Zum Inhalt

Gutenacker bietet mit der Route „Rund um den Kipp“ einen konkreten Ansatzpunkt für eine Reise, die Landschaft und Industriegeschichte zusammenführt. Die Route eröffnet Blicke in das Lahntal, den Taunus und die Höhen des Westerwalds. An der Kipp selbst zeigt sich die Geschichte des Basaltabbaus auch in einem baulichen Zeugnis: Ein früheres Wasserspeicherbauwerk bildet heute die Basis einer Aussichtsplattform.

Aussichtspunkte und Ortsgeschichte

Zu den Stationen der Route gehören die Aussichtspunkte Wingertlay und Tempelchen. Zusammen mit den Blicken in drei unterschiedliche Landschaftsräume geben sie dem Weg eine klare landschaftliche Orientierung. Wer bei der Wahl eines Reiseziels gern Aussicht und Kulturgeschichte verbindet, findet hier beides als Teil desselben Routenthemas.

Die Kipp ist der Rest eines Basaltsteinbruchs innerhalb der bebauten Ortslage Gutenackers. Das frühere Wasserspeicherbauwerk bildet heute die Grundlage der Aussichtsplattform. Damit treffen an der Kipp Zeugnisse verschiedener Nutzungen aufeinander: der ehemalige Steinbruch und die heute auf dem Wasserspeicherbauwerk basierende Plattform.

Am Kipp wurde um 1923 Basalt abgebaut. Der gewonnene Stein wurde per Seilbahn zur Eisenbahn im Lahntal transportiert. Die Route nimmt sowohl den Abbau als auch den Transport in ihren historischen und kulturellen Rahmen auf. So bietet sie neben den Aussichtspunkten auch einen Zugang zur Industriegeschichte des Ortes, ohne dass man dafür ein zweites Thema suchen muss.

Rhein-Lahn als regionaler Rahmen

Im übergeordneten Reiseziel Rhein-Lahn bildet der Rhein-Lahn-Kreis einen größeren geografischen Rahmen. Er umfasst das rechtsrheinische Gebiet an der Lahnmündung, das Lahntal bis kurz vor Limburg bei Diez, die südlichen Ausläufer des Westerwalds zum Lahntal hin sowie das nördliche Hochland des Taunus zwischen Rhein und Aar. Diese geografische Vielfalt ergänzt die enger gefassten Blickrichtungen der Route Rund um den Kipp um eine regionale Perspektive.

Im Rhein-Lahn-Kreis durchzieht der römische Limes das Kreisgebiet; Reste sind bis heute sichtbar und gehören zum UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes. Ein anderes UNESCO-Thema im übergeordneten Reiseziel ist das Obere Mittelrheintal. Die Welterbestätte umfasst einen 65 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz mit historischen Kleinstädten, terrassierten Weinbergen und Burgruinen. Der rechtsrheinische Abschnitt von Kaub bis Lahnstein liegt im Rhein-Lahn-Kreis. So stehen im regionalen Rahmen römische Grenzgeschichte und eine Flusslandschaft mit historischen Orten als unterschiedliche Themen nebeneinander.

Auch Kurgeschichte und Architektur gehören zum übergeordneten Reiseziel Rhein-Lahn. Bad Ems bewahrt ein historisches Kurensemble aus Kurhaus, Kursaal, Villen, ehemaligen Hotels, Kirchen, Kurpark und historischen Panoramawegen; das Ensemble bildet die Denkmalzone „Historisches Kurbad Ems“. Die Marksburg liegt innerhalb der Verbandsgemeinde Loreley im Rhein-Lahn-Kreis und ist die einzige mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein, die niemals zerstört wurde. Diese Orte setzen andere thematische Akzente als die Basaltgeschichte Gutenackers.

Schloss Oranienstein entstand im 17. und 18. Jahrhundert als Witwensitz; dort lebten einst direkte Vorfahren des niederländischen Königshauses. Bei Führungen können Besucherinnen und Besucher historische Räume und das Museum Nassau-Oranien besichtigen. Dafür ist eine vorherige Reservierung per Telefon oder E-Mail erforderlich. Der Schlossbesuch hat damit eine konkrete Planungsbedingung, während die Kipp-Route ihren Reiz vor allem aus Aussichtspunkten und der Geschichte des Basaltabbaus bezieht.

Weitere Reiseziele entdecken: Berghausen, Ebertshausen, Herold, Niedertiefenbach, Rettert.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Katzenelnbogen.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.