In Üttfeld treffen archäologische Spuren eines römischen Gutshofs auf sakrale Kunst in St. Nikolaus. Die Fundamente und der Badetrakt geben Einblick in die römische Vergangenheit; in Binscheid erzählen Gemälde, Altar und lokale Überlieferungen von anderen historischen Schichten. Eine Radtour auf der Bahntrasse ergänzt diese Themen um einen Blick auf die Landschaft im näheren Umfeld.
Der römische Gutshof und sein Badetrakt
Im Distrikt „Auf der Burg“ zwischen Niederüttfeld und Oberüttfeld wurden 1990/91 die Fundamente eines römischen Gutshofs freigelegt. Er wurde vermutlich um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet und im ersten Drittel des 4. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben. Die Datierung macht den Fundort zu einem konkreten Anknüpfungspunkt für alle, die sich für römische Geschichte interessieren.
Zum Gutshof gehörte ein gut erhaltener Badetrakt. Er umfasste ein Frigidarium, also einen Kaltbaderaum, und ein Caldarium, einen Warmbaderaum; beide Räume besaßen jeweils ein Wasserbecken. Die Bezeichnungen und Becken machen den Badebereich anschaulich als Teil der Anlage. Am Originalstandort nahe Oberüttfeld können Besucher den Gutshof mit einem Smartphone oder Tablet virtuell entstehen lassen und Informationen dazu abrufen. Prüfen Sie vor einem Besuch, ob die Anwendung verfügbar ist.
St. Nikolaus in Binscheid: Gemälde, Altar und Überlieferung
In der Pfarrkirche St. Nikolaus im Üttfelder Ortsteil Binscheid befindet sich im Chorraum ein Deckengemälde von Christoph März, das um 1900 geschaffen wurde. Es stellt die sieben Sakramente der katholischen Kirche im liturgischen Kontext dar. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gemälde übermalt und in den 1980er Jahren unter Pastor Kasel wieder freigelegt und aufwendig restauriert. Zu seinem Bildthema kommt so eine eigene Restaurierungsgeschichte hinzu.
Ein anderer kunstgeschichtlicher Akzent ist der Renaissance-Hochaltar der Kirche, der aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammt. Altar und Deckengemälde setzen in derselben Pfarrkirche zwei unterschiedliche zeitliche und künstlerische Schwerpunkte.
Vor der Pfarrkirche steht ein Taufstein, mit dem eine lokale Überlieferung die Taufe durch den heiligen Willibrord verbindet. Jedes Jahr errichtet Familie Hommerding in der Kirche außerdem eine detailreich gestaltete und stimmungsvoll beleuchtete Höhlenkrippe aus Wurzeln, Ästen und Tannenbäumen. Ihre Materialien und Gestaltung bilden einen eigenen Akzent neben den historischen Kunstwerken.
Radeln auf der Bahntrasse
Im näheren Umfeld verläuft die Radtour „Radeln auf der Bahntrasse“ zwischen Üttfeld und Arzfeld auf der Bahntrasse zwischen Prüm und Neuerburg. Für diesen Abschnitt werden der Blick über den wilden Islek, der karge Boden mit Ginster und Dornensträuchern sowie die bis nach Luxemburg reichende Hochebene hervorgehoben. So stehen beim Vergleich zwei unterschiedliche Perspektiven nebeneinander: archäologische und kirchliche Zeugnisse in Üttfeld, eine landschaftlich geprägte Radtour im Umfeld.
Übernachten und Informationen
Für Urlaub oder Kurzaufenthalte stehen in Üttfeld mehrere Gasthöfe und Ferienhäuser zur Verfügung. Da sich die Verfügbarkeit einzelner Angebote ändern kann, prüfen Sie passende Optionen für Ihre Reisedaten. Eine Anlaufstelle für Informationsmaterial zu Gasthäusern und Ferienhäusern in Üttfeld ist das Verkehrsamt, Luxemburger Straße 6 in Arzfeld.
Weitere Themen im Eifelkreis Bitburg-Prüm
Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es unterschiedliche kulturelle Themen. Im Besucherbergwerk Mühlenberger Stollen Bleialf führen einstündige Touren in den Stollen; dabei geht es um den Erzabbau in Bleialf von der Geologie bis zur angewandten Technik. Zum Bergwerk gehört außerdem ein Bergbaupfad mit zahlreichen Informationstafeln zur Bergbaugeschichte des Gebiets. Das Devonium in Waxweiler vermittelt komplexe Zusammenhänge der Paläontologie und der Wissenschaft vom fossilen Leben auf spielerische Weise.
Das Westwallmuseum ist in drei begehbaren Geschossen eines Bunkers eingerichtet und zeigt in unterirdischen Gängen und Räumen eine militärhistorische Ausstellung. Die rund 700 Jahre alte Wasserburg Rittersdorf ist seit ihrer Erbauung nahezu unverfälscht erhalten und vermittelt ein Bild spätmittelalterlicher und neuzeitlicher Renaissance-Wohnkultur. In der Burg gibt es ein privat geführtes Restaurant mit feiner Landküche; prüfen Sie vor einem Besuch, ob es geöffnet ist.
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