Hackenheim ist durch Weinbau, Kirchen und historische Spuren geprägt. Besonders viele dieser Bezüge treffen auf Hackenheimer Kirchberg zusammen: Er ist eine Einzellage, trägt die St.-Michael-Kapelle und ist Schauplatz des jährlichen Weinfests. Eine moderate Rundwanderung führt über Michaels Kapelle und weiter durch Weinberge und Wald. Landschaft, Weinbau und Kirchengeschichte bilden so unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort.
Weinlage, Wanderung und Termine
Der Hackenheimer Kirchberg ist eine Einzellage in der Gemarkung Hackenheim. Die Weinlage umfasst 74 Hektar und liegt auf 175 bis 220 Metern Höhe. Mergel-/Pelosolböden prägen das Profil; sie sind kalkhaltige Tonablagerungen. Im Tonmergel wachsen unterschiedliche Rebsorten.
Eine moderate Rundwanderung ab Hackenheim führt durch Weinberge, über Michaels Kapelle und Katharinenkapelle, anschließend in den Bad Kreuznacher Stadtwald und das Naturschutzgebiet Am Grubenkopf. Der Rückweg verläuft durch den Katharinenwald. Die Runde ist 14,2 Kilometer lang und dauert etwa vier Stunden – planen Sie sie daher als längeren Programmpunkt ein.
Die Gemeinde veranstaltet auf dem Kirchberg jährlich ein Weinfest. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Termine.
Kirchen und historische Standorte
Hackenheims Kirchenlandschaft umfasst die St.-Michael-Kirche, die frühere zentrale katholische Kirche, die heute als evangelische Christuskirche genutzt wird, sowie die St.-Michael-Kapelle auf dem Kirchberg. Die Kapelle ist auch als Hackenheimer Kapell'sche bekannt und gilt als Ziel für Spaziergänge. Sie erinnert an die frühere katholische Kirche, die auf dem Kirchberg stand; die erste Pfarrkirche an diesem Ort geht auf etwa 1200 zurück.
Handel und Ortsgeschichte
Der historische Darmstädter Hof nahe Hackenheim diente nach dem Wiener Kongress als bedeutende Zollstation. Wein gehörte dort zu den wichtigsten steuerpflichtigen Produkten; niedrige Preise auf hessischer Seite trugen zum Schmuggel bei. Historisch ist auch ein alljährlicher Ball im Spätherbst: Er war für die jüdische Bevölkerung der Umgebung bestimmt. Ein früherer Hinrichtungsort liegt heute inmitten der Hackenheimer Weinberge und ist als solcher nicht mehr erkennbar. Der Bezug zum Wein zeigt sich damit in verschiedenen Zusammenhängen: als Landschaft am Kirchberg und als steuerpflichtige Ware am Darmstädter Hof.
Bad Kreuznach als übergeordnetes Reiseziel
Im übergeordneten Reiseziel Bad Kreuznach bieten die Brückenhäuser einen eigenen Blick auf die Stadtgeschichte. Sie wurden ab 1480 aus Platzmangel errichtet und sind Fachwerkgebäude auf Pfeilern der alten Nahebrücke, die um etwa 1300 gebaut wurde. Die zeitliche Abfolge trennt die beiden Bauphasen: Die Brücke ist älter, die Häuser kamen später hinzu. Die Museen der Stadt Bad Kreuznach befinden sich seit 1985/86 im denkmalgeschützten ehemaligen Rittergut Bangert in einem historischen Park.
In Bretzenheim liegt die Felseneremitage, eine vollständig in den Fels gehauene Kultstätte, die vermutlich bereits in der Vorzeit entstand und in frühchristlicher Zeit umgewidmet wurde. Von außen kann sie ganzjährig und ohne Führung besichtigt werden; der Zugang zur Felswohnung ist derzeit wegen eines Felssturzes nicht möglich.
Weitere Reiseziele entdecken: Ippesheim, Neu-Bamberg.
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