Der örtliche Besichtigungsrundgang in Waldlaubersheim nimmt die alte Schule, die Dorfeiche, den historischen Burghof, das Steinkreuz, die Martinskirche, die Stumm-Orgel, die ehemalige Schmiede und die ehemalige Synagoge ebenso in den Blick wie Dombergkuppel, jüdischen Friedhof und Unterzunftbrücke. Die Auswahl verbindet Bauwerke, religiöse Orte und weitere Motive des Dorfes. So lässt sich Waldlaubersheims Geschichte über verschiedene Stationen erschließen, statt sie auf ein einzelnes Denkmal zu reduzieren.
Synagoge und Friedhof: zwei Orte jüdischer Erinnerung
Die ehemalige Synagoge ist ein schlichtes Bruchsteingebäude mit Satteldach und Rundbogenfenstern; sie liegt nahe der Martinskirche. Eine Gedenktafel aus dem Jahr 2006 und örtliche Kulturveranstaltungen erinnern an Waldlaubersheims jüdisches Erbe. Das jeweilige Veranstaltungsprogramm kann variieren. Neben der Bauform steht damit auch das Gedenken im Blick: Das Gebäude verweist auf seine frühere Nutzung, während die Gedenktafel und die Veranstaltungen die Erinnerung an die jüdische Geschichte des Ortes aufnehmen.
Auch der jüdische Friedhof am Horetberg gehört zu den Motiven des Rundgangs. Er liegt etwa 1,5 Kilometer vom Ortszentrum entfernt und wurde um 1800 angelegt. Erhalten sind Steine von 21 Einzelgräbern und zwei Doppelgräbern; auf mehr als der Hälfte sind Inschriften sichtbar. Bei einem Besuch ist ein respektvoller Umgang mit dem Friedhof wichtig. Im Vergleich zur ehemaligen Synagoge stehen hier die Gräber und ihre noch sichtbaren Inschriften im Mittelpunkt. Beide Stationen geben so unterschiedliche Einblicke in jüdische Ortsgeschichte.
Bad Kreuznach als übergeordnetes Reiseziel
Als ergänzender regionaler Blick bietet das übergeordnete Reiseziel Bad Kreuznach weitere historische Orte und Aktivitäten. Die Brückenhäuser in Bad Kreuznach wurden ab 1480 aus Platzmangel errichtet. Die Fachwerkgebäude stehen auf Pfeilern der alten Nahebrücke, die um etwa 1300 erbaut wurde. Brücke und Häuser gehören damit zu verschiedenen Bauphasen: Die Brücke ist älter, die darauf errichteten Häuser entstanden später.
Die Museen der Stadt Bad Kreuznach befinden sich seit 1985/86 im denkmalgeschützten ehemaligen Rittergut Bangert, das in einem historischen Park liegt. Auch die Felseneremitage in Bretzenheim ist ein Ziel für kulturhistorisches Interesse: Die vollständig in den Fels eingehauene Kultstätte entstand vermutlich bereits in der Vorzeit und wurde in frühchristlicher Zeit umgewidmet. Eine Besichtigung von außen ist ganzjährig und ohne Führung möglich. Der Zugang zur Felswohnung ist derzeit wegen eines Felssturzes nicht möglich. In Windesheim ist das orgel ART Museum ein Musikinstrumentenmuseum, das in seiner Art in Deutschland einzigartig ist.
Wege und weitere regionale Themen
In Bad Sobernheim führt der 3,5 Kilometer lange Barfußpfad mit Lehmstampfbecken, Geschicklichkeitsparcours und verschiedenen Bodenbelägen bis zur Nahe. Er wird als sommerliches Freizeitangebot genannt. Wer sich für Wanderwege interessiert, findet im Kirner Land die als Traumschleife zertifizierte Hahnenbachtaltour. Sie erhielt 2012 beim Wettbewerb „Deutschlands Schönste Wanderwege“ den ersten Platz in der Kategorie Tagestouren. Das Salinental zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster ist eine einzigartige und geschichtsträchtige Kulturlandschaft.
Für Fragen zu Aufenthalt, Unterkunft und Buchung sowie zu Freizeitgestaltung, Wellness, Wein und Kulinarik im Naheland informieren die Touristinformationen der Verbandsgemeinden und Städte im Landkreis sowie die Naheland Touristik in Kirn. Zum Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseum ist der Fußweg vom Bahnhof Bad Sobernheim ausgeschildert; er dauert etwa 25 Minuten. Diese regionalen Beispiele bieten unterschiedliche Anknüpfungspunkte, während der Rundgang durch Waldlaubersheim den Blick auf die Ortsgeschichte und die beiden Orte jüdischer Erinnerung richtet.
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