Bechtheim verbindet Weinlandschaft mit einer ungewöhnlich dichten Bau- und Ortsgeschichte. Die romanische Basilika, die Evangelische Kirche und die ehemalige Synagoge stehen für unterschiedliche Kapitel des Ortes. Weinlehrpfad und beschilderte Wege führen zugleich in die umliegenden Weinberge. So lässt sich Bechtheim über seine Architektur ebenso entdecken wie über seine Landschaft.
Weinberge und Wege rund um Bechtheim
Bechtheim gilt als alter Weinort in einer Mulde, umgeben von Reben. Der Weinlehrpfad führt auf einer beschilderten Route durch die Weinberge. Informationen zu Rebsorten und historischem landwirtschaftlichem Gerät gehören ebenso dazu wie Weinbergsanpflanzungen, Rastplätze und Ausblicke über Bechtheim und das umliegende Hügelland. Der Zugang liegt am Steig bei der Warte.
Eine andere Wegperspektive bietet der Wonnegauer Abschnitt des RheinTerrassenWegs. Bechtheim ist dort ein markiertes Zwischenziel zwischen Osthofen und Mettenheim. Die Etappe verbindet Weinberge und Ausblicke über die Hügel Rheinhessens und die Rheinebene mit der romanischen Basilika und dem Weinbezug des Ortes. Die Strecke ordnet Bechtheim in einen längeren Wegverlauf ein, ohne dass dafür ein Rundgang durch den Ort vorausgesetzt wird.
Romanische Basilika und Kirchenbau
Die Romanische Basilika St. Lambertus stammt aus dem 11. Jahrhundert und war im Mittelalter eine Wallfahrtskirche. Sie gilt als eine der bedeutendsten romanischen Dorfkirchen in Rheinhessen. Zu ihren besonderen Bauteilen gehören eine Chorempore und eine tonnengewölbte Krypta; außerdem besitzt die Basilika Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.
Auch die Brunnen stehen mit der Geschichte der Basilika in Verbindung: Der Lambertusbrunnen befindet sich nördlich, der Aegidiusbrunnen südlich der Kirche. Beide sind mit dem unterirdischen Pilgergang in der Krypta verbunden. Die Evangelische Kirche Bechtheim setzt einen anderen baulichen Akzent. Ihr 38 Meter hoher Turm gehört zu einer Kirche, die 1910 nach 17 Monaten Bauzeit eingeweiht wurde. Im Inneren folgen Altar, Orgel und Kanzel dem Wiesbadener Programm und liegen auf einer Sichtachse.
Höfe, Synagoge und historische Zeugnisse
Hof Uexküll ist ein Wohnsitz aus dem 18. Jahrhundert südlich der katholischen Kirche. In sein Tor ist die Jahreszahl 1583 eingraviert. Die beiden Zeitangaben erzählen dabei Unterschiedliches: Das Gebäude wird dem 18. Jahrhundert zugeordnet, während die Inschrift am Torbogen auf 1583 lautet.
Der Grundstein der Ehemaligen Synagoge Bechtheim wurde 1855 gelegt; 1900 erwarb die örtliche Gemeinde das Gebäude zur Nutzung als Kindergarten. Heute dient es als evangelisches Gemeindehaus. Ihre Geschichte umfasst damit verschiedene Nutzungen, die sich an den konkreten Daten und der heutigen Funktion nachvollziehen lassen.
Am Fischmarkt und Kelterstein ist ein 3.820 Kilogramm schwerer Pressstein zu sehen. Er wurde nach einem Brand im gegenüberliegenden Herrenhaus des Freiherrn von der Leyen-Uexküll gefunden. Das Waagehaus dort erinnert an eine weitere frühere Funktion des Platzes: Hier wurden Traubenwagen und die „Wutz“ gewogen. Pressstein und Waagehaus verweisen so auf unterschiedliche Aspekte der örtlichen Weingeschichte.
Rundwege und Weinpilger
Wer eine Rätselroute sucht, findet mit der Wundersamen Wonnegau Tour „Das Geheimnis des Mönchs Benedikt“ eine etwa fünf Kilometer lange Strecke durch Bechtheims Weinberge und romantische Gassen. Buchung und Verfügbarkeit können sich ändern; prüfen Sie diese vor der Planung. Auch der Kuhbrunnen gehört zu einer beschilderten Rundroute. Historisch diente er dazu, Vieh zu tränken.
Eine von den Weinpilgern angeführte Prozession führt in Bechtheims Weinberge, wo Wein verkostet wird. Die Veranstaltungsabläufe können sich ändern. Für die regionale Orientierung: Bechtheim liegt nördlich von Worms und einige Kilometer von der A61 sowie vom Rhein entfernt.
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