Wer Oberhausen für eine Entdeckungsreise auswählt, kann die Stadt über ihre Industriekultur erschließen: von den Anfängen der Eisenproduktion über umgenutzte Industriearchitektur bis zu Kunst am Wasser. Dazu kommen ältere Bauwerke, Museen und Wege im Freien. Die folgenden Orte zeigen, wie unterschiedlich sich Oberhausen erkunden lässt.
Industriegeschichte an ihren Schauplätzen
An der St. Antony-Hütte floss 1758 erstmals Roheisen aus einem Hochofen. Das Ereignis gilt als Geburtsstunde der Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet. Zum Gelände gehört ein industriearchäologischer Park mit freigelegten Produktionsanlagen. So stehen der historische Anfang der Industriegeschichte und Zeugnisse der Produktion an einem benannten Ort nebeneinander.
Eine andere Dimension industrieller Architektur zeigt der Gasometer Oberhausen: Er ist 117,5 Meter hoch und wurde 1993/94 zu einer außergewöhnlichen Ausstellungshalle umgebaut. Seit 1994 gilt er als Europas höchste Ausstellungshalle; zugleich ist er das Wahrzeichen der Stadt. Seine Dachplattform bietet Gästen bei schönem Wetter einen Rundumblick über die Metropole Ruhr. Bei einer Führung durch die Zeche Sterkrade führt der Besuch in die Schachthalle mit dem roten Fördergerüst. Das Gerüst ist eines der letzten erhaltenen Zeugnisse der Zeche. Da sich die Termine für Führungen ändern können, empfiehlt sich vorab ein Blick auf die konkreten Angebote.
Ältere Bauwerke, Ausstellungen und Film
Die Burg Vondern wurde 1266 erstmals urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Oberhausens. Wer neben der Industriegeschichte auch Kunst und Museumsarbeit einbeziehen möchte, findet unterschiedliche Schwerpunkte: Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zeigt in den großzügigen Räumen der klassizistischen Schlossanlage ein wechselndes Ausstellungsprogramm mit Leihgaben aus aller Welt. Im denkmalgeschützten Peter-Behrens-Bau nutzt das LVR-Industriemuseum seit 1998 ein zentrales Sammlungsdepot. Besichtigt werden kann dort im fünften Obergeschoss die Dauerausstellung „Peter Behrens – Kunst und Technik“. Das Museum Eisenheim widmet seine Ausstellung der Arbeit, dem Alltag und dem Leben in der Siedlung Eisenheim. Ein weiterer kultureller Akzent sind die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen: Sie wurden 1954 gegründet und sind das älteste Kurzfilmfestival der Welt.
Kunst am Kanal und Bewegung im Freien
Das begehbare Brückenkunstwerk „Slinky Springs to Fame“ von Tobias Rehberger überspannt den Rhein-Herne-Kanal vom Kaisergarten zur Emscher-Insel. Hier ist die Brücke selbst ein Kunstwerk und zugleich eine Verbindung zwischen den beiden genannten Endpunkten. Der über 100 Jahre alte Rhein-Herne-Kanal verläuft von Osten nach Westen mitten durch Oberhausen und lädt zum Radfahren, Wandern und Joggen ein. Auch der Ruhrtalradweg führt durch die Stadt; prüfen Sie vor der Abfahrt die Streckenbedingungen.
Für Bewegung im Grünen bieten Kaisergarten und Revierpark Vonderort unterschiedliche Möglichkeiten. Im Kaisergarten laden weitläufige Wald- und Wiesenflächen zum Spazierengehen, Joggen und Radfahren ein. Zum Freizeitangebot gehören dort außerdem eine Minigolfanlage und eine Bogensportanlage. Das Tiergehege ist auf heimische Haustierrassen und europäische Wildtiere spezialisiert. Im Revierpark Vonderort gibt es einen vier Kilometer langen Rundwanderweg zum Spazierengehen oder Joggen sowie eine Minigolfanlage. Im Sommer finden regelmäßig Konzerte vor dem Mehrzweckpavillon am See im Südteil des Parks statt. Wer dafür plant, sollte die konkreten Veranstaltungstermine prüfen.
So lässt sich zuerst entscheiden, welche Erlebnisse die Planung tragen sollen, statt jeden genannten Ort als Pflichtprogramm zu behandeln.
Weitere Reiseziele entdecken: Herne, Mülheim An Der Ruhr, Duisburg, Wuppertal, Bottrop, Essen, Bonn, Remscheid.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nordrhein Westfalen.