Neukirchen lässt sich über unterschiedliche historische Spuren erschließen: den Kirchenbau, die Dorfsäule und Haus Horr in der Neukircher Heide. Sie erzählen nicht dieselbe Geschichte. Gerade dieser Wechsel zwischen kirchlicher Baugeschichte, öffentlicher Kunst und einem Herrenhaus macht den Blick auf den Ort vielschichtig.
Kirchenbau und Baugeschichte
Das Kirchspiel Neukirchen ist bereits um 1300 mit einem dem heiligen Jakobus dem Älteren geweihten Kirchenbau bezeugt. Der Kern von St. Jakobus ist im romanischen Stil errichtet. Die historische Datierung und der Baustil geben Ihnen zwei unterschiedliche Anhaltspunkte: Die eine betrifft die frühe Erwähnung eines Kirchenbaus im Kirchspiel, der andere die architektonische Einordnung des Kerns von St. Jakobus.
Haus Horr in der Neukircher Heide wurde 1738 von der Familie von Francken erbaut. Die zu Haus Horr gehörende Kapelle entstand Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Vergleich zwischen dem genauen Baujahr des Hauses und der breiteren zeitlichen Einordnung der Kapelle lenkt den Blick auf zwei verbundene, aber unterschiedlich datierte Bauwerke. So lässt sich Haus Horr sowohl über seine Entstehungszeit als auch über die Kapelle betrachten.
Kunst und Ortsgeschichte
An der Dorfsäule in Neukirchen erzählen vier farbig gefasste Reliefs in Majolika-Technik die Geschichte des Stadtteils. Anders als beim Kirchenbau oder bei Haus Horr steht hier die Ortsgeschichte selbst im Mittelpunkt, dargestellt in einem öffentlichen Kunstwerk. Die Reliefs verbinden ein konkretes Kunstwerk mit dem historischen Thema des Stadtteils.
In Neukirchen befindet sich außerdem an der Ecke Roseller Straße und Ramrather Straße eine kleine Wegekapelle. Zusammen mit der zu Haus Horr gehörenden Kapelle eröffnet sie einen weiteren Blick auf sakrale Bauwerke. St. Jakobus, die Kapellen und die Dorfsäule bieten dabei verschiedene Zugänge: über Bauform, religiöse Widmung oder die erzählte Geschichte des Stadtteils.
Grevenbroich: eigene Kultur- und Naturthemen
Im übergeordneten Reiseziel Grevenbroich liegt ein eigener Themenrahmen. Die Villa Erckens ist ein Kultur- und Ausstellungszentrum im grünen Herzen der Grevenbroicher Innenstadt. Ihre Dauerausstellung erstreckt sich über rund 370 Quadratmeter. Farbenfrohe Themenräume und interaktive Angebote vermitteln regionale Perspektiven auf Sprache, Landschaft, Energie, Essen und Trinken, Religionen, Feste und Arbeit. Die Themen und Angebote können sich weiterentwickeln.
Auch das Wildfreigehege im Bend gehört zu den Grevenbroicher Angeboten: Besucherinnen und Besucher können dort bis zu 200 Wild- und Haustiere in naturnah gestalteten Gehegen beobachten. Zum Wildfreigehege gehören zudem ein Streichelzoo mit direktem Kontakt zu einigen Tieren und ein großer Spielplatz. Damit stehen in Grevenbroich neben Ausstellungsinhalten auch Tierbeobachtung und diese Besuchereinrichtungen im Mittelpunkt.
Für eine Wanderung oder Radtour in Grevenbroich beschreibt die Stadtmitte einen eigenen Ausgangspunkt: Von dort aus führt die Strecke südwärts am Schloßpark und am Alten Schloß vorbei, durch den Bend sowie an der Gustorfer Mühle und am Welchenberg entlang der Erft bis zur Stadtgrenze von Bergheim. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Bedingungen. Diese Route ist eine eigenständige Orientierung für Grevenbroich; die Neukirchener Bau- und Kunstthemen bilden einen anderen Schwerpunkt.
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