Oberkail liegt auf 360 Metern in der Naturlandschaft der Südeifel und ist von Wiesen und Wäldern umgeben. Ein Waldlehrpfad, zwei Wanderangebote und historische Bauwerke setzen unterschiedliche Akzente für eine Reise in den Ort.
Wanderungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Oberkailer Waldlehrpfad erklärt an rund 50 Tafeln Laub- und Nadelbäume. Die Namen der Bäume stehen auf Deutsch, Englisch und im Dialekt. So verbindet der Pfad Informationen über Baumarten mit mehreren sprachlichen Bezeichnungen.
Die Oberkail-Himmerod-Schleife ist 15,5 Kilometer lang und als mittelschwer eingestuft. Sie beginnt und endet wahlweise an der Gemeindehalle Oberkail oder am Kloster Himmerod. Auf der Runde wechseln sich Wald und offenes Gelände ab; schmale Naturpfade verlaufen entlang von Bächen.
Der OK2-Rundweg führt zur Frohnertkapelle, von der aus ein Panoramablick möglich ist, und folgt dem Kailbachtal bis zur Biermühle, die mit viel Sorgfalt renoviert wurde. Auch die Abtei Himmerod ist ein Höhepunkt der Oberkail-Himmerod-Schleife. Zu ihr gehören ein Klostergarten und historische Wasserkanäle, die das frühere Fischteichsystem speisten.
Wenn Sie zwischen den Routen abwägen, setzt die Schleife mit wechselndem Gelände und Abtei andere Akzente als der OK2 mit Kapelle, Aussicht und Biermühle. Prüfen Sie vor der Wanderung die Wegedetails und Bedingungen sowie die Informationen zu nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten.
Frohnertkapelle und Baugeschichte
Die Frohnertkapelle wurde 1646 auf dem Hügel zwischen Oberkail und Schwarzenborn errichtet. Sie ist eine oktogonale Nachbildung der Himmelfahrtskapelle auf dem Ölberg in Jerusalem und war früher ein vielbesuchter Wallfahrtsort.
Der oktogonale Zentralbau greift Motive aus Spätgotik und Renaissance auf. Auch der Kreuzweg hat eine nachvollziehbare Entwicklung: Er umfasste zunächst sieben Stationen und wurde 1892 auf 14 Stationen erweitert.
Die katholische Pfarrkirche St. Michael ist ein Saalbau von 1789; der Westturm soll aus dem Jahr 1587 stammen. An Turm und Kirchhof sind Grabplatten und Kreuze aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert erhalten. Damit begegnen an der Kirche Bauteile und Erinnerungszeichen aus unterschiedlichen Zeitabschnitten.
Die ehemalige Gräflich Manderscheidsche Burg Kail bildet eine Denkmalzone mit baulichen Resten einer früheren vierflügeligen Wasserburg. Diese stammen vor allem aus dem 17. Jahrhundert und aus der Zeit um 1700. Eine weitere Denkmalzone an der Kyllburger Straße bewahrt eine Reihe von fünf Bauernhöfen, die für Oberkails Ausdehnung im 19. Jahrhundert charakteristisch ist.
Eine Eifeltradition in Oberkail
Zur Ortsgeschichte gehört auch ein Brauch der Kartage, also der Tage vor Ostern: Kinder ersetzen dann die Kirchenglocken durch Klappern. Oberkail pflegt damit eine Eifeltradition, die neben den sichtbaren Bauzeugnissen eine weitere Facette des Ortes zeigt.
Weitere Reiseziele entdecken: Badem, Malberg, Neustraßburg, Steinborn, Orsfeld, Balesfeld, Neidenbach, Gransdorf
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kyllburg.