein paganes Vorgängergebäude gestanden haben könnte. Der Weihestein ist ein konkretes Fundstück; der Vorgängerbau bleibt eine mögliche Deutung. Der zeitliche Bogen reicht vom Weihestein des 2. Jahrhunderts bis zu den Grabkreuzen des 17. und 18. Jahrhunderts.

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